Kontroverse Reform im Tennis: Ab dem 1. Januar 2025 wird das „Off-Court-Coaching“, das Coaching von außerhalb des Platzes, auf der ATP und WTA Tour sowie den Grand Slams erlaubt. Das teilte der Internationale Tennisverband ITF vergangene Woche mit, nachdem dies die Delegierten der Nationalverbände auf der Jahreshauptversammlung im Regelwerk verankert hatten. Kritik kommt nun von Denis Shapovalov
„Nicht nur als Tennisspieler, sondern auch als Fan dieses Sports ist es traurig, diese neue Regel für das Off-Court-Coaching zu sehen“, schrieb der frühere Wimbledon-Halbfinalist am Montag auf der Plattform „X“.
Tennis sei „etwas Besonderes“, so der 25-Jährige, „weil man da draußen alleine ist. Warum versucht ihr, die Schönheit des Spiels zu verändern?“
Was Shapovalov als Verfechter des bisherigen Coachings übel aufstößt, ist für den Weltverband hingegen ein positiver Prozess. Denn so solle die Sportart „fairer und möglicherweise unterhaltsamer“ gestaltet werden, heißt es in der Pressemitteilung vom vergangenen Donnerstag.
Von allen wichtigen Interessensgruppen sei zuvor Feedback eingeholt worden, erklärte ITF-Senior-Director Stuart Miller: „Die Spieler meinten, dass dies eine positive Entwicklung ist und die Turniere für sie interessanter macht. Die Trainer sagten, es fördere die Entwicklung der Spieler und verbessere das Ansehen ihres Berufs. Und die Schiedsrichter sagten, dass sie sich besser auf die Beobachtung des Spiels und das Treffen der richtigen Entscheidungen konzentrieren können und nicht darauf, ob ein Coach regelwidrig agiert oder nicht.“
"Kurzes und diskretes" Off-Court-Coaching
Konkret bedeutet das, dass bei Einzelwettbewerben ein Trainer zwischen den Ballwechseln im Match mit seinem Spieler kommunizieren kann - in „kurzer und diskreter“ Weise.
Während der Ballwechsel bleibt das Coaching weiter verboten, in ausführlicher Form dürfen sich Trainer und Profi einzig bei Seitenwechseln und während der Satzpausen austauschen.
Eine weitere Vorschrift: Dieser Austausch darf nur stattfinden, wenn sich die beiden auf derselben Platzhälfte befinden. Ansonsten sind zwischen Trainer und Spieler nur Handzeichen erlaubt.