Stoisch lässt Europa sich in die Mangel nehmen
Zuletzt hatte es verdächtige Flugobjekte über Schleswig-Holstein gegeben, nun liegen Meldungen vom anderen Ende des Landes vor. Wegen Drohnensichtungen sind am Flughafen in München am Donnerstagabend ab 22.18 Uhr 17 Flüge ausgefallen (die genaue Zahl war anfangs noch unklar gewesen
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Mehrere Menschen hatten von einer Drohne in der Nähe des Flughafens berichtet, hatte die Bundespolizei zuvor in der Nacht mitgeteilt. Später habe es auch Sichtungen über dem Flughafengelände gegeben. Ob es sich um eine oder mehrere Drohnen handelte, war zunächst unklar.
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Der Vorfall fällt in eine angespannte Phase: Ende September hatten mehrere Drohnen Schleswig-Holstein überflogen. Die Hintergründe der Sichtungen in Norddeutschland sind brisant. Nach SPIEGEL-Informationen gehen die Behörden dem Verdacht nach, dass die unbemannten Flieger Ende vergangener Woche gezielt wichtige Einrichtungen der kritischen Infrastruktur überflogen, um diese zu vermessen – darunter ein Kraftwerk, das Universitätsklinikum Kiel und sogar den Sitz der Landesregierung.
In einem internen Vermerk heißt es, die Landespolizei habe durch die Beobachtung der Drohnen wahrgenommen, dass diese in parallelen Bahnen flogen – offenbar, um die Einrichtungen am Boden genau zu vermessen. Die Behörden ermitteln wegen Spionageverdachts.
Am Donnerstag hatte der SPIEGEL berichtet, dass deutsche Behörden eine Spur zu einem verdächtigen Transportschiff verfolgen. Das Fahrverhalten sowie Rahmen- und Standortdaten würden nahelegen, dass die Drohnen mit dem Schiff in Verbindung stehen könnten, hieß es aus Sicherheitskreisen. Der Frachter fuhr wenige Tage nach den Vorfällen einen Hafen in Russland an