Investieren und Anlegen

problem ist nur, dass es mit weiter rechts eher noch schlechter wird.

jo das stimmt natürlich auch, aber imo sollten Parteien wie SPD & Grünen vielleicht irgendwo mal lernen, dass es sich auch lohnt den Bürgern entgegen zu kommen und eine groß angelegte Offensive, um das Thema Investieren in der Bevölkerung populärer zu machen und Kleinanlegern mit Steuervergünstigungen und höheren Freibeträgen entgegen zu kommen, wäre imo genau der richtige Schritt gewesen. Dazu halt ETF-Rente etc. und man hätte vielleicht wirklich das Potenzial aktiv dafür zu sorgen, dass die Menschen langfristig mehr Geld in der Tasche haben.

e: Bietet sich ja gerade sogar noch mehr als sonst an, da der DAX am Allzeithoch und Milliardenpaket ja durchaus Aufmerksamkeit von Leuten auf die Märkte zieht, die sich idR weniger mit dem Thema beschäftigen.

Stattdessen soll zum xten mal der Mindestlohn erhöht werden, was auf den Wohlstand im Land einfach 0,0 Einfluss hat, ja eher sogar noch disruptiv ist.

Tut man inwiefern genau? Soll nicht der Sparerpauschbetrag auch ordentlich angehoben werden ?

das ist einfach zu simpel gedacht.

du kannst nicht aus „einzelperson xy sollte in aktien investieren, weil es für sie die letzten 10-20 jahre besser gewesen wäre“ einfach so „83 millionen deutsche sollten sehr viel am aktienmarkt investieren, weil das in zukunft genau so weiter geht“ machen.

das eine ist eine persönliche entscheidung, die praktisch gar keinen einfluss auf markt und wirtschaft hat.

aber, mal angenommen, jeder im land trifft die in zukunft, dann verändert das einfach komplett das fundament für die ganze wirtschaft.

zum extrem gedacht: es kann nicht jeder nur aktionär sein, weil es dann nichts zu kaufen gibt.


ich hatte vor ein paar wochen schon geschrieben, dass die derzeitigen bewertungen nur noch mit 1929 und 2000 zu vergleichen sind. und historisch gab es da genau die gleichen artikel und expertenmeinungen, dass es über jahrzehnte nur genau so weiter gehen kann.

als wären 10% rendite (weit über dem realen wachstum der wirtschaft) oder wie viel auch immer irgendwie magisch und nicht das ergebnis von realwirtschaftlichen ereignissen und ein bisschen spekulation, die einfach irgendwann ihr limit überschreiten.

Natürlich wird es immer mal schwächere Phasen geben und nicht immer steil nach oben. Aber ist doch nun einmal Fakt, dass auf lange Sicht zB ETF solide Rendite (waren es nicht 7% im Durchschnitt?) jährlich abgeworfen hat. Natürlich brauch man da nicht denken, ich investiere heute und nächstes Jahr sind es 7% mehr. Das sagt doch auch keiner?

sorry, ich habe da so ein bisschen 2 themen zusammengewürfelt.


erstmal zum „alle müssen mehr am aktienmarkt investiert sein wegen der rente“:

das kam ja auch bei der aktienrente diskussion mit der fdp immer mal wieder auf.

das ist einer der punkte, wo (z.b. bei der fdp) der unterschied zwischen betriebswirtschaft (oder eher der wirtschaft der einzelnen person) und der gesamten volkswirtschaft nicht beachtet wird (wie auch gern beim thema staats"verschuldung" oder staatsausgaben).

vereinfacht gesagt wird auf 15 jahre rendite am aktienmarkt geschaut und gesagt „wir hätten kein problem mit der rente, wenn wir alle am aktienmarkt investiert wären“.

das stimmt für den einzelnen vielleicht auch. aber nicht für alle gleichzeitig. angenommen wir haben eine zeitmaschine und gehen die 15 jahre zurück. als gedankenspiel:

es gibt 2010 eine gesetzesänderung, die alle deutschen ermuntert, 5% mehr ihres jahreseinkommen in irgendeinen ETF zu investieren. und die machen das dann auch alle.

dann hast du hier sodom und gomorrha weil die binnennachfrage sofort um 5% einbricht.

gleichzeitig explodiert aufgrund der ETF-käufe wahrscheinlich der DAX obwohl alle unternehmen weniger gewinn prognostizieren.

keine ahnung was noch so passiert. aber die 15 jahre verlaufen nicht gleich. und die rendite ist nicht gleich. weil wir die volkswirtschaft komplett verändert haben.


