Fußball Liveticker #12

Ist halt auch die Frage, wie vertrauenswürdig dieser „Biochemiker“ ist, schließlich lautet der korrekte Begriff „Bioschemigger“.

Wie dem auch sei, ich denke auch, dass Vuskovic schuldig ist und sich am Frankfurter Hbf eingedeckt hat

Ich glaube nach wie vor, dass du dich hier zu sehr Richtung WADA orientierst und einfach unterstellst, dass die NADA super eng mit der WADA verflochten sei. Und CAS und der DFB sind dann eben teil der „mafiösen“ Strukturen, denen das FBI nun nachgeht. Politisch motiviert - inwiefern das dann besser ist, weiß ich nicht.

OFFENBAR ist es doch so, dass es keine „absolute Sicherheit“ gibt. Beide Messmethoden haben ihre Vor- und Nachteile. Die von dir nun zur „absoluten Sicherheit“ hervorgehobene ist offenbar weniger sensitiv (wie du sagst). Ich kann die Kritik bzgl. der Entscheidung verstehen. Ich kann aber auch verstehen, dass man die Messmethodiken nicht ad absurdum treibt. Ich meine: OFFENBAR gibt es bei jedem Test berechtigte Zweifel. Dann kann man also im Streitfall jedes Ergebnis anzweifeln und kommt dann immer straffrei davon. Dann kann man es auch sein lassen.

naja oder die Massensprektroskopie hätte auch positiv getestet und wir könnten und den ganzen Zirkus hier sparen

wenn Vuskovic wirklich davon überzeugt ist, unschuldig zu sein, wird er die NADA nun auf die Herausgabe der Urinprobe verklagen und auf eigene Kosten eine Massenspektroskopie durchführen lassen. Genau so ist vor ein paar Jahren mal ein Leichtathlet freigesprochen worden.

Ja. Oder sie ist halt negativ, weil weniger sensitiv und dann ist er halt gedoped, aber aufgrund der Sensitivität des Testverfahrens freigesprochen. Nicey. Weiß nicht, was ich cooler finde.

das bezieht sich auf die ganz normalen doping tests oder worauf? das wäre doch viel zu hoch. 2015/16 wurden nur in der bundesliga wohl 517 dopingproben im training gemacht (erschreckend wenig), da hätten dann ja statistisch 5 falsch positive bei rauskommen müssen

Allein die Tatsache, dass jemand schuldig gesprochen wurde, obwohl seine Schuld nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann, ist doch fragwürdig.

Wenn das Anti-Doping-System es nicht möglich macht, zweifelsfreie Entscheidungen zu treffen, sollte man es vielleicht wirklich ganz sein lassen…

Der ganze Prozess bzw. auch das ganze drumherum ist schon etwas komisch abgelaufen…

Vielleicht hätte er einfach sagen sollen, „oh meine Frau hat was in ihrem Händen gehabt, und dann ihren Finger in meinen Po gesteckt“, ich hab gehört sowas ähnliches reicht schon, um nicht gesperrt zu werden.

Das ganze Prozedere lässt irgendwie zu viele Fragen offen und das sollte bei einem Urteil nicht sein.

Wenn er gedopt hat, wech damit, selbst schuld… Aber so?? Ich weiß ja nicht…

nein er meinte damit, dass von 100 positiven Tests einer falsch ist (bzw halt mehr, wenn unmittelbar nach intensiver Belastung entnommen)

Also wenn ich mir den Artikel vom Millernton Blog durchlese, komme ich zu einer anderen Auffassung wie Kaer. Aber vllt. habe ich ihn nur überflogen.

Soweit ich das aber lese, kritisiert der Autor, dass NACH A und B Probe nun plötzlich ein anderes Verfahren gefordert ist. Er sagt außerdem, dass die Wahrscheinlichkeit einer Falsch-Positiven Probe „weniger als 1%“ ist. Und er sagt auch, dass er es für wenig plausibel hält, die Probe nochmals zu testen.

Aber vllt lese ich auch einen anderen Blog.

ja 1:115 steht bei ihm im Text, also knapp unter 1% und nicht knapp über 1%, hatte ich mir falsch gemerkt

Wichtig: Die Wahrscheinlichkeit, zwei falsch-positive Ergebnisse zufällig zu erhalten, liegt bei weniger als Eins zu Zehntausend.

Ich denke, das ist ebenfalls wichtig zu erwähnen.

auf 1:10.000 kommt er durch Multiplikation der Falschpositivwahrscheinlichkeit von A- und B-Probe, was aber nur erlaubt wäre, wenn sie statistisch unabhängig voneinander wären. Da aber zwei Mal die selbe Probe mit dem selben Verfahren getestet wird, spricht da wenig für statistische Unabhängigkeit.

Okay… also ist der Experte nun glaubwürdig oder nicht? Ist nur schwierig, mal mit seinen Worten zu argumentieren und dann wieder nicht.

