Danke jungs für euer geschriebenes, aufbauende Worte tun gut.
@jellybelly habe dir ne Nachricht geschrieben.
Hallo Leute,
ich wollte mich mal zurückmelden. Ich habe nun meine Masterarbeit Versuch No. 2 doch noch erfolgreich hinbekommen und mit Kolloquium eine 2.0 bekommen. Das waren solche Welten in der Betreuung, der jetzige Prof. hat einen so dermaßen unterstützt und man konnte jegliche Frage stellen und er hat die immer schnell beantwortet. Ich bin menschlich immer noch vom ersten Versuch und der Betreuung so dermaßen enttäuscht, wie man ob wohl man selbst kurz vorher erst fertig geworden ist, dem Studenten der auf einen angewiesen ist so unter Druck setzen kann und einen eigentlich alleine lässt. Naja jetzt habe ich insgesamt einen Schnitt von 1.7 und warte noch auf mein Zeugnis.
Eigentlich könnte ich nun vollen Mutes in die Zukunft blicken, mein inneres sieht aber leider ziemlich düster aus.
Ich habe vor 10 Jahre eine Knie-Op gehabt bei der nur der Meniskus gemacht werden sollte, seitdem mein Leben aber die Hölle geworden ist. Da muss so dermaßen was schiefgelaufen sein, dass ich seit diesem Tag chronische Schmerzen habe, die allem Anschein nach sogar außerhalb des Gelenks liegen. Ich bin damals erst nach 4h nach der OP wieder aufgewacht und hatte direkt an der Seite des Knies brutalste Schmerzen. Mein Bein war komplett Blau unterlaufen bis zum Zeh, geschwollen und hat mir Wochenlang die schlimmsten Schmerzen bereitet. Ich bin seit diesem Tag bestimmt bei 20 Ärzten gewesen, hab zig MRTs machen lassen, aber keiner weiß, was es ist. Ich habe an der Seite der Kniekehle eine Verhärtung/Knubbel (Bakerzyste ist ausgeschlossen) die vorher nicht existierte und die bereitet mir fast dauerhaft massivste schmerzen. Dazu kommt, dass ich schon vorher ein paar Knie-Ops hinter mir habe und nun hochgradig Arthrose habe. Auch haben die wohl mein gemachtes Kreuzband zerstört, weil vor der Op im MRT war das Kreuzband noch voll darstellbar und stabil und seit der Op merke ich dass das Knie instabiler ist und im MRT ist das Kreuzband auch nicht mehr zu sehen. Das Gelenk an sich ist nun austherapiert und mir bleibt nichts anderes als ein künstliches Kniegelenk.
Nun just in dem Moment, wo ich die Masterarbeit bestanden habe, fangen schmerzen um und hinter der Kniescheibe an und das Knie ist geschwollen. Ich hatte eigentlich bis jetzt trotz der hohen Arthrose kaum Probleme mit dem Gelenk, sondern nur die Stelle in der Kniekehle und das hat mich psychisch kaputt gemacht und gebrochen. Ich kann kein Sport mehr machen, nicht mal Fahrrad fahren, Schwimmen…alles was knieschonend ist, ich kann nicht mal genau sagen welche Bewegung den Schmerz NICHT auslösen kann. Ich durchlebe also seit 10 Jahren die Holle und ich weiß nun mit den neuaufgetretenen Schmerzen nicht ob mein Kopf/Seele/Geist das noch schaffen kann. Ich bin grade mal 39 Jahre und so am Ende. Ich erwische mich mittlerweile öfter dabei, das ich denke einfach weg zu sein um nicht mehr dieses Leben führen zu müssen. Dabei denke ich nicht an den Akt der Selbsttötung sondern irgendwie, wenn ich auf einen Knopf drücken könnte und binnen 1ms weg wäre ohne was zu spüren. Das erschreckt mich schon sehr, kommt aber zum Glück im Moment nicht in Frage das sich solche Gedanken weiterspinnen, da ich das meiner Mama niemals antun könnte.
Ich hab einfach keine Lebensfreude mehr, habe seit der OP kein glückliches Gefühl mehr in mir gespürt, habe sozial alles verloren bis auf meinen besten Freund, Mama und Partnerin und habe auch deshalb so lange mit dem Studium gebraucht. Mir haben jetzt 3 gute Orthopäden mehr oder weniger bestätigt, das der Schmerz in der Kniekehle mit Sicherheit nicht von dem Gelenk herührt, also dementsprechend auch bei einem künstlichen Knie dieser schmerz bleiben würde. Das und diese heftige Erfahrung, die Wochenlangen schmerzen nach der Op usw. lassen mich in Panik geraten wenn ich jetzt dran denken würde mir n neues Knie einsetzen zu lassen. Geschweige denn müsste ich auch erstmal einen Operateur finden der das mit 39 Jahren macht. Ich bräuchte definitiv eine Wechsel-OP irgendwann, weil die Dinger ja leider nicht ewig halten.
