aber ist wirklich krass, wie schnell man dann doch wieder in der tristesse ankommt, wenn man mal paar tage dort ist. und mal wirklich drüber nachdenkt, was man früher eigentlich so alles erlebt hat.
ich war schon immer links unterwegs, persönlich und später mit band noch viel öffentlicher. da hattest du bei jedem konzert im hinterkopf, dass da auch gerne mal 20-30 gewaltbereite nazis auftauchen können, wenn du vorher den kleinen bruder im thor steinar shirt aus dem konzertraum geschmissen hast. gemacht haben wir es trotzdem.
aber es ging ja schon bei viel banaleren sachen los, als mit der politischen einstellung.
wenn du so ziemlich als einziger/erster mit slim-fit jeans und band-shirt mit rosa aufdruck auf dem skateboard durch die stadt gefahren bist, war es schon komplett vorbei. oder wenn man mit dem grünen diamant-fahrrad der oma rumgefahren ist. da durftest du dir dann überall kommentare anhören.
mir war es damals (und ist es heute noch) egal, aber wenn man wirklich mal darüber nachdenkt, war es schon echt heftig, was man mit 12-18 alles mitgemacht hat.
mein freundeskreis hatte auch das „glück“, dass wir in der schulzeit mit einem typen befreundet waren der dann später ein relativ hoher kader in der örtlichen rechten szene wurde. das hat uns mehr oder weniger vor krassen (aka körperlichen) aktionen gerettet.