Abgesehen davon kann ich deiner Aussage nicht folgen. Für mich ist es Statistik, die selben Verfahren mit der selben Probe zu wiederholen. Nach meinem Empfinden findet man so heraus, wie oft ein falsch-positives Ergebnis zustande kommt.

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Das war einfach sein erster Dopingtest beim HSV nach über einem Jahr? :smiley: Krass wie selten Fußballer getestet werden, während die Sportler in anderen Sportarten vor den Wettkämpfen teilweise rund um die Uhr ihren Aufenthaltsort angeben müssen um jederzeit getestet werden zu können.

Ich finde den Text vor allem erstmal interessant, weil er von einem Chemiker und nicht einem Sportjournalisten oder Juristen geschrieben wurde. Trotzdem habe ich nicht den Anspruch, darin die absolute Wahrheit und die Antwort auf alles zu finden. Die eigentliche Quelle für das 1:115 ist ja auch nicht der Autor, sondern der von ihm zitierte Fachartikel (hinter Paywall). Das man die Wahrscheinlichkeiten von A- und B-Probe einfach so miteinander multiplizieren darf, ist dagegen seine eigene These, die er nicht mit einer Quelle belegt. Das macht ihn nicht unseriös und den Artikel nicht uninteressant, aber ich würde den Teil halt persönlich nicht einfach so übernehmen. Genau wie ich bei seiner Argumentation nicht mitgehe, dass man kein zusätzliches Verfahren nutzen sollte, obwohl es verfügbar wäre, weil das eben eine ethische und keine wissenschaftliche Frage ist. Einen möglicherweise unschuldigen Sportler ein Berufsverbot zu erteilen, finde ich sehr viel unverzeihlicher, als ab und zu mal einen möglichen Sünder zu viel laufen zu lassen.

Er hat seinen Text kurz danach auch noch in einem Podcast besprochen und dort einige zusätzliche interessante Dinge gesagt, die den Artikel gut ergänzen oder teilweise im Widerspruch damit stehen. Er war bspw geradezu entgeistert als er erfahren hat, dass die WADA sich geweigert hat, die Probe von einem unabhängigen Institut untersuchen zu lassen. Diese Haltung war für ihn als Wissenschaftler undenkbar, da unabhängige Prüfung ja gerade eine Stärke der Wissenschaft ist und jeder Wissenschaftler dankbar für die Möglichkeit sein sollte, wenn ein unabhängiges Team sein Ergebnis verifiziert.

sind doch alles die üblichen Ausreden. Bei den Chinesen war es vor Olympia der Koch, bei Baumann vor 25 Jahren die verunreinigte Zahnpasta, bei Pechstein eine Anomalie und bei Vuskovic hat man keine plausible Ausrede gefunden und da sollen es jetzt Messfehler (bei A und B Probe) sein.

Es ist doch völlig absurd zu glauben, dass in einem Sport, in dem es um Milliarden geht, alles sauber ist. Schumacher hat doch sogar darüber ein Buch geschrieben…

Vuskovic hat es halt einfach übertrieben oder aus Unwissenheit eine Grenze überschritten und hatte dann Pech mit der Kontrolle. Dadurch ist die NADA oder WADA nicht automatisch eine mafiöse Vereinigung, sondern es war einfach Pech. Muss man halt akzeptieren

Eine weniger als 1%ige Wahrscheinlichkeit, dass der Sportler unschuldig ist. Und bei der Untersuchung der B-Probe war jemand unabhängiges dabei.

Finde schwierig, dass du dir rauspickst, was zu deinen Argumenten passt und den Rest anzweifelst tbh.

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Haben der HSV und seine Fans eigentlich etwas handfesteres als einen Lügendetektortest? Also etwas, das ernsthaft zwei positive Proben ausstechen könnte?

ebenso

naja oder die WADA arbeitet wirklich extrem unseriös „nur wir können das interpretieren, für alle anderen Wissenschaftler ist das viel zu komplex“ :clown_face:

Tu ich doch gar nicht? Nach allem, was der von dir erwähnte Experte sagt, gibt es wenig Zweifel an der Schuld. Oder am Verfahren. :man_shrugging:t2:

jo und das sehen andere Experten eben anders (inklusive ihm selber im erwähnten Podcast)

deine Argumentation beruht einzig und alleine auf „die WADA ist absolut unfehlbar“ und das ist spätestens nach den chinesischen Schwimmern und Sinner ein absolut lächerlicher Take. Wer sich näher mit dem Fall Vuskovic beschäftigt hat, wusste das halt schon vorher.

Und wie gesagt, halte ich Vuskovic (mit großen Restzweifeln) eher für schuldig. Darum geht es mir gar nicht. Das Verfahren wurde einfach viel zu schlampig geführt, um da einen Schuldspruch zu erwirken. Und die WADA ist viel zu kaputt, um derart weitgreifende Befugnisse zu haben, außerhalb von wissenschaftlicher und rechtsstaatlicher Prüfung operieren zu dürfen.