Deutsche Politik

Bei Zucker wäre das schon sehr hilfreich weil es ja auch so krass süchtig macht.

Und dann besteuern wir Nüsse? Im Vergleich zu „Kalorien“ benötigt der Mensch keinen zugesetzten Zucker, um zu überleben.

Ich denke, Lauterbach schielt bei seinen Aussagen auf z.B. UK, wo es seit geraumer Zeit eine „Zuckersteuer“ gibt, die wohl vielversprechende Ergebnisse liefert.

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der Zuckerkonsum bei Kindern ist stark zurückgegangen (teilweise halbiert), und die Steuer motiviert Hersteller zu gesünderen Rezepturen, wobei die Regierung die Steuer nun auf weitere Produkte wie Milchmixgetränke ausweitet. Ab 2028 wird die Steuer auf gezuckerte Milchmischgetränke (wie Milchshakes, aromatisierte Milch) ausgeweitet, um weitere Kalorien einzusparen.

ist deutlich besser geworden :D

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Eine Zuckersteuer ist sozial sehr ungerecht. Geringere Einkommen geben prozentual mehr für Lebensmittel aus, eine fixe Erhöhung würde sie also deutlich stärker treffen. Und es gibt eine Korrelation zwischen niedrigem Einkommen und Zuckerkonsum. Allein deswegen finde ich das nicht den richtigen Weg.

Und ich finde, dass jeder mit seinem eigenen Körper machen können sollte, was er will, ohne dass der Staat versucht etwas daran zu ändern. Egal ob Zucker, Alkohol/Drogen. Ob sich jemand nur von Fastfood mit Zero Getränken ernährt. Ob jemand keinen oder exzessiven Sport treibt. Oder viele andere Dinge, viele Hobbys haben ja gesundheitliche Risiken, die die Allgemeinheit trägt. Das können wir als Gesellschaft aushalten.

Etwas anderes ist es, wenn auch andere geschädigt werden: Passivrauchen, Alkohol oder Drogen im Straßenverkehr oder auch ein zu hoher co2 Verbrauch durch Fleisch, das könnte man versuchen zu steuern. Aber Zucker schädigt ja ausschließlich einen selbst

Zum ersten Absatz: soweit ich das verstehe, sorgt die Zuckersteuer in UK dafür, dass weniger zuckerhaltige Lebensmittel im Umlauf sind. Ob die dann auch teurer werden, weiß ich nicht. Aber gehen wir davon aus, dass einfach Zucker reduziert wird, ist es ja nichts… schlimmes.

Aber auch davon abgesehen ist Zucker halt kein Grundnahrungsmittel. Insofern?

Zum zweiten Absatz: das Problem ist, dass wir alle das System finanzieren, das den entstandenen Schaden dann reparieren muss. Eine Steuer sagt erstmal nicht, dass du etwas nicht mehr darfst, sondern nur, dass du dich eben entsprechend an der Rechnung beteiligst.

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Finde nicht, dass jeder mit seinem Körper anstellen kann was er will, solange es sozialversicherungen gibt und andere dann für die folgen aufkommen. Wenn man so etwas an entsprechend erhöhte KK Beiträge knüpft, ist das was anderes.

Naja, die Steuer erhöht natürlich schon den Preis für zuckerhaltige Getränke, außer es ist möglich den Zuckeranteil unter den Grenzwert zu drücken. Was nicht immer gemacht wurde, zB bei Cola nicht. Ob das etwas „schlimmes“ ist, hängt davon ab, ob sich geschmacklich etwas ändert.
Grade beim Beispiel Cola gibt es ja schon ewig Light oder Zero - trotzdem wird nach wie vor auch normale Cola gekauft.

