Deutsche Politik

Ich kenne die Situation in Deutschland nicht gut genug, um was wirklich beurteilen. Aber: Länder wie Südkorea machen politisch alles, was sie können, und geben viel staatliches Geld aus, um die Geburtenrate hochzukriegen, trotzdem sind die Effekte sind bescheiden. Wenn man mit der Geburtenrate argumentiert, muss einem bewusst sein, dass die Politik sehr genau wissen muss, woran es überhaupt liegt.

Was nämlich nicht direkt in der Politik liegt: Die gesellschaftlichen Interessen haben sich massiv gewandelt. Die berufliche Karriere ist wichtiger, man geht später Partnerschaften ein und verbleibt weniger lange in ihnen, man möchte sich Freiheiten offen lassen… Und weil man aus diesen Gründen dann auf die perfekte Gelegenheit wartet, gibt es mittlerweile eine grosse Diskrepanz zwischen der gewünschten Anzahl Kinder und der tatsächlichen Geburtenrate. In der Schweiz ist die Geburtenrate mit 1,29 vergleichbar mit Deutschland, aber die Wunschrate der Bevölkerung liegt bei 1,84, also massiv höher. Ich kann nur vermuten, dass das in Deutschland ähnlich aussieht. Sehr gutes Interview zum Thema: Babycrash Schweiz: Experte über den entscheidenden Faktor

Ausserdem: Warum Kinder aus geschiedenen Ehen später seltener Eltern werden

Die Probleme gehen in der Regel also gesellschaftlich tief. Sicher kann die Politik punktuell mehr machen, aber es muss auch zielgerichtet auf diese Probleme sein.

4 Like

ja eben, das System basiert auf Wachstum. Das hinterfrage ich. Dass das mehr Bereiche als Rente betrifft ist mir schon klar. Mir ist es zu einfach zu sagen: Die Rente reicht nicht, kriegt mehr Kinder!!!11 (um jetzt ein Beispiel zu nennen)

1 Like

Interessantes Interview, danke dafür.

1 Like

Man sollte sich halt überlegen ob die Lösung ist es noch untattraktiver zu machen.
Es geht hier gar nicht um Wachstum bzw. unendlichem Wachstum der Bevölkerung. Es geht darum den Status Quo irgendwie aufrecht zu erhalten. Ohne eine starke junge Generation kann man das Ganze halt nicht angehen.

Wir schrumpfen (wie vermutlich alle Industrienationen) auf Dauer und durch das höhere Durschschnittsalter wird die Last sehr stark an die Jugend verteilt werden. Hier sollte man doch meinen das man Anreize schaffen sollte um die Lastverteilung zu verringern.
Sei es die bspw. beruflichen Anreize mit Familie besser umzusetzen.

Ich wage einfach mal die These das mehr Kinder das Problem zumindest etwas eindämmen und wir unsere Gesellschaft so aufrecht erhalten können wie sie ist oder sogar zu verbessern.
Das was die Politik derzeit sagt (vorallem Fritzchen Merz und Reiche) ist so abartig das man als junger Mensch ja nur zum Egoisten werden kann und sagt fuck it. Man ist ja eh zu faul und nur die Unternehmer sind Leistungsträger. Warum dann noch eine Familie gründen.

Ich persönlich sehe hier bereits die Politik am Zug. So ein Wandel in den Köpfen der Generationen dauert nunmal. Es ist ja auch nicht von jetzt auf gleich passiert das wir alle erst später Kinder kriegen wollten oder halt gar nicht. Da sind so viele Entscheidungen, vor allem in der Politik der letzten 40 Jahre getroffen worden die diesen Wandel beeinflusst haben. Warum also nichtjetzt damit starten das Ruder zumindest politisch rumzureißen?
Es war nie unattraktiver eine Famielie zu gründen als derzeit.

Im Grunde stimme ich dem Interview zu.

Eine Politik, die diejenigen unterstützt, die Kinder wollen , diese wegen äusseren Umständen aber nicht früher bekommen können. Das heisst: Familien bezahlbaren Wohnraum zusichern, jungen Menschen früh stabile Arbeitsverhältnisse ermöglichen. Je einfacher der Einstieg ins «Erwachsenenleben» gelingt, desto weniger schieben Menschen das Kinderkriegen hinaus.

Trifft es super.

1 Like

Salopp gesagt wäre dann eine (deine?) Lösung eine Verdopplung(?) von Menschen pro Generation? Das macht doch ganz neue Probleme auf wie oben geschrieben: Wohnraum, Ernährung, Klima etc.

Was soll dieses Geheule wegen Ernährung, Wohnraum und Klima? Und warum soll ich mich privat in meiner Entscheidungs gewalt einschränken wenn das augenscheinlich politische Probleme sind, die ALLE gelöst werden könnten, Wenn man nur wollte.

Wer darf denn deiner Meinung nach Kinder Kriegen? Keiner, damit wir den Planeten wieder ‚heilen‘?

Die Geburtenraten in Deutschland bzw. auch eine erhöhte Geburtenrate wird global betrachtet keinen Unterschied machen.

