passend dazu:
Auch die Ost-CDU hatte stets darauf gepocht, einen aus ihren Reihen am Kabinettstisch sitzen zu haben. Nachdem bei der Bundestagswahl alle ostdeutschen Bundesländer an die AfD gegangen sind, forderten sie eine starke Ost-Stimme in Berlin. Dass Merz nun Katherina Reiche zur Wirtschaftsministerin macht, die aus Brandenburg stammt, seit vielen Jahren aber in Nordrhein-Westfalen lebt, sorgt vor allem in Sachsen-Anhalt für Ärger.
Dort hatte man gehofft, Wirtschaftsminister Sven Schulze oder sogar Ministerpräsident Reiner Haseloff nach Berlin schicken zu können, am besten ins Verkehrsministerium, in dem es dank des neuen Sondervermögens nun viel Geld zu verwalten und verteilen gibt. Das Kalkül war: Ein Gesicht aus Sachsen-Anhalt auf bundespolitischer Bühne bekannter zu machen und verstärkt auf Ostthemen zu setzen. In der Hoffnung, bei den Landtagswahlen im nächsten Jahr der immer stärker werdenden AfD etwas entgegensetzen zu können.
Aber Merz hatte mit Reiche offenbar andere Pläne. Die Attribute ostdeutsch, Frau, mit Erfahrung in der Energiebranche dürften ihm gut in seine Kabinettsplanung gepasst haben.


