Anscheinend nicht.
Danke für die Infos @XepT
Anderes Thema und auch nicht so überraschend, da es nur eine Frage der Zeit war.
Es waren 5 Schüsse. Und das eine hat erstmal nichts mit dem anderen zu tun. Sie wussten vermutlich nicht einmal, wie viele Schüsse getroffen hatten. Und dann ist es nunmal einfach Selbstschutz, wenn der Mann ein Messer und Pfefferspray hat. Verstehe die Diskussion nicht wirklich.
Folgt man dieser Logik hätte auch 20mal geschossen werden können, weil man ja nicht sicher ist, ob man getroffen hat. Personen, die getroffen werden, bleiben in der Regel ja auch stehen.
Das der Täter laut schreit wenn er getroffen wird ist auch unwahrscheinlich.
Wir haben doch überhaupt keine Ahnung, was genau passiert ist. Woher wollt ihr denn beurteilen können, ob 5 Schüsse gerechtfertigt waren oder nicht? Genauso wenig kann man doch beurteilen, ob die Fesselung nach den Schüssen „unmenschlich“ war.
Natürlich liegt bei sowas immer der Verdacht von Rassismus nahe, dass bei einem schwarzen Tatverdächtigen schneller geschossen wird. Aber wie will man das denn aus den Nachrichten rauslesen können?
In dem Zusammenhang können wir ja auch wieder die Diskussion von vor paar Tagen mit einschalten. Hätte ein Taser den Einsatz der Schusswaffe ersetzt/obsolet gemacht? Bis es da einen abschließenden Bericht gibt tappen wir doch eh alle im Dunkeln und hauen hier eine Vermutung nach der anderen raus
WIe du schon schreibst, können wir das nicht beurteilen. Du musst halt bei dem Taser treffen. Und der hat ne Reichweite. Von den 5 Schüssen mit der Pistole, haben 3 getroffen.
Mir macht es halt Sorge, dass wir eine ganze Reihe von Fällen haben wo migrantische Mitbürger oder halt auch KEINE MITBÜRGER meinetwegen (die oftmals psychisch auffällig) von der Polizei niedergeschossen oder anderweitig ihr Leben abgegeben haben. Ich kann mich da auch nicht mit „wird schon alles korrekt gewesen sein“ beruhigen.
Unsere Polizei-Behörden haben bei NSU und Co versagt, es gibt reihenweise rechte Chatgruppen, da ist eine gesunde Skepsis doch angebracht, oder findet ihr nicht? Diese Beißreflexe, sobald man die Polizei kritisiert, sind einfach unsäglich. Eine gesunde Demokratie hält es aus, wenn die Polizeibehörden auch einer Kontrolle unterliegen. Die haben eine wahnsinnige Macht und die Rolle der Sicherheitsbehörden im 3. Reich gibt Anhaltspunkte, wie der Apparat auch missbraucht werden kann.
Und kleiner Edit: Die Kontrolle der Polizei in Deutschland wird oftmals von NGOs und Co. als unzureichend beschrieben. Ich denke wir übertreiben es da noch nicht mit Kontrolle und Aufsicht.
Unser Rechtsstaat ist heutzutage komplett anders aufgebaut. Wir haben eine ganz andere Gewaltenteilung. Selbst wenn AFD oder irgend eine andere Irre Partei an die Macht kommen würde kann diese nicht wie damals auf die Exekutive einwirken und regelrecht befehligen.
Das die Polizei kritisiert und hinterfragt werden muss bin ich bei dir. Jedoch ist mir hier die Betrachtungsweise oftmals viel zu einseitig. Die Polizei sollte grundlegend von jedem als Freund und Helfer angesehen werden. Viele haben aber ein absolut unbegründetet Feindbild, welches durch Erziehung oder falsche Wahrnehmung entstand. Bei uns zum Beispiel wurde in der Kindheit regelrecht gedroht, wenn man sich als Kind nicht benimmt wird die Polizei geholt (Das war hier wirklich gang und gebe in der boomer generation und der darauf folgenden). Es wird ein Angstbild gegenüber der Polizei aufgebaut, welches absolut nicht der Wahrheit entspricht. Unseren Eltern/Großeltern kann man es zumindest in den neuen Bundesländern nicht ganz verübeln aufgrund der in der DDR existierenden Stasi.
