Es gibt halt „Angriffspunkte“ für Rechtsextremisten um geschichtsrevisionistisch argumentieren zu können.
Ich persönlich finde es daher wichtig zu sagen, JA Hitler und NSDAP haben im kleinen Rahmen klassisch linke Politik gemacht ABER das ganze in ihren faschistischen Rahmen der völkischen Rassenlehre gepackt.
Konkret: Der Deutsche gemäß Rassenlehre bekam Soziale Reformen, alle anderen Menschen in Deutschland (insb. Juden) eben nicht.
Jeder normale Mensch weiß natürlich, dass Hitler, die NSDAP und deren Ideologie rechts waren.
Da gebe ich dir auch recht aber wenn die AfD (sie ist immerhin die 2.stärkste Partei und wird daher von sehr vielen Menschen in Deutschland gewählt) nun eine „Offensive“ in Richtung „Hitler war links“ startet, dann muss man sich MEINER MEINUNG nach dem entgegenstellen und das ganze aufklären.
Es wäre doch fatal diese Aufklärung der AfD zu überlassen und alle andere sagen „Ne, Punkt“.
Nein, ignorieren ist einfach die falsche Herangehensweise.
Man muss die Leute konsequent mit Fakten und Wissenschaft konfrontieren. Sonst eiern die ihre Thesen einfach weiter raus. Und Moderator*innen müssen endlich gut vorbereitet in die Sendungen gehen, damit man Sachen richtig stellt, oder zumindest Fachleute einladen, die es richtig stellen.
mittlerweile ist die frage, ob man damit überhaupt noch wirklich richtig umgehen kann. zumindest in der aktuellen form.
da hast du mehrere probleme:
Man muss die Leute konsequent mit Fakten und Wissenschaft konfrontieren.
viele sind dafür einfach nicht mehr empfänglich bzw. es ist ihnen egal. gefühle/empfindungen zählen mittlerweile mind. genauso viel wie fakten, wenn nicht sogar mehr.
Und Moderator*innen müssen endlich gut vorbereitet in die Sendungen gehen, damit man Sachen richtig stellt, oder zumindest Fachleute einladen, die es richtig stellen.
das wirst du nie schaffen. das „geschäftsmodell“ der populisten besteht darin, abstruse thesen rauszukotzen, die sich richtig anfühlen. klar kannst du einen experten hinsetzen, der dir erklärt, warum das falsch ist. antwort populist: „das sehe ich anders.“ oder „aber was ist mit…?“ und schwupp bist du beim nächsten völlig anderen thema.
du wirst gezielt mit soviel scheiße überladen, dass du gar nicht hinterher kommst mit antworten bzw. richtigstellen.
man müsste in so einem format wirklich satz für satz durchgehen. keine sprünge, keine abweichungen. aussage für aussage. das wird aber nicht passieren.
von so einer veranstaltung auf twitter zwischen musk und weidel brauch man gar nicht erst anfangen. ich geh doch auch nicht auf 4chan und erwarte dann eine ordentliche politische diskussion.
das einzige ziel von musk und weidel war aufmerksamkeit und reichweite. daher sollte man es gerade in dem fall am besten komplett ignorieren. stattdessen ist es überall eine prominente headline.
oder wie der spiegel es richtig schreibt:
Warum Weidel versagte – und die AfD trotzdem profitiert
es ist für mich auch unbegreiflich, warum behörden usw. IMMER NOCH auf twitter sind. es ist ein netzwerk eines rechtspopulisten für rechtspopulisten/-extreme.
Wenn ich mir so anschaue, was die beiden AfD-Wählerinnen in meinem erweiterten Umfeld von sich geben, dann ist das ein Plus durch Musk – weil die Leute nicht raffen, wer/was Musk ist. Halten ihn für einen Supererfinderwirtschaftsmann oder so, keine Ahnung. Wenig Raffung halt.
Faktencheck und Einordnungen sind ganz nett, aber letzten Endes egal. Wer für Aufklärung empfänglich ist, weiß das schon lange. Dem Rest ist das völlig wumpe. Stichwort „They’re eating the dogs, they’re eating the cats, they’re eating the pets of people that live there“
Hauptsache im eigenen Geldbeutel stimmt es am Ende.
Und genau dafür sind Moderator*innen da eben das Gespräch zu leiten, während man teilweise Sätze/Thesen unkommentiert stehen lässt und selbst 'n Themensprung anregt.
Ich halte ignorieren für völlig falsch, weil wir gerade sehen, was ungefilterte und zusammengeschnittete Propaganda in Social Media-Kanälen für Auswirkungen hat.
Das muss man mal hervorheben. Sehe ich genau so. Öffentliche Einrichtungen – sei es nun das Bürgeramt, Polizei, die Bundesregierung oder öffentlich-rechtliche Medien – haben dort nichts verloren.
Ein Teil der Lösung wäre, dass die Politik die Forderungen und Haltung der AfD nicht legitimiert, indem sie übernommen werden. Und vllt wäre es hilfreich, wenn es weniger Clowns gäbe, die aus seriöser Politik eine Lachnummer machen.
Und dann müssten die Parteien vllt aufhören, alte Kackboomer zu sein und auch mal Politik für jüngere Leute machen. Und mit denen kommunizieren. Ich meine, man liest ja nicht nur hier, dass selbst Leute in unserem Alter schon politikverdrossen sind und sich von den Parteien nicht (mehr) repräsentiert fühlen. Wie ist das dann erst bei den wirklich jungen Leuten?