Es ist für mich so schlimm, wenn ich sehe alle bekommen Kinder, sind erfolgreich im Job ODER sind einfach nur glücklich und zu frieden in Ihrem Leben. Ich habe wie gesagt keine Freude mehr in mir.
Natürlich bin ich in Psychotherapeutischer Behandlung, davor war ich bei einem Psychiater, aber mit dem hat das ganze nichts gebracht, deswegen habe ich jetzt gewechselt hab abe bis jetzt keine Medikamente oder so bekommen. Ich hab irgendwie Angst, weil ich mal gelesen habe das manchen Medikamente die Selbstmordgefahr steigern könnte, deswegen will ich das eigentlich nicht nehmen. Ich weiß natürlich das Menschen in meinem Alter auch viel schlimmere Sachen bekommen wie Krebs. etc und dann schnell daran sterben, das ich viel schlimmer als das was ich habe, aber für mich fühlt sich meine Situation an wie Sterben auf raten. Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll und wie es weiter geht. Ich schlafe in der Nacht nur 3-4h, bin dann wach, schlafe 3h später wieder ein und bin dann komplett matsche im Kopf. So kann ich eigentlich auch nicht Arbeiten, weil ich ja gar nicht Leistungsfähig bin und vor allem mit meinem Lebenslauf und den riesigen Lücken muss mich erstmal jemand einstellen.
Ich hab das jetzt mal runter geschrieben weil ich nicht jeden Tag meine Mutter und meine Freundin damit belasten kann.
Das scheint oft nur so, aber alle haben ihre Schwierigkeiten im Leben. Nur reden die wenigsten offen darüber.
Stark, dass du deine Masterarbeit durchgezogen hast. Halt durch, es kommen auch wieder bessere Zeiten!
Aber ja, das mit dem Knie klingt echt übel. In der Medizin gibt’s ja doch immer wieder recht gute Fortschritte. Evtl kann man da ja in ein paar Jahren nochmal mehr machen.
Erstmal GZ zum Abschluss. Das solltest du unbedingt feiern, das wird dir gut tun. Wie STHLM schon angemerkt hat, hat jeder Mensch sein Päckchen, was er zu tragen hat und für jeden sind andere Dinge subjektiv weniger leicht zu ertragen als für andere. Deswegen brauchst du dein Problem hier nicht kleinzureden, aber du sollst es auch nicht zum Zentrum deines Lebens machen. Du bist mehr als dein Problem. Konzentriere dich auf dich und nicht auf das Leben Anderer. Auch wenn es unfassbar schwer ist, konzentriere dich auf die positiven Dinge. Du hast 3 Menschen um dich herum, die die in dieser ganzen Zeit zur Seite gestanden haben bzw. stehen und immer für dich da sind. Allein das ist bereits schon soviel Wert. Ich hoffe inständig, dass du diese Gedanken auch mit deinem Psychotherapeuten teilst. Deine Skepsis vor Medikamenten kann ich gut nachvollziehen. Manchmal können Sie allerdings geeignet sein in Kombination mit einer Therapie, um erst einmal wieder auf physiologischer Ebene positive Gefühle zu empfinden. Du musst unbedingt diese dysfunktionalen Gedanken in Angriff nehmen. Du hast einen sehr großen Meilenstein erreicht. Lass dich dafür feiern und genieße den Moment.
Erstmal Gratz, dass du es geschafft hast. Richtige Leistung einfach. Du darfst das ruhig feiern und dich auch mal wertschätzen. Man wird und fühlt was man denkt.
Wir hatten ja damals schon einmal geschrieben. Es ist natürlich schwer als Außenstehender Tipps zu geben und darauf zu verweisen, dass du recht fatalistisch Bezüge zwischen einzelnen Gedanken und Lebensumständen herstellst bzw. nur pessimistisch eingestellt bist.
Mal abgesehen von Psychotherapie: Warst du schon einmal in einer vernünftigen Schmerzambulanz mit angeschlossener Neurologie? Selbst wenn bei der OP ein Fehler begangen wurde, z.B. ein Nerv leicht verletzt wurde o.Ä., hast du jetzt ja einen chronischen Schmerz und damit ein verändertes Schmerzgedächtnis.
Ich bin ja seit ein paar Jahren ebenfalls in einer Schmerzambulanz (UK Köln). Du solltest dich dringendst in einer vorstellen, denn Schmerzen haben nun einmal massive Auswirkungen auf die Befindlichkeit und das Gemüt.
Es gibt zahlreiche Medikamente und Therapien in Kombination mit psychotherapeutischer Unterstützung zur Schmerzverarbeitung, mit denen man dir helfen kann. Du wirst da nicht zwingend weggedröhnt o.Ä. Vielleicht macht auch eine stationäre Einstellung bzw Ausstestung mit kombinierter Reha Sinn. Werde ich in diesem Jahr auch ergänzend machen, obwohl man mir schon gut helfen konnte. Was aber auch gedauert hat
Aber besser als eine Ursachensuche wäre jetzt eine schmerztherapeutische Begleitung
Brudi, du hast den Master in der Tasche! Stark!
Du hast dich da durchgeboxt und so wirst du dich auch gesundheitlich durchkämpfen. Du bist auf dem richtigen Weg mit der psychotherapie - bleib da dran und mach mal einen Anlauf mit der Schmerztherapie, wie hier vorgeschlagen. Da kannst du nur gewinnen.
Du schreibst, du hast „nur“ noch Mutter, besten Freund und Partnerin - das ist aus meiner Sicht ziemlich viel. Die kennen deine Story und sind bei dir. Ich würde das feiern. Halt die Ohren steif!
Hallo Jungs danke erstmal für eure Antworten.
Ich habe mir vorhin von meinem Hausarzt eine Einweisung für die Schmerzambulanz geben lassen, wobei i9ch schon im Februar 2 Termine in einer anderen Schmerzambulanz hatte. Meinem Eindruck nach haben die mich irgendwie nicht richtig ernst genommen und das eher auf psychische Ursachen geschoben. Das ERgebnis der beiden Termine lautete, ich solle eine stationäre Aufnahme in Erwägung ziehen und dann wird weiter untersucht. Aufgrund der Masterarbeit und dem nicht so positiven Gefühl von wegen „gehört zu werden“ hab ich das erstmal ausgelassen, werde aber noch mal mit der Überweisung einen neuen Anlauf in einer Uniklinik machen, wo ich jetzt erstmal Zeit habe.
Mein großes Problem sind die schmerzen, die so unwillkürlich getriggert werden, das ich eigentlich kaum vor die Tür gehe und nur zu Hause auf der Couch verbringe. Ich hab erst jetzt vor kurzem die Aussagen bekommen dass das mit hoher Sicherheit nicht das Kniegelenk ist was die Schmerzen bereitet. ain den 10 Jahren hat sich bei mir aber im Kopf so eine Angst gefestigt, das immer wenn der Schmerz „schlimm“ wurde ich gedacht habe, jetzt hast du dir wieder den Außenmeniskus gerissen. Aber anscheinend war es ja halt nie das Knie, außer ein wenig die Athroseschmerzen und Flüsssígkeit im Gelenk. Das ist einfach so Bilderbuchmäßig wie meine Psyche sich dahingehend verändert hat. Dazu kommt noch das nicht mehr funktionsfähige Kreuzband, was mein Knie sowieso schon instabil macht. Es ist so traurig für mich das nicht nur dieser neue Schmerz seit der OP vorhanden ist, sondern auch noch ein gutes stabiles Ersatz VKB nach der OP weg ist. Ich kann durch den Schmerz in der Kniekehle auch einfach kein Muskelaufbau machen, im MCFit mach ich nur Adduktoren/Abduktoren Maschine und Beinbeugermaschine, danach hab ich meistens 1 Woche heftige schmerzen und gehe dann erst wieder ne Woche später. Also im Monat bin ich vielleicht 5 mal im McFit.
Ich hänge euch mal ein Foto an dann könnt ihr die Stelle sehen.
Genau an dieser Verdickung sind die Schmerzen die auch nur auf diesen Bereich begrenzt sind, nirgendwo drumherum tut es weh, wirklich nur genau dort.
Ich will auf der einen Seite einfach nur das jemand das aufschneidet und nachguckt was sich da drunter befindet, weil der Schmerz fühlt sich genau unter der Haut an, aber auf der anderen Seite habe ich auch total Schiss vor einem weiteren Eingriff weil der letzte ja eben so katastrophal für eine eigentliche Routine Sache gelaufen ist.
Ich halte euch auf dem laufenden was der nächste Termin bringt, wobei ich davon ausgehe das die Termine ne lange Vorlaufzeit haben.
Weiter Ärzte aufsuchen, bis sich einer rantraut? Drücke die Daumen 
Kann man da nicht ohne aufschneiden rein guggn? MRT oder zur Not CT? Aber ansonsten scheiß drauf und die sollen da aufschneiden!
Foto sehe ich übrigens nicht.
Bleib dran brudi