Die Probleme welche du siehst sind ja nicht nur oder auch mal gerne gar nicht auf Geburtenraten zurückzuführen. Ein Komplett aus dem Ruder gelaufener Wohnungsmarkt und Wohnraumknappheit sind keine folge der Geburtenrate. Hier funktioniert „der Markt“ einfach nicht mehr und es findet seit Jahrzehnten eine Konzentration von Wohnraum nachfrage in Städten und Ballungsgebieten statt. Deswegen ist der Markt dort sehr überheizt während in anderen Landstrichen ein Haus quasi nichts mehr kostet. Was aber auch wieder vielfältige Gründe hat.

1 Like

Jeder kann Kinder kriegen wie er will. Wir diskutieren darüber, ob die Politik dies fördern sollte oder nicht, das solltest du schon verstehen bevor du hier direkt so einsteigst

Was gibt es da zu diskutieren?

ob die Politik dies fördern sollte oder nicht

habs dir mal markiert.

Sry, aber wenn du bei der aktuellen Nachrichten und Sachlage darüber diskutieren musst, kannste direkt Merz’ neuen Slogan für dich nutzen.

Finde die Bedingungen, in DE ein Kind zu bekommen, tbh recht gut und kann mir daher nicht vorstellen, dass die Geburtenrate signifikant steigt, wenn man jetzt noch ein paar Parameter schraubt.

Um 25% gesteigen seit 2020, wenn ich es korrekt sehe. Finde den Absolutbetrag von 259Euro pro Kind nun auch gar nicht so unerheblich.

Ist das so? Hängt doch recht stark vom Bundesland ab, wenn ich es richtig erinnere. In Hamburg z.B. erschienen mir die Kita-Kosten mit Rund 200Euro/Monat eher gering. Seit diesem Jahr sind 5 Betreuungsstunden / Tag sogar gratis.

Nun, dafür hat man das Privileg als Elternpaar 14 Monate Freiheit unter sich aufzuteilen. Dass das nicht gratis kommt (-> das Elterngeld gedeckelt ist), finde ich okay.

Da der Vergleich mit Schweiz schon kam

Und in CH sind die Bedingungen schon gravierend schlechter: Kita ist geisteskrank teuer. Elterngeld („Familienzulage“ in CH) beträgt 200CHF/Monat/Kind. Elternzeit existiert nicht (als Mutter hat man 14 Wochen nach der Geburt, als Mann 2 xd), …

3 Like

Was bist’n so?

1 Like

Nur mal ganz grob überschlagen.

Zusatzkosten Kind:

  • 250 Euro pro Monat für Essen, Kleidung, Hygiene, Kinderwagen etc.
  • 250 Euro Kita
  • 150 Euro, weil i.d.R. eine größere Wohnung benötigt wird
  • 250 Euro Kindergeld

Zusatzbelastung pro Monat: ca. 400 Euro netto pro Monat - und das sollte schon sehr konservativ gerechnet sein. Kann ggf. der ein oder andere aus dem realen Leben bestätigen/korrigieren.

Beim Elterngeld halte ich einen Höchstbetrag von 1.800 Euro pro Monat für sehr wenig.

Ich glaube kaum jemand will eine Förderung, dass sich unsere Bevölkerung pro Generation verdoppelt.
Alles bezieht sich eher darauf, den Status Quo zu halten, dass wir nicht ganz so stark schrumpfen sondern die Bevölkerung weitgehend stabil bleibt.
Es geht nicht um „Wachstum“

Und dann gibt es erst einmal auch keine zusätzlichen Probleme wegen der Ernährung, Wohnraum etc

2 Like

Und 250 € sind je nach Stadt und Einkommen bei der Kita sogar noch günstig. 1800 € dann auch „nur“ bei einem Jahr. Ein Traum jeder Eltern sein Kind schon im zweiten Lebensjahr in die Kita geben zu müssen.

Und die Kosten soll der Staat tragen? Niemand ist gezwungen, Kinder zu bekommen. Das ist eine rein egoistische Entscheidung, die man selbst verantworten muss.

Ist dem so?

Wer zahlt später deine Rente?
Wer zahlt dafür, wenn du plötzlich chronisch krank wirst und nicht mehr arbeiten kannst?

1 Like

Gibt extrem viele Bereiche in denen die Kosten der Staat trägt, dass du Autofahren kannst beispielsweise. Gab in den letzten Jahren schöne Berechnungen dazu wie viel ein Autofahrer subventioniert wird, müsste dieser auch für die Nutzung und Folgen aufkommen.

Der Staat hat durchaus ein Interesse an einer mindestens stabilen Bevölkerung. Natürlich ist es eine persönliche Entscheidung, dennoch mit weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen. Nicht umsonst, ist dies ein großes Problem nahezu aller Industrieländer. Ich will nun gar nicht wieder auf notwendigen Wachstum zum Zweck des Überschusses, etc. eingehen aber irgendwer muss das halt auch erwirtschaften.

1 Like

Das ist ja die Frage, um die es hier geht. Ist das rein egoistisch oder sollte dem Staat daran gelegen sein, dass es Nachwuchs gibt?