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MDR-Recherchen zeigen nun: Häftlinge könnten auch inhaftiert worden sein, um billige Arbeitskräfte zu bekommen. Die Vorgänge beschäftigen nun auch die deutsche Justiz.
Es ist ein Vorwurf, der vergangene Woche von dem belarussischen Auslandsmedium „Reform.News“ erstmals öffentlich erhoben wurde. Es veröffentlichte ein Interview mit einem ehemaligen Häftling, der mittlerweile in Polen lebt. Er sei zuvor inhaftiert worden, weil er oppositionelle Inhalte in sozialen Netzwerken geteilt und kommentiert habe. Zusammen mit rund 30 weiteren Insassen sei er dann aus der Haftanstalt in Lida mit Bussen auf das Feld gebracht worden. Während der Arbeit habe es weder etwas zu essen noch etwas zu trinken oder warme Kleidung gegeben. Zwar habe er für die Arbeit umgerechnet fünf Euro am Tag bekommen, doch das Geld habe das Gefängnis einbehalten. Nach der Arbeit seien sie zurück ins Gefängnis gebracht worden, wo er sich eine Zwei-Personen-Zelle mit vier weiteren Häftlingen habe teilen müssen. Auch wenn die Arbeit nicht erzwungen gewesen sei: Die Zustände in der Haftanstalt bezeichnete er als „Folter“, weshalb er trotz der erschwerten Bedingungen die Arbeit auf dem Feld den Bedingungen in der Haftanstalt vorgezogen habe.


allgemein) der mindestlohn. 