Es geht doch überhaupt nicht um generelle Kritik. Natürlich ist Kritik richtig und wichtig. Es geht darum, was kritisiert wird.
Einer bewaffneten Person im ungewissen Zustand und gemäß des Handbuchs zum Selbstschutz Handschellen anzulegen ist für mich allerdings keine Handlung, die man kritisieren muss.
Muss man 5 Schüssen abfeuern? Kritik gerechtfertigt.
Hat die Hautfarbe etwas damit zu tun? Kritik absolut gerechtfertigt.
Ich kann das eine doch nicht vom anderen trennen? Niemand sagt etwas dagegen, dass die Polizei prinzipiell Menschen fixieren darf. Auch nicht, dass sie Menschen fixieren darf, die verletzt sind.
Ich sehe das aber im Kontext - und kritisiere das dann: Lorenz A. wurde nach seinen Taten auf der Flucht von der Polizei gestellt und von hinten erschossen. Man hat ihn drei Mal getroffen: In den Kopf, in den Oberkörper und in die Hüfte. Ein weiterer Schuss hat ihn gestreift. Sein Messer wurde in seiner Hosentasche gefunden, nachdem er tot war.
Ich erwarte von Polizisten, dass sie solche Situationen einschätzen können. Und da frage ich mich ernsthaft, wie viel Gefahr von einem Menschen ausgeht, der mit dem Rücken zu mir gewand steht. So viel, dass ich auf ihn schießen muss? Und dann noch 5 Mal?
Und ich erwarte von einem Polizisten, dass er sich der Konsequenz seiner Handlung bewusst ist. Jemand schießt 5 Mal auf eine Person und die geht daraufhin zu Boden. Vielleicht habe ich zu viel Dr. House gesehen und Grey’s Anatomy: Aber ich bin mir fast sicher, dass von Lorenz A nach einem Schuss in den Kopf keine Gefahr mehr ausging. Und ich bin ziemlich überzeugt davon, dass man das feststellen können muss.
Und zum Thema Vertrauen in die Polizei: Das Problem sind keine Horrorgeschichten in der Kindheit. Das Problem ist, dass in solchen Fällen oft das Gefühl aufkommt, dass nicht ganz alles getan wird, um eine Aufklärung zu erhalten. 1974 hat auch genug dazu gesagt.
Finde ich schon… Über was Diskutieren wir hier nun und was ist in den medien? Genau, die Aktion in der die Polizei komplett versagt hat. Das am selben Tag die Polizei in Deutschland wahrscheinlich 100x extrem gute arbeit geleistet hat erwähnt nie jemand. Die Diskussion über die Polizei ist immer nur einseitig. Geht was schief werden die ACAB parolen rausgehauen, dass das ein ziemlich riskanter Job sein kann der vieles abverlangt wird als selbstverständlich von uns Bürohengsten hingestellt
Euch ist schon klar, dass das kein Computerspiel ist wo oben rechts „Headshot“ aufleuchten?
Davon abgesehen, dass es jetzt auf einmal nur noch 3 statt 5 Treffer waren, ist denn direkt klar wo die Schüssel getroffen haben?
Und ist denn inzwischen klar, wie lange Lorenz gefesselt war? Wenn er direkt medizinisch betreut wurde, wäre das für mich alles andere als ein Skandal (wie gesagt, die Schüssel an sich können sehr gut ein Skandal sein).
Wenn Lorenz gefesselt erstmal 2 Minuten rumlag, geht das natürlich gar nicht
Das hat für mich wenig mit einseitiger Berichterstattung zu tun oder allgemein einer einseitigen Sicht. Es ergibt schlichtweg keinen Sinn, über gute Polizeiarbeit zu diskutieren. Und die Presse ist nicht dafür da, der Polizei den Bauch zu pinseln.
