Deutsche Politik

Das Thema gabs schon öfter hier.
Erst einmal wäre das eine höchst egoistische Sichtweise, die Wahlentscheidung rein davon abhängig zu machen, was anschließend im eigenen Geldbeutel bleibt.
Mit dem Argument müssten doch hier im Forum, mit verhältnismäßig vielen Gutverdienern, sehr viel mehr FDP oder auch Union wählen. Geld allein ist eben nicht das einzige Kriterium. Und es gibt sicher auch Leute, die an das Allgeneinwohl denken, nicht nur an das eigene Wohl (unabhängig davon, ob die Linke da die besten wäre, geht nur um dein Argument „ab Mittelstand müssten alle links wählen“

Und warum die Linke nicht insgesamt mehr Stimmen bekommt: Man wählt ja nicht nur das Steuer- oder Sozialprogramm der Linken, sondern das Gesamtpaket. Da gibt es eben auch viele Themen, bei denen die Linke Positionen vertritt oder vertreten hat, die viele abschrecken. Etwa der antiamerikanismus - der war vielleicht noch akzeptabel, als es gegen den Irakkrieg oder die USA als Weltpolizei ging. Nach dem Angriff von Russland ist das nicht mehr so angesagt. Dazu gehören auch die Fragen der Unterstützung der Ukraine.
Oder der antisemitismus in Teilen der Partei, gab erst heute einen Artikel im Spiegel darüber.
Oder viele andere Punkte. Die sind in Summe dann oftmals schwerwiegender als das bessere Sozialprogramm

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Ja, aber inwiefern ist das absurd? Die meisten Menschen erreichen weder 80 000 Euro noch eine Million. Trotzdem sind die Linken deshalb nicht wählbar? Das ist für mich… absurd.

ich glaube, dass du auch als „Gutverdiener“ nicht zum Klientel von FDP und Union gehörst… auch wenn man sich natürlich gerne auf einer Ebene mit Superreichen sieht.

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Solange die Linken keine Regierungsverantwortung übernehmen wollen, bleiben die Forderungen für mich absurd.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass sind nicht die entscheidenden Punkte.
Sonst würde ja niemand afd wählen.

Doch, tatsächlich ist das für mich zB ein Punkt wieso ich nicht Links wähle sondern etwas mittiger - Ukrainekrieg / Russland"nähe" und Antisemitismus.

Der Vergleich mit AfD hinkt imo, da Linkswähler moralische Verantwortung empfinden. AfD-wähler sind da eher egoistisch

Gab vor der letzten Bundestagswahl viele solcher Grafiken. Finde auf die schnelle „nur“ eine bis 70k Einkommen, aber auch da sind die Entlastungen bei fdp mit Abstand am größten.

@karlfjord ich glaube schon dass das wichtige Gründe sind. Bei der afd gibt es vielleicht noch mehr Unzufriedenheit die dazu führt, dass diese Punkte „egal“ werden. Oder eben der eigenen Überzeugung entsprechen

Joah, ist aber ja nicht so, dass sie das nicht wollen. Also sind die Forderungen legitim?

Profitierst du denn von der Sozialpolitik der Linken?

Denn darum ging es ja oben. Es wählen sehr viele Menschen konträr ihrer wirtschaftlichen Interessen.

Der Vergleich mit der afd passt eben deswegen. Die afd ist ja in den von @Monk genannten Positionen zumindest ähnlich der Linken.
Aber sozialpolitisch und wirtschaftspolitisch das komplette Gegenteil.

Den Take verstehe ich nicht. Wo hatten sie denn die realistische Chance dafür?
Als ob die Linke überhaupt irgendwo großartig Mitsprache hatten oder deren Politik umgesetzt wurden.
Außerdem ist es doch Standard, dass beinahe alle Parteien Forderungen/Vorschläge machen, die absurd sind. Weil man davon ausgehen kann, dass man in den Verhandlungen/Diskussionen sich entgegenkommt und abweichen muss von seiner Position. Einigen gelingt das besser als anderen.

