ob der Spieler schuldig oder unschuldig ist, ist mir relativ egal. Im Millernton Blog hat ein promovierter Biochemiker einen längeren Artikel zur Methodik geschrieben. Laut ihm hat der Test eine Falschpositivquote von knapp über 1% und wie sich später herausgestellt hat noch deutlich höher, wenn die Probe kurz nach einer intensiven Belastungsphase entnommen wird, was bei einer Dopingprobe nach einem Spiel/Trainingseinheit ja üblicherweise der Fall ist. Mittlerweile sieht die WADA vor, nach einer Belastungsphase abgenommene Proben zu verdünnen, bevor sie auf den Teststreifen aufgetragen werden.
Vuskovic hat zusätzlich eine Massensprektroskopie der Restprobe beantragt, aber das haben NADA und DFB Bundesgericht nicht zugelassen. Der Vorteil wäre, dass die Massenspektroskopie nicht auf der subjektiven Interpretation von Schattierungen auf einem Teststreifen basiert, sondern gefundene Teilchen dann auch wirklich existieren. Der Nachteil ist, dass die Massenspektroskopie um ein Vielfaches teurer ist und um ca eine Größenordnung weniger sensitiv ist als der Teststreifen. Man würde mit dem Verfahren also weniger Dopingsünder finden, hätte dafür aber eine größere Sicherheit. Am Ende eine ethische Frage, ob man lieber alle Sünder finden möchte und dafür bereit ist, auch ein paar Unschuldige wegzusperren, oder ob man lieber nur ein Teil der Sünder finden möchte aber dafür auch keinen Unschuldigen sperrt.
Trotzdem kann man den Antidopingapparat in der aktuellen Form imo kaum verteidigen. Statt sich einzig und alleine der Wahrheitsfindung zu verpflichten, operiert der Laden quasimafiös aus reinem Selbsterhaltungstrieb unter Missachtung etlicher wissenschaftlicher und rechtsstaatlicher Prinzipien. Hat ja seinen Grund, dass mittlerweile das FBI gegen die WADA ermittelt und die Amerikaner ernsthaft darüber nachdenken, ihr eigenes Antidpoingsystem komplett unabhängig von der WADA neu aufzustellen.
Und jetzt habe ich auf deinen Trollkommentar schon wieder viel mehr Text geschrieben, als ich eigentlich wollte.
Krass wie selten Fußballer getestet werden, während die Sportler in anderen Sportarten vor den Wettkämpfen teilweise rund um die Uhr ihren Aufenthaltsort angeben müssen um jederzeit getestet werden zu können.