Aber gerne einmal ganz offiziell: die Polizei leistet oft gute Arbeit.
Ist mir auch klar. Mir ist aber auch klar, dass ein Polizist seine Waffe nicht per Mausklick erhält. Insofern erwarte ich, dass ein Polizist sich seiner Handlung bewusst ist und nicht wild rumknallt und danach aber nicht weiß, wen oder was er getroffen hat.
Es waren nie 5 Treffer.
Laut Wiki EIntrag steht folgendes:
Nach dem Ende der Verfolgung traf Lorenz A. laut Staatsanwaltschaft in der Kurwickstraße auf eine Polizeistreife, vor der er in Richtung Achternstraße floh.[5][8] Dort begegnete er der Staatsanwaltschaft zufolge einer weiteren Streife aus zwei Polizisten, wobei er auf diese „zu und an ihnen vorbei“ gelaufen sei und hierbei erneut Reizgas versprüht habe.[8] Laut Aussage eines der Polizisten habe A. zudem in seiner Jacke gekramt, woraufhin beide ihre Dienstwaffen gezogen und A. aufgefordert hätten stehenzubleiben. Anschließend seien sowohl sein Kollege als auch A. zu Boden gegangen.[[7]](Todesfall Lorenz A. – Wikipedia)
Das könnte nun heißen, Lorenz und ein Polizeibeamter waren auf dem Boden und haben miteinander gekämpft (?) und dabei sind vom anderen Kollegen die Schüsse gefallen. Dabei ist ja auch nicht klar in welcher Reihenfolge diese gefallen sind. Vielleicht haben die ersten beiden Schüsse gar nicht getroffen, der 3. Schuss war gestreift und die anderen beiden, die letzten, waren dann in Rücken und Kopf?
Vielleicht war sich der Polizist auch überhaupt nicht sicher ob er den Täter oder den Kollegen trifft bei diesem Gerangel.
Auserdem war es dunkel und mitten in der Nacht, da war die Sicht sicherlich auch ein großes Problem da alles einwandfrei zu erkennen.
Ich mag das ehrlicherweise gar nicht interpretieren, weil ich dazu in den Quellen nichts mehr finde. Der Satz ergibt so aber für mich wenig Sinn, wenn ich den davor betrachte: Es steht, dass beide Polizisten ihre Dienstwaffe gezogen haben und Lorenz A. aufgefordert haben, stehen zu bleiben. Und dann sind ein Kollege als auch Lorenz A. zu Boden gegangen. Da… fehlt was. Irgendwie.
Aber wäre für mich nicht weniger skandalös, wenn der Polizist in einer unübersichtlichen Rangelei einfach mal auf zwei kämpfende Menschen schießt, von denen einer sein Kollege ist.
Wenn wir die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft mit rein nehmen, in der es heißt, dass Lorenz A. an zwischenzeitlich eingetroffenen weiteren Beamten vorbei lief, kann es wohl sein, dass einer dieser „Kollegen“ mit runter ging. Aber auch da könnte ich mich nur wiederholen.
Wenn die Sache aber so unklar ist und du nichts dazu findest, kannst du auch nicht zwangsweise davon ausgehen, dass der Polizist Lorenz stehend von hinten 5 Mal auf ihn geschossen hat.
Ich gehe zwangsweise davon aus, dass Lorenz A. von hinten niedergeschossen wurde, weil die Kugeln ihn von hinten getroffen haben.
Ich gehe zwangsweise davon aus, dass Lorenz A. von hinten niedergeschossen wurde, weil die Kugeln ihn von hinten getroffen haben.
Wenn die Sache aber so unklar ist und du nichts dazu findest, kannst du auch nicht zwangsweise davon ausgehen, dass der Polizist Lorenz stehend von hinten 5 Mal auf ihn geschossen hat.
Habs dir mal markiert was ich meine.
Auserdem ist doch auch nicht klar in welcher Reihenfolge ihn die Schüsse getroffen haben, keiner von uns war dabei.