Update!
TLDR:
- BC-Game Gespräche sind im Sand verlaufen
- Bewerbung bei NaVi hat nichts ergeben
- Vermehrter Fokus des Angebots auf Founder und C-Level bei Startups
- Neue Website für alternative Geschäftssparte: https://skilltree-coaching.de/
Hello zusammen!
Nachdem ich bereits im letzten Post angemerkt habe, dass mein Geschäftsfeld eventuell shifted, ist genau das jetzt passiert. Aber vielleicht chronologisch.
BC-Game:
Durch eine Empfehlung kam ich vor Fertigstellung des BC-Game LU mit Ako, dem Owner von BC-Game, in Kontakt. Sie waren auf der Suche nach einem Performance- und Mental-Coach und ich wurde ihnen empfohlen. Ich wurde relativ schnell an eine Person verwiesen, mit der ich weiteres besprechen sollte. Die gute Dame war aber weder irgendwo auf der Seite von BC-Game gelistet, noch ergaben meine Recherchen irgendwas. Die ganze Kommunikation fand per Discord statt und der Antwortrhythmus war eher so im 7-Tage Takt, statt straight forward. Nachdem der Prozess sehr schleppend verlaufen ist, sollte ich dann letztendlich in eine Gruppe mit dem Teammanager und den neuen IGL hinzugefügt werden. Das ist leider nie passiert. Da sich das mir präsentierte LU mehrfach geändert hat (z.B. war ursprünglich CYPHER geplant), mir aus anderen Quellen von der Orga abgeraten wurde und die Kommunikation leider überhaupt nicht professionell verlief, hab ich mich dazu entschieden da keine weitere Energie mehr reinzuinvestieren. Die Arbeit die ich mache braucht verlässliche Strukturen. Selbst wenn ich genommen worden wäre, hätte sich die ganze Sache also wahrscheinlich ziemlich schwierig gestaltet.
NAVI:
Navi hat per X (Twitter) nach einem neuen Mental- und Performance-Coach gesucht, was mich um ehrlich zu sein gewunder hat. Meistens werden diese Stellen über Kontakt unter der Hand vermittelt und nicht über öffentliche Gesuche. Kurzfassung: Habe mich beworben und wurde nicht genommen. Hier gibt es eigentlich nicht sonderlich viel zu berichten. Ich liste das hier nur auf, da ich auf einen Umstand aufmerksam machen will, der im E-Sport vorherrscht - Mental- und Performance-Coaches müssen, wenn sie ihre Arbeit richtig machen, nicht in Vollzeit bei einem Team beschäftigt werden. Leider ist dieser Umstand noch einhellige Meinung bei Organisationen - gepushed durch Mental- und Performance-Coaches die ein Interesse an einer Vollzeitbeschäftigung haben. Da ich auf diesem Feld durch meine andere Vollzeittätigkeit nicht konkurrieren kann, sieht es momenta schwer für mich im E-Sport aus. Wenn man es „böse“ ausdrücken will, könnte man sagen, dass es für meinen Angebot im Moment keinen Markt gibt. Zu teuer/professionell für alles unter T3 und zu wenig Zeit für T1/T2, weil die sich fulltime erhoffen. Aus dem Grund, kommt gerade auch der Shift zum Gründer-Coach zu stande.
Gründer-Coaching:
Nachdem ich mehr durch Zufall, siehe letzter Post, in die Bubble reingestolpert bin, merke ich immer mehr, dass Profi-Esportler und Gründer ähnliche Probleme haben. Während in großen Unternehmen Struktur (hoffentlich) besteht, geht es im Founder-Business ähnlich wild zu wie im Profi-Esport: Durchgehende Belastung, große Egos, wenig Strukturen, schnell wechselnde Teams, Falsche Erwartungshaltungen an sich selbst und das Team, unausgesprochene Konflikte, falsche Feedbackmethoden, generell eine nicht mehr zeitgemäße oder unprofessionelle Führungsstruktur… you name it. Der Unterschied zur E-Sport Bubble ist, dass diese Leute vermehrt den Wert von Coachings erkennen und auch bereit sind dafür zu zahlen. Sogar deutlich mehr als im E-Sport Kontext. Genauso wichtig wie im E-Sport ist hier aber auch das Netzwerk. Coaches gibt es wie Sand am Meer. Leider auch meistens schlechte Coaches, die auf den schnellen Moneygrab aus sind. Ich hab mir daher einen anderen Ansatz, in Anbetracht des Coaching-Marktes, ausgedacht.
