Ein Beitrag eines TM-Users:
Zusammenfassung
Vielleicht sollte man sich das Foto noch mal genauer ansehen.
Wer ist da zu sehen?
- Thomas Ladzinski, AfD-Bundestagsabgeordneter, stammt aus Dresden, war dort Vorsitzender und später Schatzmeister der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA). Die JA wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Im Januar hatte die AfD beschlossen, sich von ihrer Jugendorganisation zu trennen und eine neue zu gründen, um sie besser kontrollieren zu können. Die eigene Jugendabteilung war selbst der AfD ungeheuerlich geworden.
- Ladzinski steht auf dem Foto nicht einfach zwischen den SG Dynamo-Leuten, er umarmt beide, auch Thomas Blümel, der seit vielen Jahren in der Dresdner Kommunalpolitik dabei ist. Zuerst für die SPD, seit einiger Zeit für die Freien Wähler. Blümel, seines Zeichens Aufsichtsratsmitglied bei Dynamo Dresden, weiß also sehr genau, wer ihn da umarmt und findet das anscheinend (er lacht) mehr als okay. Das Foto zeugt also von einer nicht von der Hand zu weisenden Nähe zwischen den Personen.
- Das Foto wurde von Holger Zastrow auf IG gepostet. Zastrow, ehemals FDP, hat sich seine eigene Fraktion („Team Zastrow“) für den Dresdner Stadtrat zusammengestellt. Dass er das Foto postet, lässt mindestens den Schluss zu, dass er nichts gegen die Veröffentlichung hat und ebenfalls nichts Anstößiges daran findet. Eher das Gegenteil.
- Peter Krüger (2. von rechts), Vize-Präsident bei Dynamo, sitzt seit Jahren als CDU-Mitglied im Dresdner Stadtrat.
- Jens Genschmar, einst Freie Wähler, hat sich im Stadtrat dem „Team Zastrow“ angeschlossen. Genschmar und Zastrow arbeiten seit Jahren eng zusammen, schreiben die Dresdner Neue Nachrichten.
Zählt man also 1 + 1 zusammen, haben wir hier auf dem Foto eine „Koalition“ aus ehemaligen SPD- und FDP-Politikern, Freien Wählern, der CDU und der AfD, die sich „privat“ bei einer Geburtstagsfeier treffen und keinen Hehl daraus machen, dass sie sich anscheinend gut verstehen. Daraus kann man schließen, dass auf kommunaler Ebene in Dresden die einst viel beschworene „Brandmauer“ gegen die als gesichert rechtsextrem geltende AfD in Sachsen nicht existiert, vielleicht nie existiert hat.
Spätestens seit den Wahlergebnissen im Februar (besonders im Osten) hat sich die rechtsextreme AfD augenscheinlich in die Mitte der Bevölkerung gefräst.
In der Stellungnahme der SG Dynamo Dresden wird das so deutlich wie nur möglich: Obwohl sich auf dem Foto führende Funktionäre des Klubs mit dem Mitglied einer gesichert rechtsextremen Partei „verkumpelt“ zeigen, wird auf die Privatsphäre der Personen verwiesen und paradoxerweise auf jene eigene Statuten, die exakt das Gegenteil festschreiben.
Wer solche Fotos als „privat“ abtut, hat in meinen Augen nix verstanden. Wer die AfD akzeptiert, ob privat oder öffentlich, hat in meinen Augen nix verstanden. Wer sich damit zufrieden gibt, dass es nunmal auf kommunaler Ebene bestimmte Zwänge gibt, aus denen angeblich resultiert, dass man mit der AfD zusammenarbeiten müsste, hat in meinen Augen als Politiker nix verstanden.
Ja, rund 23 Prozent der Deutschen würde diese Partei aktuell wählen. Und ja, natürlich muss man als politischer Verantwortungsträger mit allen Wählern in Kontakt bleiben, das Wohl aller im Blick haben, und in Stadträten, Landesparlamenten und im Bundestag sich streiten und diskutieren, auch mit gewählten AfD-Politikern. Sie jedoch auf die eigene Geburtstagsfeier einladen und sich mit ihnen da kumpelhaft fotografieren lassen, muss keiner. Das tut man freiwillig.
Wer nicht erkennt, dass dies grundfalsch ist, hat nix verstanden.



