Deutsche Politik

sowas Dummes, sorry. Wer will denn bitte HIER Krieg? Keiner will doch die Wehrpflicht oder eine stärkere Bundeswehr, weil man unbedingt Krieg spielen will.
Man will eine stärkere Bundeswehr, weil im Osten ein quasi Diktator an der Macht ist, der seine Nachbarländer mit einem Expansionskrieg überzieht. Und im Westen ein Psychopath an der Macht ist, und damit unser langjährigert Verbündeter nicht wie früher angenommen zu 100% einspringt, wenn wir ihn brauchen.

Klar ist eine rosarote Welt voller Sonnenschein besser. Aber dann sagt das Putin…

magst du den eigentlichen punkt auch noch ansprechen?

sollte man nicht eher darüber sprechen, dass man, willkürliche zahl, 20.000 richtig gute drohnenpiloten braucht und nicht hunderttausende wehrdienstleistende?

bringt halt keine stimmen bei den boomern, die der jugend eins auswischen wollen. aber wäre im gegensatz dazu tatsächlich sinnvoll.

Stammtischparolen? Soso. Ich werde dir hier jetzt nicht zu allen meinen Argumenten die Onlinepaper raussuchen, da ich manche davon hier auch nur im Print hab. Nur mal hier in Bezug auf meine „ausgedachten“ Argumente bzgl. des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Thema Soziale Kohäsion:

1. CESifo Working Paper No. 8787 (2020) – Bagues & Roth: „Interregional Contact and National Identity“:

We study the long-run effects of contact with individuals from other regions on beliefs, preferences and national identity. We combine a natural experiment, the random assignment of male conscripts to different locations throughout Spain, with tailored survey data. Being randomly assigned to complete military service outside of one’s region of residence fosters contact with conscripts from other regions, and increases sympathy towards people from the region of service, measured several decades later. We also observe an increase in identification with Spain for individuals originating from regions with peripheral nationalism. Our evidence suggests that intergroup exposure in early adulthood can have long-lasting effects on individual preferences and national identity. (Sogar sehr schön vergleichbar, da wir auch in bestimmten Regionen eine enorme Erstarkung der Rechten haben.)

Israel (Itsik 2020): Der Wehrdienst dort gilt als zentrale Institution sozialer Integration; gemeinsame militärische Erfahrungen erhöhen langfristig Vertrauen und Engagement.

Finnland (UniBw München, Metis-Studie 2024): Wehrdienst dient als kollektives Lernfeld, das Verantwortung und Solidarität fördert. Langfristige positive Wirkungen auf demokratisches Vertrauen und Gemeinsinn sind empirisch nachgewiesen.

Dragolov et al. (Bertelsmann Stiftung 2013): Zeigt, dass gemeinschaftliche Erfahrungen wie Wehr- oder Freiwilligendienste messbar den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, insbesondere durch gegenseitiges Vertrauen und gemeinsame Werte.

Weil dir das zu viele „Stammtischparolen“ sind: Es gibt auch ein paar „härtere“ Fakten, falls das mehr deinem Gusto entspricht, warum wir einen Wehrdienst/ein Zivildienst brauchen.

Thema Bundeswehr:

  • Sollumfang von 203k Soldaten, wir haben allerdings atm 20k zu wenig, die man auch nicht durch eine attraktivere Gestaltung der Bundeswehr gedeckt bekommt in einer Zeit des demografischen Wandels, in der Alle um junge Arbeitskräfte konkurrieren.
  • Reservistenmangel. Aktuell sind nur etwas um die 30% der Reservisten einsatzfähig. In Zeiten der exterritorialen Bedrohung, ist das nicht hinnehmbar.
  • Russlands Angriff auf die Ukraine und die Abkehr der USA von europäischen Sicherheitsinteressen hat gezeigt, dass territoriale Verteidigung leider wieder relevanter wird und Europa auf eigenen Beinen stehen muss. Eine europäische Stärkung der Verteidigung ist daher ein notwendiges Übel, gerade da DE im NATO-Vergleich als militärisches Schlusslicht gilt was Einsatzbereitschaft und Materialverfügbarkeit betrifft.
  • Eine gut geführte Bundeswehr nach dem Prinzip „Bürger in Uniform“ kann kostengünstiger sein als eine Professionalisierung der Armee (Studien lass ich weg, Post ist lang genug, aber Beispiel Finnland)

Zivildienst:

  • Deutschland hat laut Innenministerium massiven Personalmangel im Katastrophenschutz, insbesondere beim THW und den Rettungsdiensten, welche für den sozialen Frieden von großer wichtig sind.
  • In der Pflege hatten wir nach Berechnungen von 2013 einen Mangel von (je nach Untersuchung) 300-800k Vollzeitäquivalenten. Da ging man aber von einer Anzahl von (glaub ich) 3,5-4 Millionen Pflegebedürftigen im Jahr 2030 aus. Funfact: Wir haben jetzt schon über 5 Millionen Pflegebedürftige. Das kriegst du niemals gestemmt, in dem du den Pflegeberuf attraktiver machst oder Leute aus dem Ausland holst. Du bist angewiesen auf mehr ziviles Engangement, leider. Der Zivildienst kann da eine Stellschraube sein. Natürlich ersetzt ein Pflichtdienst keine strukturelle Reform. Er wäre nur eine Maßnahme. Da das aber ein komplexes eigenes Thema ist, geh ich da nicht genauer drauf ein.

Mir würden noch unzählige Sachen einfallen, aber ich glaub die Leute nervt es hier auch, wenn hier nur Wall of Textes stehen.
Mir geht es hier auch nicht um Idealisierung der Wehrpflicht, sondern um eine datenbasierte Einordnung, warum sie notwendig sein könnte. Es ist okay, wenn du das anders siehst, halte aber nichts davon, komplexe Argumente pauschal als Parolen zu bezeichnen.

Ich verfolge deine Diskussionsverhalten hier außerdem schon lange (z.B. im Israelthread), daher weiß ich auch, dass du dich nicht von deiner Meinung abbringen lässt. Meine Aussagen aber als Stammtischparolen zu labeln, fand ich etwas frech von jemandem, der regelmäßig mit selektiver Quellenauswahl glänzt. Ich möchte auch garnicht weiter diskutieren, daher klink ich mich an der Stelle auch aus dem Diskurs mit dir aus.
Trotzdem danke für deine Ansicht, auch wenn ich sie nicht teile.

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das sind jetzt irgendwie nicht die punkte, die ich angesprochen habe, aber ok. mein statement war da sehr absolut. also relevanter einwand.

für mich bei weitem keine rechtfertigung für einen zwangsdienst. einen ähnlichen effekt werden schüler- oder studenaustausche auch haben.


zu dem rest:

wie wär’s wenn man angesichts millionen arbeitsloser vollzeitstellen schafft und das nicht 18-jährigen aufhalst?

wir hatten genau diese diskussion schon. jungen menschen diese ganzen probleme auf den hals zu binden, weil man sie sonst nicht gelöst bekommt, ist doch eine gesellschaftliche vollkapitulation.

Steuern und Wehrpflicht vergleichen auch seltsam

Es ist doch die Frage, was du draus machst.
Willst du Pflichtjahr wieder einführen zur Orientierung? Etwas ganz anderes als, ihr müsst beim Bund dienen und im Zweifelsfall euer Leben lassen.
Und zwar alle, die gerade erwachsen geworden sind, wahrscheinlich noch nicht mal wählen durften etc., während irgendwelche Populisten dafür stimmen, dass das passiert, und im Zweifelsfall ihre eigenen Kinder in Sicherheit bringen würden.
Das ist so ein Quatsch, wenn da nicht klar differenziert wird.

Im übrigen hat meine Tochter heute den freiwillig Dienst quittiert, nach drei Wochen, obwohl sie sich richtig drauf gefreut hat.
Warum, weil die politische Agenda in der Meinungsbildung noch einmal etwas ganz anderes ist und sie durch den Konsum unterschiedlicher Medien da natürlich breiter informiert ist und schockiert ist, was für eine Agenda innerhalb der Bundeswehr gefahren wird.

Das, was Bolo sagt .
Du brauchst aktuell nicht mehr zwangsläufig eine Riesen Armee zur Verteidigung, sondern vernünftig Technik, die fähige Leute bedienen.
Zumal wir ja nirgendwo einmarschieren wollen.

Es ist mitunter sehr traurig und anstrengend zu lesen, wie manche hier mit einer derart dogmatischen Grundhaltung an andere Beiträge herangehen und offensichtlich nicht einmal versuchen, die Gedanken ihres Gegenübers verstehen zu wollen. Stattdessen wird binnen Minuten gegengefeuert, als wäre die eigene Vorstellung die einzig wahrhaftige.

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Schreib doch bitte Beispiele, in denen Du das feststellst.

Ja… oder aber wir derailen nicht den Thread mit sowas.

Also können wir für heute festhalten - die Deutsche Politik lebt! Zumindest hier auf rj, bei diesen vielen intensiven Posts. Danke!

Mal zurück zu Merz´s Stadtbild Aussage. Er hat es gestern nochmal bekräftigt und jetzt „Töchter“ vorgeschoben, dass sie seine Meinung bestätigen würden. Dieser Typ ist so ekelhaft.
Nur wenn es in sein Weltbild passt, redet er über Frauen und Töchter.

Das Zitat von Dennis Radtke (Chef beim CDU-Sozialflügel) passt besser denn je:

Friedrich Merz ist nicht mehr der launige Kommentator am Spielfeldrand, der einen raushaut, sondern ihm kommt als Kanzler eine besondere Verantwortung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, die Debattenkultur und einer positiven Zukunftserzählung zu.

Wie Radtke es in dieser Partei aushält ist mir komplett unbegreiflich

ist mir gestern gar nicht aufgefallen.

meine (erste) frage war:

deine antwort endet buchstäblich so:

damit ist doch schon alles gesagt. warum machst du dir die ganze mühe für den rest, wenn du selbst nicht dran glaubst?


aber es soll keiner sagen, dass ich immer nur mecker.

wenn man leute tatsächlich für bundeswehr begeistern will, sollte man, anstatt ihnen 9 (?) monate ihrer lebenszeit zu klauen, für die man, ich bin mal grundlos neutral, vielleicht nicht immer die beste sinnvolle beschäftigung findet, vielleicht einen kurzen, sehr guten, freiwilligen einblick ermöglichen.

6-8 wochen mit motivierten vorgesetzten und extrem guter bezahlung. so gut, dass die jungen teilnehmer es praktisch nirgendwo sonst bekommen könnten, tausende € netto, aber halt als einmalige aktion. und einem sinnvollen kompletten einblick. passt in die semesterferien oder den sommer nach dem abitur.

Ich halte selber nicht viel vom Grundwehrdienst. Aber jeder meiner Freunde, der dort war, beschreibt es als eine sehr positive Erfahrung und die sind alle froh, es gemacht zu haben. Wirklich jeder. Ich kann das nicht immer ganz glauben.

das ist interessant.

vielleicht können wir beide den user DerKilla mit in die diskussion einbinden.

meine persönliche anekdotische evidenz ist, dass die leute zumindest die grundausbildung als halbwegs interessant und brauchbar und die restlichen dienstmonate dann als sehr überflüssig beschrieben haben.

Das eine ist meine Meinung (wie oben geschrieben, ich halte nicht viel davon) und das andere die Aussagen sämtlicher Freunde. Selbst der, der sich bei der Bundeswehr nachhaltig verletzt hat. Keiner von denen redet von „geklauter Zeit“. Einige haben sich sogar danach noch länger verpflichtet, was sie vorher nie gedacht hätten.

Du redest halt immer nur von den Biersäufern (mit Quellen, die aus 1979 sind) und verschenkter Zeit.

Ja, es gibt definitiv Probleme bei der Bundeswehr. Diese müssen angegangen werden. Hat aber nichts damit zu tun, dass die Zeit für viele als sinnvoll erachtet wird.

Is okay, ich halte deine pauschalen Aussagen halt für Quatsch. Genauso, dass du nie Zividienst mit einbeziehst. Alle müssen zur Bundeswehr, werden gezwungen. Dort müssen sie dann alle Bier saufen und am Ende sind es sinnlos verschenkte Monate.

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Solange es hier jetzt keine weiteren Argumente gibt, außer dass die einen gegen eine Wehrpflicht und die anderen dafür sind, kann man diese „Diskussion“ auch dann langsam einstellen.

Klöckner bei Lanz war mal wieder ein einziger Fiebertraum. So eine Fehlbesetzung habe ich seit Oenning nicht mehr gesehen

Die haben sie halt auf ne position abgeschoben auf der man nix falsch machen kann damit sie bei wichtigen dingen nicht rumsümpert aber trotzdem das gefühl hat sie hätte nen wichtigen posten nur um als erstes zu zeigen wie inkompetent man selbst diese position ausfüllen kann xD

Prime Politik mittlerweile