teh "sad story bro" thread

Der Unterschied ist, dass die Lowperformer in anderen Berufen häufig durch die Team-Strukturen aufgefangen werden.
Beim Lehrerberuf steht aber am Ende im Regelfall genau eine Nase vor der Klasse. Wenn die nicht passt haben die Kinder ein großes Problem.

Alles was ich weiß ist, dass die Klassengröße der mit Abstand größte Faktor für Schulerfolg der Kinder UND Berufsqualität der LehrerInnen ist.
Dafür müssen wir aber die Klassen auf max 20 Kinder, besser weniger bringen.

Ich frage mich wie es sein kann, dass wir min. seit der PISA-Studie intensiv darüber diskutieren und es seitdem aber immer nur schlimmer geworden ist. :frowning:

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Weil Bildung Ländersache ist und damit weniger im Fokus der Öffentlichkeit steht/ auf bundespolitischer Ebene keine Wählerstimmen gibt. Ist meine Theorie. Und weil das Volk zu blöd ist die wichtigsten Dinge zu priorisieren.

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Haha also diese Ländersachen checke ich auch null. Hauptsache noch mehr Beamte und Verwaltungsstrukturen. Richtig sinnvoll.

Meine Frau und ich sind momentan in genau diesem Dilemma. Sie hat letztes Jahr ihr Ref beendet und keine Beamtenstelle erhalten, weil die Schulleitung keine Planstelle für ihre Fächerkombi Deutsch/Geschichte bekommen hat.

Die Schulleitung will sie auch unbedingt halten, weil sie (zu) engagiert ist und versucht, die Kinder zu retten. Aber Pech gehabt. Dafür bekommt dann jemand mit dem Fach Kunst eine Planstelle, weil diese Lehrkräfte gesucht werden und das Land die Stellen freigibt. Diese Kunstlehrerin ist das Paradebeispiel für: „Beamtenstelle ergaunert und jetzt nichts mehr machen.“ Sie darf nach eineinhalb Jahren nicht mehr in der Oberstufe unterrichten, weil es so katastrophal mit ihr läuft und sie lieber mal Eis essen geht.

Jetzt musst du dir mal vorstellen, wie sich meine Partnerin fühlt, die über 1.000 € netto weniger verdient, keine PKV hat, keine Pension (Stand jetzt jedenfalls) und in der Regel nur einen Vertrag bis zu den Sommerferien erhält. Ihre Schulleitung hat jetzt wenigstens durchgeboxt, dass sie auch über die Sommerferien angestellt ist, aber normal ist das trotzdem nicht.

Da sitzt sie natürlich manchmal im Lehrerzimmer, kommt nach Hause und fragt sich, was eigentlich schiefläuft.

Gestern hat sie wieder bis 23:30 Uhr Klausuren korrigiert. Vor zwei Wochen musste sie einen Tag vor ihrem Geburtstag mit Schülern und ihrer Klasse zu 6K United nach Düsseldorf. Sie war Freitagabend erst um 23:55 Uhr zu Hause, nachdem sie morgens zur Schule ist. Da saß ich schon lange am Rechner, habe gezockt, zwei Hip-Hop-Zigaretten konsumiert und mich langsam fertig fürs Bett gemacht.

Niemals würde ich mir den Scheiß antun und mit so einer Anzahl von Kindern meinen ganzen Freitag verbringen und abends noch mit denen im RE nach Hause fahren. Dann hat ein Elternteil natürlich verschlafen, dass das Kind abgeholt werden muss, und sie musste 30 Minuten mit der Schülerin am Hauptbahnhof warten.

Dann kommen noch die Eltern dazu… Da würdest du dir wünschen, dass die Hälfte von ihnen am besten keine Kinder in die Welt gesetzt hätte, überspitzt formuliert.

Die Schulleitung hat die halbe Zeit mit Anwälten zu tun und kann sich nicht um die wirklich wichtigen Sachen kümmern.

