Das „ad hominem“ war auf dein Abschlusswort „Realsatire.“ bezogen.
Ein argumentum ad verecundiam sehe ich in meinem Post nicht.
Mir ging es nur darum, dass du mir erklärt hast, die erste Forderung der Hamas sei hinfällig. Brauchst du nicht machen, da ich solch simplen Schlussfolgerungen tatsächlich selbst ziehen kann. Aber ich bin, wie in meinem Post erwähnt, auch kein selbsternannter Experte. Wäre ziemlich doof von mir, mein vermeintlich bewusstes „Autoritätsargument“ zu entschärfen oder?
Ich sage ja auch nicht, dass deine Quellen falsch sind, sondern dass die jeweiligen zitierten Personen halt alle eine eigene bestimmte politische Agenda fahren. Das betrifft sowohl Rubinstein als auch die Hamas, die IDF oder sonstige Vermittlerstaaten.
Es existiert keine (öffentlich zugängliche) Quelle, die bestätigt oder dokumentiert, dass es ein Angebot (zivile Geiseln vs Nicht-Invasion IDF) von den Hamas gab. Ausser das Interview von Rubinstein.
Die Aussage konnte bis jetzt kein Vermittler wie z.B. Katar oder Ägypten, bestätigen.
Es war die Rede von Teilfreilassungen gegen bestimmte Bedingungen, was ich bereits vorher nicht abgestritten habe. Ich habe dir im vorherigen Post auch gerne das Zitat vom Emir von Katar rausgesucht. Du hattest den Artikel anscheinend gar nicht gelesen, den du hier als Quelle angegeben hast. Dort ging es auf jeden Fall um „some hostages in exchange for a pause in air strikes“. Some, nicht alle. Also haben wir hier einen Widerspruch.
Meine erste Reaktion hier auf deinen Post bezog sich ausschließlich auf Rubinstein und inkludierte auch nur meine Einordnung, warum die Aussage von Rubinstein nicht so stimmt, wie er es suggeriert hat, also alle zivilen Geiseln dafür, dass die IDF nicht in Gaza einmarschiert.
Daraufhin kommt von dir der Link zum Atlantic-Artikel, bei dem Emir angeblich die Aussage von Rubinstein bestätigt. ← Stimmt so nicht, weil der Emir von Katar von „some hostages“ sprach. Ein signifikanter Unterschied zu ALL hostages.
Den Atlantic-Artikel nutzt du doch, um dein Argument bzw. das Narrativ von Rubinstein zu bestätigen oder nicht? Hier wird dann halt eine konkrete Behauptung zu nem generalisierendem Muster. Also existierte das Angebot, welches Rubinstein nannte, anscheinend doch nicht. Plötzlich geht es dir darum, dass die Hamas grundsätzlich zu Freilassungen bereit wäre, jedoch Israel hier blockierte.
Dann postest du den Artikel von „ynetglobal“ vom 28. Oktober 2023. In dem wird dann Sinwar, der Chef einer Terrororganisation, zitiert mit der Aussage „alle israelischen Geiseln gegen alle Palestinian-Geiseln (inkl. Soldaten)“. Klar, die Bodenoffensive der IDF war schon im vollen Gange, aber die Bedingungen der Hamas wurden immer softer, umso schwächer man wurde.
Dennoch ist es im Grunde ein völlig anderes Angebot und bestätigt doch ebenfalls nicht die Aussage von Rubinstein, unabhängig vom Zeitraum. Dazu lag den Israelis nie ein Angebot auf dem Tisch, stattdessen hat Sinwar lediglich öffentlichwirksame Statements und Parolen rausgehauen. Statements sind nicht das gleiche wie geheim diplomatisch verhandelte Angebote.
Dazu ist es halt auch klassische Kriegspropaganda.
Zu dieser Sache kann ich dir kaum ne Quelle liefern, dafür müsste man sich halt auch mal generell mit dem Thema „Kriegspropaganda“ und Kriegsrhetorik auseinandersetzen.
Die IDF ordnete übrigens am 21. Oktober selbst eine ähnliche Aussage von Abu Ubaida, ehemaliger Sprecher der Hamas, ebenfalls als „Propaganda“ ein, siehe dazu diesen Artikel.
Die Einordnung von der IDF könnten wir ebenfalls als Kriegspropaganda einordnen.
Also: solche öffentlichen Statements, egal von welcher Seite, sind strategisch platzierte Statements zur Mobilisierung und zur Beeinflussung der Wahrnehmung und dementsprechend keine belastbaren diplomatischen Dokumente.
Am 08.10. war die Bodenoffensive von der IDF schon beschlossene Sache, zudem gab es noch keine funktionierenden diplomatischen Kanäle zu Hamas in diesen 48 Stunden, über die man irgendwelche Deals hätte abschließen können. Die Vermittler Ägypten und Katar sind erst Tage später aktiv geworden, siehe dazu Washington Post.
Du nennst mehrere lose verwandte Quellen, um halt ein bestimmtes Muster zu erzeugen, das ersetzt aber halt keine Beweiskette.
Deine Einschätzung klingt für dich halt plausibel, was auch in Ordnung ist, aber sie ist einfach nicht belegt. Im Grunde sagst du ja damit, dass die Hamas zur Deeskalation bereit waren, Israel aber nicht. Dir ging es nicht um die von der Hamas gestellten Bedingungen, aber du gibst Israel die Schuld, dass sie nicht deeskalieren wollten.
Die Angebote der Hamas waren anscheinend ziemlich lächerlich. Also gefangene Terroristen im Tausch gegen zivile Geiseln ist schon ziemlich schwierig meiner Meinung nach.
Welcher Staat lässt sich denn bitte nach einem Anschlag auf sein Volk damit abspeisen, dass man angeblich alle zivilen Geiseln ein oder zwei Tage nach dem Anschlag bekommt, dafür aber bitte bitte nicht den Aggressor attackiert?
Dazu waren diese geforderten Waffenruhen seitens der Hamas doch auch nur rein strategisch, um sich wieder ordnen und einigermaßen stabilisieren zu können. Die scheißen doch auf das Volk in Westbank. Denen ging es ganz sicher nicht primär um die Hilfs- und Lebensmittel des palästinensischen Volkes.
Die von dir genannten Quellen bzw. die Zitate sind halt alle widersprüchlich, mehr wollte ich nicht verdeutlichen. Willkommen im Krieg.
Das war der Post worum es mir hier ging. Wozu dieser Post, wenn du danach noch ganz andere Artikel postest, die in einem anderen Zeitraum liegen und von einem anderen Zeitraum sprechen? 14 Tage können während eines Krieges echt lang sein.