über einen langen zeitraum stimmt das mit der rendite.

am ende fußt die bewertung aber auf den gewinnen der unternehmen und damit dem wachstum der wirtschaft. wenn man fast 15 jahre mit der rendite über dem realen wachstum liegt entfernt man sich mit den bewertungen immer weiter von dem, was die unternehmen tatsächlich verdienen.

gerade in den letzten jahren sehe ich so viele artikel über etfs wo mit den letzten 10 jahren und der historischen rendite argumentiert wird. meist msci world in dem der sehr hoch bewertete US markt ein enorm hohes weighting hat. die meisten sagen immerhin, dass es mal abwärts für ein paar jahre gehen kann.

aber ich glaube ich habe noch nie einen artikel gesehen, der davor warnt, dass es auch mal 20 jahre ohne reale rendite sein können. und irgendwie sowas in der dimension würden die meisten bewertungsmaßstäbe für den US-markt derzeit wohl nahe legen.

wenn das auf meinen Post bezogen ist:

natürlich bin ich mir bewusst, dass wenn nu einfach 83 Millionen Menschen in den Aktienmarkt investieren nicht alle reich werden oder den Markt outperformen. Wenn überhaupt wäre ein entsprechendes Gesetz oder eine Regelung ein kurzfristiger Stimulus für den Aktienmarkt und darüber hinaus werden die Märkte offensichtlich weiter so handeln wie sie es bislang auch getan haben. Aber: Eine solche Rente oder zumindest vereinfachte Bedingungen und Motivationen für Kleinanleger am Kapitalmarkt aktiv zu werden würden imo dennoch eher positiv als negativ aufgenommen werden.

Am Ende investiert ja sowieso nicht jeder gleich und nicht ohne Grund underperformen 90% aller Kleinanleger den Markt oder verlieren sogar Geld.

Daher denke ich, dass es eher um die Botschaft gehen sollte und man zudem Menschen, die ihre Zeit mit dem Thema verbringen eher unterstützen als vergraulen sollten - auch wenn ich hier offensichtlich sehr subjektiv argumentiere.

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Schulden müssen finanziert werden

frage an die steuercracks, ab welchem einkommen wäre das denn eine steuererhöhung?
65k für singles und 130k für paare, so grob?

Was wäre ab wann einen Steuererhöhung? Zu viele große Texte hier. Hab den Überblick verloren :smiley:

abgeltungssteuer von 25% auf 30%. so lange der eigene einkommenssteuersatz bei 25% oder darunter liegt macht das ja erstmal keinen großen unterschied, oder?

So in etwa kann man das sagen… Das vergessen halt die meisten hier(oder wissen es einfach nicht). Kannst eine günstigerprüfung mit Abgabe der Steuererklärung beantragen, da werden deine Kapitaleinkünfte deinem normalen Einkommen angerechnet und mit deinem persönlichen Steuersatz berechnet. Heißt der normale kleinanleger der da paar hundert bis meinetwegen paar tausend Euro Gewinn macht wird dadurch eher nicht höher belastet. Trifft dann halt Leute die besser verdienen.

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Wenn dein Durchschnittssteuersatz niedriger als 26,375 % (KapESt + SolZ) + ggf KiSt ist, dann bist du mit dem persönlichen Steuersatz besser dran.

Kann aber sein, dass es da wieder Konstellationen gibt, die auch dann günstiger sind, egal, ob du bei annähernd 42% bist.

//edit:

zvE = zu versteuerndes Einkommen = alle Einnahmen ./. Sämtliche abzugsfähigen Kosten (extrem simpel gehalten)

KapESt = Kapitalertragsteuer

SolZ = Solidaritätszuschlag

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ja, gerade von so sachen ob soli oder kirchensteuer da in die kalkulation einfließen hab ich nicht den blassesten schimmer, deswegen frag ich. :sweat_smile:

Mal kurz nachgeschaut.
Das ist ein zvE(!!!) für ledige Personen von rund 69.500 € bzw. bei Ehepaare dann 139.000 €

//edit: bei diesen zvE(!!!) liegen die Durchschnittsteuersätze bei 26,30%.

//edit2: das heißt, dass du 26,30% Steuern darauf abführen musst und nicht 42%!

Der Grenzsteuersatz sagt aus, mit wie viel Prozent der nächste Euro besteuert wird.

Der Durchschnittssteuersatz sagt aus, mit wie viel Prozent alles besteuert wird.

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Mach mal bitte das zve fett! Nicht das hier jemand wieder denkt 70k brutto sind nicht viel :kekw:

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Hab oben auch noch mal ein kleines „Glossar“ hinzugefügt :D

ehm, ich bin mir jetzt nicht sicher. Aber ihr müsst mit dem Grenzsteuersatz unter 25% liegen, damit ihr die Günstigerprüfung bekommt und weniger auf Kapitalerträge zahlen müsst. Der durchschnitte Steuersatz ist auf jeden Fall niedriger. Sprich (irgendwelche Zahlen), wenn ihr Durchschnitt von 22% und Grenzsteuersatz 36%, dann zahlt ihr jetzt und dann auch in Zukunft die normale Kapitalertragssteuer, weil zu hoch.

Imagine mit 70k Brutto soll man in Deutschland „reich“ sein :kekw:

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Du musst dir auf jeden Fall keine Gedanken um die Wohnungspreise und die kaputte Waschmaschine machen.