Falls das hier sonst niemand verfolgt oder mitbekommen hat: Die Pläne zur Abschaffung der einjährigen Haltefrist für Bitcoin und Kryptowerte sind so unfassbar dillentantisch und lächerlich, dass ich heulen könnte.
Anscheinend ist geplant, sämtliche digitalen Assets gleich zu behandeln und Gewinne pauschal - also auch nach Ablauf eines Jahres - mit der Abgeltungssteuer zu belegen.
Das hätte zur Folge, dass kurzfristiges Trading/Spekulation steuerlich sogar begünstigt wird (aktuell gilt da innerhalb eines Jahres der persönliche Einkommenssteuersatz), während langfristiger Vermögensaufbau von Kleinsparern bestraft wird. Und das dann im Namen der „Steuergerechtigkeit“, kannste dir alles nicht ausdenken.
Desweiteren würde es zumindest im Fall von Bitcoin verfassungsrechtlich niemals Bestand haben, da Bitcoin strukturell viel ähnlicher zu Gold als zu Wertpapierinvestments ist. Man müsste also aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes rechtlich sauber begründen, warum man Bitcoin ab sofort steuerlich anders als Gold behandeln möchte - oder halt auch Gold und andere Sachwerte strenger besteuern, was niemals durchsetzbar sein wird.
Alles in allem ein undurchdachter populistischer Schnellschuss, der vorn und hinten keinen Sinn ergibt.