Für mich ist die Linke aufgrund ihrer Ansichten zu den USA/Russland/Ukraine/NATO Innere Sicherheit und Außenpolitik unwählbar. Auch der bereits genannte antisemitismus bzw aufkeimender Isreal-Hass in Teilen der Linke ist besorgniserregend.

Ihre Sozialpolitik würde ich wahrscheinlich ohne Bedenken unterstützen, ebenso ihre Pläne zur Besteuerung von Reichen und Vermögen.

Aber wie ebenfalls bereits gesagt, wählt man ein Gesamtpaket und im Gesamtpaket ist Die Linke ein absolutes No-Go.

Ich persönlich hätte gerne eine Partei die zwischen den Grünen und der SPD steht, da es sowas nicht gibt, ist es bei mir immer eine Bauchentscheidung anhand des Kandidaten und aktuellem Programm, welche der beiden Parteien mein Kreuz bekommt.

Ich bin also einer dieser ominösen Wechselwähler.

/e RIP King Habeck :(((

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Nein, aber ich würde sie trotzdem wählen, da ich v.a. die Sozial- und Umweltpolitik als gesellschaftfördernd sehe und es imo das beste fürs Land und die Bevölkerung im Allgemeinen wäre. Daher halt links light aka Grün. ich selber würde vmtl von CDU/SPD am ehesten profitieren (wirtschaftlich)

Aber jetzt Mal eine ernste Frage hier vllt antwortet ja jemand der Ahnung hat und evtl wirklich zahlen kennt.

Wie utopisch sind denn 70k als Jahreseinkommen für einen master/Bachelor Absolventen?

Wenn ich Vollzeit arbeiten würde als Lkw Fahrer wurde ich schon 45k im Jahr bekommen.

Und ich fahre kein Fernverkehr und die Spesen sind da nicht eingerechnet.

Meine Frau ist wie ich schon Mal sagte hier in Forum die Haupt verdienerin und hat einen master in Mathematik.

Und die liegt weit über 70k im Jahr

verstehe nicht so ganz, worauf du hinaus willst bei der Frage?

Ich denke mal, er meint die 80k € und spitzensteuersatz von 50% die @Gorkinho erwähnt hat.

Und dadurch resultierend, dass 80k relativ „leicht“ erreichbar sind und somit als Messwert für die 50% Spitzensteuer als deutlich zu niedrig bemessen ist

Ah, ja… okay. Naja gut: natürlich kann man 80k erreichen. Aber statistisch gesehen sieht es eben so aus, dass das für die meisten Menschen unrealistisch ist. Daher verstehe ich halt nicht, worauf er hinaus will.

„Vielleicht erreichen das Menschen, deshalb wähle ich die nicht“ ist für mich eine komische Denke, wenn man selbst irgendwo bei <= 40k ist.

Gibt doch genug Untersuchungen dazu, dass sich Leute überschätzen und im Zweifel so wählen als wären sie ein, zwei Gehaltsklassen höher als sie tatsächlich sind.

Finde es auch komplett dumm, dass zB bei Kitagebühren das oberste Bracket irgendwo bei 120k Haushaltseinkommen ist. Gibt da mit Sicherheit einige, die da deutlich drüber sind und mehr zahlen könnten. Klar kann man damit gut Leben, aber Anteilig zahlt man irgendwie immer das Maximum…

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Gibt einen guten Vergleichsrechner:
https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/HTML/2025/Einkommensrechner/index.html

Sind aber alles Nettolöhne und je Haushalt.
Der Median (50% verdienen mehr bzw. weniger) bei Menschen mit Hochschulabschluss liegt bei 3k netto, also ca 57-58k im Jahr. 70k im Jahr entsprechen ca 3,5k netto im Monat. 63% der Akademiker verdienen weniger

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20% der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland verdienen >= 77k Brutto. Sind also nicht gerade wenige Menschen, die es betreffen würde.

aber weniger als die 80% der Menschen, die es nicht betreffen würde… oder?

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möchte nur kurz einwerfen, dass der steuersatz dann ab dem 1. euro über 80k nur für jeden euro über 80k greift und nicht für das komplette einkommen. das wird irgendwie gerne mal vergessen.

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