Will an der Stelle auch mal kurz eine Lanze für den kleinen Scheisser und seine Eltern brechen (ob verdient, oder unverdient). Ich kann das logischerweise nicht beurteilen mit den Infos die wir haben, aber alles auf „schlechte Erziehung“ schieben und „der braucht eine Ansage“ ist etwas eindimensional. Ihr urteilt logischerweise auf dem Standpunkt eurer Erziehungsmuster und dem was ihr seht, was total verständlich ist. Aber das ist eben nur ein Teil der Informationen. Häufig ist ja überhaupt nicht bekannt, was schon, ohne euer Beisein, erprobt wurde und ob vielleicht einfach andere Probleme dahinterstecken, die euch, vielleicht aus Scham, nicht mitgeteilt werden. Die Kids meiner Schwester (jetzt 12 und 14), hatten damals ein ähnliches Setting. Sie pflegeleicht, er ein sozialer Grobian, der sich Aufmerksamkeit durch „Gewalt“ / auffallendes Verhalten verschafft hat. Gleiche Erziehung, zwei total unterschiedliche Kinder. Alle möglichen Therapeuten (Psycho, Kinderarzt, Ergo, Logo sogar Heilpraktiker) durchprobiert, ohne eindeutige „Diagnose“, aber am Anfang eben ein großes Schamgefühl gehabt, das andern Eltern mitzuteilen. Man will ja auch nicht, dass das eigene Kind ausgegrenzt wird und schämt sich vielleicht sogar, da man sich selbst die Schuld gibt. Manchmal kann man auch nichts dafür, da solches Verhaten auch durch Traumata (in unserem Fall: Krebs bei meiner Schwester als er 1,5-2 Jahre alt war) ausgelöst werden kann.
Kurzum: Man sieht immer nur einen ziemlich begrenzten Rahmen der Lebenswirklichkeit der Eltern und ist meist sehr schnell mit seinen Urteilen, ohne alle Informationen zu haben.
Vielleicht ist das Kind aber auch einfach „kacke“ und die Eltern haben wirklich die Erziehung verkackt. Daher würde ich es so machen wie @Schmetterling gesagt hat. Ich-Botschaften und nicht das andere Kind verantwortlich dafür machen und eigene Bedürfnisse, unabhängig des Kindes, in den Vordergrund stellen. Dafür haben alle Eltern Verständnis.
Mir war nur wichtig, eben weil ich es selbst mitbekommen habe, ein bisschen Bewusstsein zu schaffen, da es eben auch andere Gründe geben kann.