Und klar, einen finanziellen „Schaden“ gibt es schon. Aber das ist eben der Sinn der allgemeinen Krankenversicherung, wir haben einen Ausgleich im Kollektiv und zahlen nicht unseren persönlichen Risikobeitrag.
Zumal es ja viele weitere Faktoren gibt: Wer gar keinen Sport treibt und sich kaum bewegt, „schädigt“ genauso das Gesundheitssystem. Bis hin zu vielen Hobbys. Selbst im kleinen: wer sich Tattoos stechen lässt, hat eine Gefahr auf Komplikationen und erhöht die Kosten für die Allgemeinheit.
Wo fangen wir an und wo hören wir auf mit den individuellen Kosten?

schwierig, da eine Grenze zu ziehen. Wer kann da festlegen, was jemand tun darf und was nicht? Prinzipiell bin ich aber auch der Meinung, dass es einen deutlich zu lockeren Umgang z.B. mit Rauchern gibt.

Keine Ahnung wie eine perfekte Lösung aussieht ehrlich gesagt. Am besten natürlich was wissenschaftlich fundiertes aber da höre ich jetztschon alle lebensmittellobbyisten schnaubend ausatmen.
Dann halt doch private für alle, dann regelt sich das von selbst :mond:

es bestimmt doch niemand, was die leute tun und lassen sollen. es werden nur per steuer kosten umgelegt.

komischerweise lese ich nur davon, dass so etwas die allgemeinheit schon irgendwie auch ohne sondersteuer tragen kann, wenn die profite einer großen industrie, hier der lebensmittelindustrie, bedroht werden…

da, wo es sich lohnt. informierte abwägungen zu machen ist kern von politik. der zusammenhang zwischen zucker und krankheiten ist klar und das thema ist groß genug, dass sich der verwaltungsaufwand lohnt.


scheint in GB ein großer erfolg zu sein. meiner meinung nach ein no-brainer.

durch so eine steuer werden kosten zielgenauer auf die verursacher umgelegt, sozusagen die falschen marktanreize, einerseits, dass kinder und oft auch deren eltern nicht 40 jahre in die zukunft denken und andererseits allgemein des „sozialnetzes“, verringert und das thema ist groß genug, dass es sich lohnt. das sollte eigentlich besonders von den parteien, die ständig nach dem markt und eigenverantwortung schreien, abgefeiert werden, wie keine zweite idee.

außer natürlich, das ist einem in wirklichkeit alles egal und es geht nur um industrieinteressen…

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Es ist also schlimm, wenn Cola anders schmeckt als vorher? Es geht bei der Besteuerung nicht um Äpfel oder sonst irgendwas, sondern um Lebensmittel mit viel zugesetztem Zucker. Wenn die einem dann nicht mehr schmecken, ist das zwar schade, aber nicht „schlimm“.

Es gibt aber eben auch Menschen, die keinen Sport treiben KÖNNEN. Mir ist dagegen nicht bekannt, dass es Menschen gibt, die krass gesüßte Lebensmittel essen müssen und da dann aktiv benachteiligt würden. Bei Sport ist es außerdem so, dass man Sport treibende Menschen oft unterstützt. Also anders Anreize gibt. Insofern gibts da ja auch schon einen ungleichen Umgang.

Ich verstehe die „Kritik“ dieser Art irgendwie nicht. Wie bolo schon sagte: grundsätzlich sollte man da ansetzen, wo es sich lohnt.

Jetzt kann man natürlich jedes klitzekleine Gesundheitsrisiko aufzählen. Aber wo ist da das Argument? Weil man kleinere Risiken (Tattoos) nicht besteuert, sollte man eines der größten Risiken (Zucker) auch nicht besteuern?

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Mich würde die Steuer eh quasi nicht betreffen, für mich wäre das nicht weiter schlimm. Aber ich denke mal jeder wird wissen, dass eine zuckerfreie Cola gesünder ist als eine normale, auch heute schon. Trotzdem greifen viele zur normalen, wegen des Geschmacks. Ob das jetzt „schlimm“ wäre, wenn sich der Geschmack der „normalen“ Getränke ändern würde, entscheidet jeder für sich.

Ich finde das nur relativ ungerecht, weil es eben viele, meist teure, Hobbys gibt, die auch verhältnismäßig hohe Kosten verursachen (sowas wie Skifahren, Reiten…) und bei denen die Allgemeinheit aufkommt, während es bei Zucker auf die Verursacher umgelegt werden soll.
Sonstige ungesunde Ernährung oder Lebensweise soll ja auch nicht besteuert werden.

@bolo es wäre toll, wenn man über solche Themen diskutieren könnte ohne dass daraus direkt wieder ein angebliches politisches Problem von FDP/CDU wird… Vor allem, wenn die aktuelle Forderung von Günther (CDU) kommt, die von Rainer (CDU) abgelehnt wurde und Schwerdtner (Linke) ebenfalls dagegen ist…

ich habe gar keine parteien genannt. aber ja, wenn besagte parteien ihre positionen ernst meinen, müssten sie ein gesetz wie dieses geschlossen abfeiern wie kaum ein zweites.

es ist mir nun ziemlich egal, was irgendjemand aus einer partei, die noch nie irgendeine regierungsverantwortung auf bundesebene hatte, darüber denkt.

hast du da zahlen? weil ich vermute einfach mal, dass das komplett wahnwitzig kleinere größenordnungen im vergleich zu übergewicht und diabetes sind.

davon ab, dass die als sportarten auch noch tatsächlich positive effekte haben.

wir besteuern z.B. zigaretten und alkohol.

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Ok sorry, ich wollte dir natürlich nichts unterstellen. Dann nehme ich das zurück :slight_smile: Welche Parteien hast du denn gemeint mit „Parteien, die nach Markt- und Eigenverantwortung schreien“?

alle, die das halt regelmäßig tun. unter anderem betrifft das wohl die zwei von dir genannten.

mal als vergleich:
vor ein paar monaten kam wieder die debatte über eine praxisgebühr auf. die ist auch ein versuch, kosten im gesundheitssystem auf die konkreten verursacher umzulegen. aber von aufwand, ertrag und sinnhaftigkeit wahrscheinlich um welten sinnloser, als eine zuckersteuer.

ehrlicherweise ist die diskussion jetzt wieder eingeschlafen. aber für die zukunft kann z.B. niemand praxisgebühr aber keine zuckersteuer fordern. das wäre komplette willkür.

Das sind doch wieder so Hobbies mit komplett vernachlässigbaren Zahlen? Also auch davon abgesehen, dass Ski fahren mal mit nem gebrochenen Bein endet und man mit Diabetes halt forever durch die Gegend rennt im worst case.

So als Google-Beispiele: jährlich verletzen sich ca 40 000 Leute beim Ski fahren, aber es erkranken > 400 000 Leute an Diabetes Typ 2.

Wir besteuern zb Raucher? Und Alkohol? Also auch hier: überall da, wo es praktikabel ist.

Again: Ich verstehe das Rosinenpicken geht so.

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joar gibt ja nciht wenige stimmen, die das schon lange fordern. wenig überraschend. verstehe nicht, warum nicht shcon seit jahren eine zuckersteuer in deutschland haben.

wie im anderen thread zu den leistungen der KK. deutschland bekämpft halt keine ursachen, um z.b. KK kosten zu reduzieren, sondern reduziert einfach leistungen/erhöht beiträge. 5head.

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Ich gehe natürlich davon aus, dass Rohkost so oder so von solchen Abgaben ausgenommen ist …

Es ist einfach eine Quatsch Idee. Reis, Kartoffeln, Fleisch, Olivenöl. Sieh dir mal die Nährwerte an und dann überleg nochmal, ob eine kcal Steuer sinnvoll ist. Mal abgesehen davon, dass unterschiedliche Körper eine unterschiedliche Menge an Kalorien benötigen.

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Dazu kommt, dass die wenigsten einfach so mal eben Ski fahren und ansonsten das restliche Jahr fett auf der Couch hocken. Um den Skiurlaub genießen zu können benötigt man eine gewisse Grundfitness, an der man die übrigen Wochen im Jahr arbeitet.