Der Ansatz:
Jeder anständige Coach macht zu Beginn des Coaching-Prozesses eine Anamnese. Es wird die Situation erfragt, Dinge analysiert, Probleme erötert und Zielfelder festgelegt. Allerdings basiert jegliche Bewertung auf dem, was der Zucoachende erzählt. Erzählungen sind immer subjektiv und auch eingefärbt. Gerade bei Themen wie Kommunikation, Leadership und eigentlich allem anderen, bekommt man bei diesem Prozess immer nur eine Perspektive mit der man dann arbeiten muss. Häufig ist es aber besser sich selbst ein Bild zu machen. Im E-Sport gehört das zum Standardrepertoire. Du begleitest ein Team mehrere Tage beim Training, schaust dir verschiedenste Felder an, um dann in der VOD-Analyse deinen Senf dazu geben zu können. Sowas gibt es, im Coaching-Bereich, in anderen Teilen der Wirtschaft aber scheinbar allerdings eher wenig. Genau deshalb hab ich das bei meinem letzten Kunden 3 Tage lang gemacht (siehe Website). Ich bin 3 Tage lang bei allen Prozessen dabei gewesen. Meetings, Calls, Mittagessen, Workshops, Beantwortung von E-Mails etc. Durch die „Hands-On“ Arbeitsweise haben sich viele Dinge gezeigt, die ich durch reine Erzählungen in Coachings nie wahrgenommen hätte. Aus Datenschutzgründen werde ich hier jetzt nicht weiter darauf eingehen. Fakt ist, dass es dem Founder geholfen hat, dass jemand „operativ“ mit drauf schau, statt sein Coaching auf Erzählungen basieren zu lassen. Das hilft natürlich auch mir direkte Bezüge zu aktiven Geschehnissen oder Anliegen herzustellen und somit Beispiele zu wählen, die auch tatsächlich an der Unternehmerrealität dran sind. Laut Aussagen des Kunden verschafft mir das ein „Alleinstellungsmerkmal“, welches ich jetzt vermehrt versuche am Markt zu etablieren. Allerdings beschränke ich mir hier eher auf wenige Kunden durch Empfehlungen, als auf Quantität, die ich mit diesem Ansatz garnicht leisten könnte. Aktuell habe ich einen aktiven Kunden. Ziel ist es ca. 3 zu bekommen, die ich wöchentlich betreue. Auch wenn ich manchmal ein mulmiges Gefühl habe bei den Preisen die ich aufrufe, sind das Preise die in der Branche gezahlt werden. Jetzt geht es darum, dass ich Fuß in der Szene fasse. Allerdings sollte mir das durch meinen gut vernetzten Kontakt deutlich leichter fallen, als es bei kompletten Neulingen der Fall wäre.
Schade ist nur an dem Ganzen, dass ich eigentlich Bock auf E-Sport hätte. Aber so schön die Szene als Hobby ist, so nervig ist sie auf geschäftlicher Ebene. Unprofessionalität, ausbleibende Zahlungen, Unzuverlässigkeit und vieles mehr sind leider an der Tagesordnung. Da ist die andere Bubble mal eine nette Abwechslung. Perspektivisch wäre aber eine Anstellung im E-Sport, vllt. auf ehrenamtlicher Basis in der Nachwuchsförderung, aber noch immer eine erstrebenswerte Sache.