Du musst da schon ein bisschen Verständnis haben. Das kommt jetzt ja doch recht unerwartet, dass die Sozialkosten explodieren bei einer älter werdenen Bevölkerung. Ich meine, der demographische Wandel ist ein relativ neues Phänomen, auf das man sich keinesfalls einstellen konnte. Gerade bei den Pflege- und Rentenkassen konnte man wirklich nicht absehen, dass es zu einer Kostenexplosion kommen wird und man eventuell tiefgreifende Reformen anstoßen hätte müssen, und zwar schon vor mindestens 10 Jahren. Es gab dazu weder Hochrechnungen, noch Alternativmodelle. Vorebreitung war daher schwierig. Also was sollen die Regierungsparteien denn jetzt bitte machen, statt den Pflegegrad 1 zu streichen? Ich meine, dass der eingeführt wurde mit dem Pflegestärkungsgesetz 2018, war ja eh schon ein riesiger Quatsch. Demenzerkrankte Menschen können doch mit Pflegegrad 1 noch alles, zumindest was die Körperpflege angeht. Klar, sie sind ein bisschen verwirrt, oder laufen vielleicht mal weg, aber dann müssen die Angehörigen halt mal öfters vorbeischauen und sie solange einschließen. Denke schon, dass man da gut dran sparen könnte. Und wer weit von zuhause weg wohnt, der holt sich eben eine Pflegekraft aus Polen, die haben ja keine demografischen Probleme wie wir, und deren Wirtschaft ist ja in den letzten Jahren auch überhaupt nicht am wachsen, so dass viele Leute wieder zurückgehen würde. Glück für uns. Und falls da der Geldbeutel nicht gut genug gefüllt dafür ist, dann muss man als Familie halt mal wieder richtig ranklotzen und ein bisschen mehr Geld ranschaffen. Nicht dieser Firlefranz von 4 Tage Woche. Warum nicht auch mal 6 Tage arbeiten? Oder die Tagesarbeitszeit abschaffen und eine Wochenarbeitszeit draus machen? Und wer dafür zu faul ist, soll eben einfach mal ein bisschen mehr nach seinen Eltern schauen. Die Jungen haben eh schon alle kein Zivi oder Bund mehr gemacht, das tut denen also ganz gut. Mal ein bisschen dem Staat Arbeit abnehmen, um die Gemeinschaft zu entlasten. Aber natürlich wird es auch wieder linke Spinner geben, welche die Überreichen mehr besteuern wollen. Ist halt Neid. Ich mein die obersten 1% haben sich es verdient, 33% des Vermögens in Deutschland zu besitzen. Das kam durch harte Arbeit und ein bisschen Erben zu Stande. Nichts, was unfair wäre. Wir leben schließlich in einer Leistungsgesellschaft, oder?