Deutsche Politik (Teil 1)

edit: hier stand was, ich hab’s aus versehen gelöscht

Haben Sie doch? Du widersprichst gerade deiner eigenen Grafik. 2009 waren die privaten Investitionen absteigend bei 15% danach widere gleichbleibemd bei 16%

ok, noch weiter ausgeholt:

ich gruppiere hier einen ganzen haufen von gesetzgebungen der späten 90er-2010 in einen großen haufen. dazu zähle ich dinge wie aussetzung der vermögenssteuer, hartz-arbeitsmarktreformen, abgeltungssteuer etc. etc. etc.

vereinfacht gesagt sind das politwissenschaftlich neoliberal geprägte reformen - in tradition der usa und uk 10-15 jahre vorher unter reagan und thatcher.

und diese haben dort wie hier nicht ihre versprochenen ziele erreicht. ich werfe ein bisschen flexibler mit begriffen um mich, weil ich faul bin. da ich davon ausgehe, dass leser das grob schon mal gehört haben.

es geht weniger um den konkreten text der einzelnen gesetze oder zu welcher steuerart das ganze dann zählt.

versprochen wurden riesige private investitionen und wachstum, die diese umverteilungen von unten nach oben im maßstab hunderter milliarden rechtfertigen würden. und das gab es nirgends.


ursprünglich ging es auch nur darum, dass irgendwelche änderungen an prozenten, grenzen oder freibeträgen der klassischen einkommenssteuer keine auswirkungen auf die allergrößten einkommen hat, da diese praktisch nur durch vermögenserträge erzielt werden.

Ich habe echt keinen Ahnung, wo du hier auf eine doppelbesteuerung kommst.

Die Kapitalertragssteuer zahlst du nur auf Gewinne aus Kapitalerträgen. Zusätzlich wird diese auch noch in deiner Steuererklärung angerechnet.

also gewissermaßen hast du recht, ich weiß aber nicht so richtig, ob du das hier sagen wolltest. :sweat_smile:

momentan haben wir eine gesetzgebung, die reiche menschen vor allem dafür belohnt, noch mehr reichtum anzuhäufen - als reiner selbstzweck - um danach reicher zu sein. und der wird zu einem größereren teil als noch vor 30 jahren im ausland investiert.

das sollte aber weder das ziel unserer steuern sein („eigentum verpflichtet“, sozialstaatsgebot), noch war es das ziel der reformen der letzten 20-30 jahre.

ziel sollte, muss, sein, dass der privatsektor im inland investiert, in neue technologien oder maschinen.

Genau das hab ich doch geschrieben. :thinking:

Man muss aber halt irgendetwas mit seinem Geld machen. Also anlegen, Immobilien kaufen usw… Hab nie gesagt, dass das fair ist oder für Ausgeglichenheit im Sozialstaat sorgt oder für irgendwelche Innovationen sorgt. :+1:

Lohnsteuer auf Gehalt, kann daher nicht alles investieren (überspitzt gesagt).

Kapitalertragssteuer auf Gewinne. Mein bereits mit der Lohnsteuer versteuertes investiertes Geld ist also letztlich durch die weitere Besteuerung nochmal weniger wert als es eigentlich sein sollte. Daher „Doppelbesteuerung“.

Steuerklärung hilft da auch nur bedingt.

ne. Du versteuerst ja nicht das angelegte Gehalt, sondern nur die Gewinne, die du daraus erzielst. Also wenn du von deinen versteuerten 4000 netto Gehalt 1000 auf nen Tagesgeldkonto bei 3% schiebst, zahlst du nur auf die 30 Euro Gewinn wieder Kapitalertragssteuer. Und die 30 Euro waren ja vorher nicht versteuert.

No shit. Meine 1000€ Gehalt sollten dann aber eigentlich 1030 wert sein und nicht 1030-Steuer (auch wenn die 30 vorher nicht da waren). Das hemmt halt die Bereitschaft zur Investition bei vielen und finde ich beim Verbraucher als Privatanleger ungerecht.

die 30 sind einfach nur einkommen und werden besteuert.

nach der logik hemmt jede steuer auf irgendwas xy die bereitschaft xy zu tun.
sei es besteuerte erwerbsarbeit oder sich 10 alkopops reinlöten.

im grunde auch richtig, aber so funktionieren alle steuern.

Von der Gesellschaft und Politik sollte es aber begrüßt werden, wenn Verbraucher ihr Vermögen vermehren wollen. Da sind deine anderen Beispiele mE. unpassend.

Wäre halt mal schön zu sehen welche Einnahmen Staat durch eine solche private Vermögensverwaltung hat und welchen Teil die von den gesamten Einnahmen der Kapitalertragssteuer ausmacht.

es gibt doch den sparerfreibetrag, der das ganze zu einem gewissen maß steuerfrei macht.

37 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Häuser / Wohnungen: Bauen & Kaufen in Deutschland

Ihr dürft über das Thema gerne weiterdiskutieren:

Dass ARD und ZDF nur Merz (32 %) und Scholz (16 %) zum TV Duell einladen wollen ist maximal fragwürdig und spiegelt nicht die Realität im Land wider. Da könnte man schon fast von Wahlbeeinflussung sprechen, wobei es auch zur weiteren gesellschaftlichen Spaltung beitragen kann.

Natürlich ist es schwierig irgendeine Grundlage für die Einladung zu finden und Grenzen zu ziehen. Aber aktuell, bei den Umfragewerten, müssen halt die AFD (18 %) und die Grünen (13 %) mit über jeweils über 10% eingeladen werden. Evtl noch BSW (6 %). AFD ist zweitstärkste Partei aktuell.

Ansonsten auf das Duell verzichten, wenn es zu viele Parteien werden. Hat eh selten einen Mehrwert

(Werte sind ausm Spiegel vom 17.12)

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Aber aber in den entsprechenden Rundfunkräten sitzen ja fast nur CDUler und SPDler kanns schon verstehen :crazy_face:

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Mal ein anderes Thema, da ich gerade den Simplicissimus Podcast zum Thema Zucker höre.

Würdet ihr eine „Zuckersteuer“ befürworten? Von mir ein ganz klares, ja

Steuer und zusätzliche strengere Grenzwerte in einigen Produktkategorien.
In UK hat Fanta zB nur halb so viel Zucker wie in den USA. Nur aufgrund der Grenzwerte. Das geht also alles, wenn man nur will.

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Kurzanalyse der Wahlprogramme. CDU solide mit -100 MRD pro Jahr

Grüne ja, AFD absolut nicht. Man kann denen gar nicht oft genug klarmachen, dass sie nicht akzeptiert werden.