Naja hier ging es doch um das „Argument“ bzw. die Verschwörungstheorie, der Text wäre irgendwie aus dem Russischen übersetzt worden. Das hatte ich in diversen Kommentaren gesehen gehabt. Dort würde ja „Vans“ statt „Vance“ stehen.
Abgesehen davon, dass es halt die bekannte Schuhmarke „Vans“ gibt, hat diese Theorie halt keinerlei Basis. Es müsste dann „Vens“ heißen
Vance, Vans, Vens und Giffay
Die Argumente, die für diese Mutmaßung angeführt werden, sind jedoch äußerst schwach. Teilweise zeugen sie auch von mangelnder Kenntnis des Russischen. So wird als Auffälligkeit angeführt, dass in dem auf der linksextremen Plattform Indymedia veröffentlichten Schreiben Namen falsch geschrieben werden. So wird der US-Vizepräsident JD Vance als Vans bezeichnet. Dieser Fehler wird als Rückübertragung aus der kyrillischen Schrift dargestellt. Aber das ist nicht plausibel.
Fremdsprachige Eigennamen werden in Russland so ins Kyrillische übertragen, dass die Schreibweise möglichst nahe an der originalen Aussprache liegt. Die Rückübertragung der in den russischen Medien gebräuchlichen Schreibweise für Vance in die lateinische Schrift wäre daher Vens. Wenig plausibel ist eine russische Spur auch bei dem zweimal als „Giffay“ falsch und einmal richtig geschriebenen Namen der Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. Die Fehler in Rechtschreibung und Grammatik sowie die vielen ungelenken Formulierungen bieten ebenfalls keine Hinweise auf einen russischen Urtext.
Stromausfall in Berlin: Steckt Russland hinter dem Anschlag? | FAZ