Verkehrswende

Damit hatte dein Dorf mehr Annehmlichkeiten als meins. Die Frage bleibt, warum gab es für lange lange Zeit Lebensmittel und Kolonialwarenläden auf dem Land, die dann aber in den 60er, 70er und 80ern starben?
Eben wegen der allgemeinen Verbreitung von Autos. Es bleibt eine Frage von Planung unserer Infrastruktur. Jede Genehmigung für Supermärkte mit Parkplätzen und jede neue Umgehungsstraße ist eben auch eine Entscheidung für den Individualverkehr.

Ich sage dabei nicht, dass Leute auf dem Land leiden sollen oder nicht die urbanen Annehmlichkeiten genießen dürfen. Ich will auch niemand sein Auto wegnehmen. Es geht mir eher darum, dass Menschen sich bewusst sind wie es zum Status Quo kommt und dass wir den eben auch verändern können.

Ein ähnliches Beispiel gilt für Arme. Sie werden immer weiter aus den Städten rausgepreist. Auch gutmeinende Politiker wollen dann Wohnungen neu bauen. Platz für solche Projekte ist immer am Rand, weit weg und abgehängt von den Vorteilen in einer Stadt zu leben.

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Wir lösen das eigentliche Problem nicht, wenn wir weiterhin auf den Individualverkehr und eigene Autos setzten. Auch wenn Elektro besser ist als Verbrenner, am Ende bleibt es extrem teuer, verschwenderisch und zerstört unsere Dörfer und Städte.

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Warum zerstört Individualverkehr unsere Städte und vor allem unsere Dörfer? Dass es in einer Stadt keinen Sinn macht, wenn jeder einen SUV fährt ist klar. Auf dem Land ist aber doch oft ausreichend „Platz“.
Und in der Stadt finde ich den Übergang vom Fahrrad über ebike, Motorrad bis zum Kleinstwagen auch fließend.

Ich denke es wird auf Elektroantriebe hinauslaufen. Ich denke die Entwicklung der Batterien wird so große Fortschritte machen, dass der Umweg über Wasserstoff nicht rentabel wird. Erdgas ist ja auch keine langfristige Lösung

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Jo, der MIV muss reduziert werden. Öffis und oder Fahrrad / zu Fuß sollte das Ziel sein. Dafür braucht es jetzt Investitionen bzw Maßnahmen.

Dörfer ohne Individualverkehr sind nicht möglich. Klar, in der Theorie schon, aber nicht in der Praxis.

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Naja, vielleicht wollen die Menschen aber auch einfach nicht mehr im Tante Emma Laden einkaufen, sondern im Aldi oder rewe. Die ganze Entwicklung ausschließlich aufs Auto zurückzuführen, ist schon eine Art eingeschränkte Sichtweise.

Natürlich ist es in Großstädten möglich, autofreie Viertel zu bauen. Das sollten wir auch tun, stimme ich dir zu. Aber auch in Spanien hast du keine autofreien Kleinstädte.

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Pardon, hab leider die Beiträge in zwei Schüben verschoben. Dadurch sind die Beiträge zeitlich etwas durcheinander.

Notiz an den Mod

Wieder was gelernt :man_shrugging:

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Einzelticket VRR nun auf 3€ erhöht… Statt mit den Preisen runterzugehen, wird es Jahr für Jahr teurer. Ich frag mich immer, wie andere großen Metropolen es hinbekommen Tickets für 1€-1.5€ hinzubekommen und im Kaff von NRW werden 3€ fällig…

Gibt es Tickets für 1€?

Hier in München kosten alleine 4 Bussstationen 1,70 €, damit kommst du gerade mal vielleicht 1km also 15 min Fussweg gespart.

Wir kaufen als Familie für eine Fahrt in die Stadt 15,60 € Gruppenticket für 24h ist die Billigste Variante

Denke er meint bspw Wien. Hier kostet das Jahresticket 365 Euro und soweit ich mitbekommen habe, soll es solche Tickets auch bald in Leipzig oder Berlin geben

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Ich meine keine deutschen Metropolen…

Weil wir besessen davon sind, dass ÖPNV kein reiner Verlust sein darf und davon, dass Märkte ein guter Gradmesser für Erfolg sind.
Über die letzten Jahrzehnte hörst du immer wieder Argumente, dass zu der einen Milchkanne doch eh keiner fährt und es sich wirtschaftlich nicht lohnt. Selbst wenn allen politisch Beteiligten klar ist, dass das eine Dienstleistung für die Bevölkerung ist und kein Geschäft.

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ÖPNV (und Internet) einfach mit dem gleichen Vertrag wie mit der Deutschen Post ausstatten (hatte meine ich irgendeinen Namen).
Die Deutsche Post muss überall die Briefe austragen, egal, ob das lukrativ ist oder nicht.

Aber selbst da ist es doch so, dass die Post in einzelnen Regionen nicht mehr täglich ausliefert. War irgendwann auch mal im Gespräch, dass die Briefzustellung nur einmal wöchentlich erfolgt, wenn nicht extra gezahlt wird. Keine Ahnung, ob das je irgendwo umgesetzt wurde.
Und auch die Post erhöht Jahr für Jahr das Porto (ohne, dass bei den Angestellten was hängen bleibt nebenbei bemerkt)

In München bist du sehr nah dran an den 365€ im Jahresticket.

Für Schüler ist es afaik schon so teuer.

München vom Öffis-Netz ohnehin gut aufgestellt, mit der zweiten Stammstrecke ohnehin. Aber, dass man es im Ruhrgebiet nicht schafft es fair aufzustellen, ist echt ein Armutszeugnis. Da kochen 10 Verbunde herum, anstatt einfach mal das Potential des 5. (?) größten Ballungsgebiets in Europa mit soviel Tradition und Geschichte auszuspielen…

Für mich ist ein ländlicher Raum ohne Individualverkehr eine Illusion. In Großstädten um den Stadtkern macht das ja durchaus Sinn, aber auf dem Land ist Individualverkehr ein Gut, auf das ich nicht verzichten möchte. Es ist Luxus, den ich mir leiste. So brauche ich mit dem Auto 35 Minuten zur Arbeit. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln 2h 10. Selbst wenn du das auf 1h drosseln könntest, würde ich immer das Auto vorziehen.

Dafür lebe ich in anderen Bereichen nachhaltiger (Heizung, Strom, Lebensmittel, …).

Der Individualverkehr ist doch nicht nur so groß, weil die Autolobby in D so riesig ist, sondern weil er einfach so viele Vorteile hat. Das hat sich in so gut wie allen vergleichbaren Regionen weltweit ähnlich entwickelt.

Der Familieneinkauf, der Einkauf eines TV (o.Ä.), der Familienbesuch bei den Eltern die 30 km entfernt wohnen (mit Kinderwagen und Utensilien), das Treffen zum Laufen/Spazierengehen in der Natur und co sind nur wenige Beispiele die durch den motorosierten Individualverkehr mit extremen Vorteilen verbunden sind.
Ich verstehe und unterstütze Bestrebungen in Stadtzentren den Individualverkehr stark zu begrenzen und die Öffis generell stark zu fördern um den Individualverkehr zu verkleinern, aber für die breite Masse ist der Individualverkehr schlicht nicht zu ersetzen - gerade im ländlicheren Raum. Deswegen verstehe ich die starke Abneigung einiger in dem Aspekt nicht.

Und natürlich begüngstigt Individualverkehr, dass man zum Aldi außerhalb des Dorfes fährt (wobei diese meistens schon relativ zentral sind). Aber das ist auch nur ein kleiner Teil der Ursache warum die kleinen Läden verschwinden. Viel größer wiegen Aspekte der geänderen Preis- und (globalen) Lieferstrukturen und dass die Leute nicht Lust haben, sich beim Bäcker, beim Metzger, im Lebensmittelladen, im Kiosk, im kleinen Haushaltsladen usw in der Schlange stehen wollen, sondern das sie einmal bequem 20 min durch ein Geschäft laufen können und fertig sein wollen.
Einige Aussagen hier im Thread sind für mich rein ideologischer Natur. Ich glaube wenn dann solle man hier wirklich über realistische/praktische Vorschläge diskutieren. Nicht aber über allgemeine Abneigungen - zumindest sollten dann realistische Vorschläge dargestellt werden wie man es anders handhaben könnte und Lösungen für die Probleme die daraus folgen aufgezeichnet werden.

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Also grad auf dem Land werden doch unzählige Wege unnötigerweise mit dem Auto zurückgelegt, statt bspw. mit dem Fahrrad. Auf dem Land ist 1km ja gefühlt 10km. In der Stadt stört es ja auch nicht groß, wenn man mal eben 3-5km mit dem Rad fährt.

Also meine Mama hat seit einem Jahr ein Ebike und fährt nahezu alle Wege nur noch mit dem Ebike statt mit dem Auto. Davor ist sie auch schon einiges mit dem Fahrrad gefahren, aber natürlich nicht so weite Wege.

Also grad auf dem Land gibt es auch enorm viel Potential, nur viele können es sich gar nicht vorstellen.

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Marked the Problem. Innerhalb der Städte geht es teilweise ja sogar. Die damals geplante Stadtbahn Rhein-Ruhr wäre wohl eine (sehr sehr teure) Lösung gewesen. Davon gibt es aber halt nur vereinzelte Teile die gebaut wurden (außer in Dortmund, die waren damals fix und haben fast alles gebaut, endet dann aber idR auch an der Stadtgrenze).

Um hier einen konkurrenzfähigen ÖPNV zu etablieren müssten wirklich radikale Änderungen erfolgen. Von Duisburg bis Dortmund sieht man äußerlich keinerlei Stadtgrenze, es sind aber 4-6 verschiedene Unternehmen für den ÖPNV zuständig. Wäre dafür, dass hier (bspw. der RVR) zentral plant/beschafft usw. aber dann verschwinden natürlich zahlreiche Posten und das wird einfach nicht passieren. Also ab auf die A 40 :)

Wo ist denn das Problem, dass es im Ruhrgebiet etliche Unternehmen gibt? Für mich als Kunden ist es doch nur interessant, dass es einen Verkehrsverbund (VRR) gibt, mit einheitlichen Preisen für das gesamte Ruhrgebiet.
In München kosten die Tickets zwischen 59.10 und 227.50 Euro. Im VRR zwischen 64 und 170 für das gesamte VRR Gebiet.
Beides ist aber deutlich von einem 365 Euro Ticket entfernt