Nochmal zu Adolescence:
Außergewöhnlich gute Serie mMn.
Die Oneshots sorgen natürlich dafür, dass man ziemlich schnell in das Set gesogen wird und die Spannung nicht nachlässt.
So Oneshots bieten natürlich auch viel Spielraum für das, was im Hintergrund passiert, wenn man mal nicht auf die Person, die gerade im Fokus ist, achtet.
Hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht.
Generell ist die Serie extrem emotional, ob es jetzt der Zusammenbruch von Jamie ist oder die totale Verzweiflung seiner Eltern und der Freundin des Opfers. Wo ich auch direkt bei der schauspielerischen Leistung aller Beteiligten bin. Wirklich extrem gut gespielt, es wirkte alles sehr authentisch, bis auf evtl. ein paar Dialogparts der beiden Ermittler:innen.
Dazu der ungeschönte Blick auf toxische Maskulinität und Alltags-Misogynie. Letzteres wird übrigens schon sehr gut in Folge 1 dargestellt anhand kleinerer Momente wie das Aufeinandertreffen der Eltern und des Anwalts.
Rückblickend fand ich wohl Folge 3 und 4 am stärksten. Das psychologische Gespräch war überragend und Folge 4 hat mich emotional einfach krass mitgenommen, insbesondere die Gewissensbisse des Vaters.
Die ganze Situation rund um den Mord kann man wirklich gut auf Makro- und Mikroebene im gesellschaftlichen Kontext untersuchen.
Anschließend würde ich noch sagen, dass man mit der Serie eventuell noch mehr anfangen kann, wenn man sich schon mal mit der Incel-Thematik auseinandergesetzt hat.
Wenn man da mit relativ wenig Vorwissen rangeht, könnte die Serie etwas zu dünn wirken und den Zuschauer ein Gefühl geben, als sei die Serie nicht rund abgeschlossen.
Ich finde übrigens, dass man die Serie als Spin-Off nochmal gut aus Sicht des Opfers bzw. ihrer Familie zeigen könnte.