Ich habe ihr auch schon gesagt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sie Elterngespräche nur noch mit Anwalt führt. Ich habe nämlich langsam die Schnauze voll von manchen Eltern und kann mir das nicht mehr geben. Ich hoffe, dass, wenn man zwei- oder dreimal mit einem Anwalt die Kelle verteilt, es irgendwann heißt: „Mit Frau Wullet ist nicht zu spaßen, die bringt ihren Anwalt mit. Vielleicht klären wir das lieber direkt vernünftig.“

Also tauschen würde ich auf keinen Fall.

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für 1000€ weniger bekommt Sie auch nen anderen Job und kein Burnout. :jule:

Fyp.

Im Ernst: ist ein Mix aus Eltern, Schule bzw. Lehrkräften, Social Media und uns als Gesellschaft.

Hat er. Die nimmt er aber häufig leider nicht war, da er von anderen Ebenen (Regierungspräsidium) ebenfalls Druck bekommt. Daher ist ja, nein sagen so extrem wichtig. Das bedeutet nicht, dass die AN alleine schuld wären. Aber sie können häufig etwas an ihrer Situation ändern, solange sie nicht in prekären Beschäftigungsverhältnisse stecken.

Huh? Das ist bei uns seit Jahren so :D

Du vergisst wie alt wir mittlerweile sind. Die Lehrerausbildung ist zwar noch immer noch nicht krass, hat sich aber im Vergleich zu damals massiv verändert.

Kommt auf das Bundesland an. Die meisten BL verbeamten alles was nicht bei 3 aufm Baum ist, sofern es fachlich gesucht ist.

Leider wegen der vielen Arbeit (lol als Grundschullehrer) keine Zeit alles zu lesen, sondern nur überflogen. Bin seit 2,5 Jahren jetzt in der Schulleitung einer Grundschule in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn (Ersatzschule) und insg. seit 10 Jahren Lehrer und ja, ein Großteil der Mittel werden refinanziert durch das Land. Der Vorteil dieser Ersatzschulen ist einfach, dass das Land sich nicht groß kümmern muss um diese Schülerschaft, da es eigene Schulaufsichten etc gibt, man wird also entlastet. Aber natürlich sind Ersatzschulen deutlich besser ausgestattet und idR besetzt als staatliche Schulen bei gleichem Lernstoff etc, daher kann ich Eltern schon verstheen. Wir haben halt Schülerwahl und auch da ist es natürlich so, dass die Schülerschaft priviligierter und bildungsnaher ist. Ich persönlich halte das nichtmal für gut, ich habe gerne an Brennpunktschulen gearbeitet, da die Kinder super dankbar sind im Gegensatz zu vielen Kindern bei uns, aber es war damals eine Schule im Aufbau und das fand ich sehr spannend, ein neues System mit modernen Unterrichtskonzepten mitzugestalten. Bei uns sind halt die Eltern super anstrengend und man muss eig jedes Jahr mehrere Elterngespräche mit Rechtsbeistand führen, insb. in Zeiten von Chat GPT und co.

Das Bildungssystem im Primarbereich liegt brach. Ich widerspreche hier explizit: Nach innen ist es noch viel maroder , als es nach außen wirkt. Das zeigen ja auch fast alle Entwicklungen im Rahmen von Vergleichsarbeiten wie VERA oder sonst was. Nur die vielen tollen Lehrkräfte, die für die Kinder alles tun, halten das System am Leben. Ist ein bisschen wie in der Pflege, würde ich sagen. Es wird totgespart, die Gebäude sind größtenteils am Arsch, die Qualität der Lehrerschaft ist beschissen, weil lieber durch Quereinsteiger und Studierende besetzt wird als dass man feste Stellen ausschreibt, Gymnasiallehrer, die krachend an Grundschulen scheitern (obwohl der Job ja so leicht ist), werden eingestellt mit Aussicht auf Verbeamtung am Gym nach 3 Jahren etc etc. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel - in der Regel in Dorflandschaften oder gut situierten Gegenden.

Unter keinen Umständen würde ich wegen der Rahmenbedingungen den Job nochmal machen, wenngleich ich den Unterricht super gerne mache und es nichts schöneres gibt, als Kindern Aha-Momente zu bescheren in Mathe, Deutsch, Sachunterricht z.B.
Die nächsten Jahre wird es nicht besser, im Fall von NRW. Im Bereich Hagen, Hamm, Gelsenkirchen gibt es Klassen, wo es keinen einzigen deutschsprachigen Schüler mehr gibt und statt dass da massiv investiert wird in DAZ/DAF-Lehrkräfte kommen da Ideen wie ABC-Klassen. Es ist alles so dumm, wenn man in diesem Beruf arbeitet und auch Schulleitungssicht hat, man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Ich verdiene gut mit A13Z und bin zufrieden, insb. mit der Pension im Hintergrund aber ich kann die hohen Burnoutquoten absolut verstehen.

2ldr: priviligierter Lehrer heult rum , obwohl verbeamtet, abgesichert und 4200€ netto

Lehrer müssen nicht verbeamtet werden, viele gehen auch raus aus den Beamtenstatus aus Angst vor Abordnung etc, aber wenn man dieses Privileg auch noch nimmt bei der aktuellen Personallage, dann befürchte ich noch schlimmere Konsequenzen , was die Qualität angeht. Denn die Arbeit mit den Kindern und die Sicherheit bzw Aussicht auf Pension ist glaub für viele der einzige Anreiz, den Job dann wirklich noch zu machen. Die Rahmenbedingungen sind sonst zu schlecht.

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Best I can do is in die Pflege gehen und weniger verdienen, keinen Beamtenstatus, Schichtdienst und anderen Menschen den Arsch abwischen

:sadge:

Zusammenfassung

Mach den Job trotzdem gerne, man bekommt sehr viel Anerkennung, Respekt und Wertschätzung zurück und leistet nen wichtigen Teil in der Gesellschaft imo

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Das mein ich ja, wenn die wirklich den Beamtenstatus killen, lässt dass das Faß zum überlaufen bringen lässt alles zusammenbrechen.

BTW @crade
Das mit dem einfacherem Studium muss nicht sein. Eine bekannte hat Mathe und Englisch als normalen Master studiert und zusätzlich dann eben den pädagogischen Part für die Schule. Gab es speziell in Münster.
Mit der Fächerkombi beißt man sich schon in den Arsch.
TBH, wenn man Geschichte, Deutsch, Kunst, Sport, Französisch etc. studiert bleibt einem ja auch fast nichts anderes als ein lehrender Beruf. Da ist man dann sehr happy als verbeamteter Lehrer.

Gibt da auch viele Fälle wo die Kollegen mit z. B Kunst (wie das Beispiel oben) kurz vor der Beamtengrenze noch schnell an eine Schule gehen und sich dann verbeamten lassen und dann die mindeste Pension bekommen, die dann natürlich viel höher ist als jede Rente die sie sonst bekommen hätten.

Wurde das auch nachträglich geändert? Wie hat sich das dann verhalten? Aktuell wird das in Hamburg ja als Gehaltserhöhung dargestellt HAHA

Musste es gerade google. Scheinbar wurde das 2003 eingeführt, als „Übergangslösung“ für Mehrbelastung. Ist eben ein langer Übergang.

wie darf man sich sowas vorstellen? schaut ihr euch die noten an oder ist das ein gespräch? falls ja, wie entscheidet man, ob ein kind „passt“? (darf man das so sagen?) inwieweit habt ihr auch die chance eltern anzuschauen und wie könnt ihr da vernünftige leute von querulanten trennen?

wurde gerade ernsthaft in der app meiner fahrschule nach der theoriestunde nach trinkgeld gefragt, ich kanns nicht fassen

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Bist du 16?

12, er macht den fahrradführerschein

Hör doch auf zu lügen, das Fahrradabzeichen hab ich schon in der Grundschule abgeräumt

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krass, richtiger überflieger, respekt!

fyp

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Er macht den Lkw Führerschein um später dM transportieren zu können :kappa:

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Letzter Schultag, fährt mir eine Schülerin aus der 11 Klasse ins Auto rückwärts :sweat_smile: