es geht auch nicht nur um gaza.
Es gab vor 2006 israelische Siedlungen im Gazastreifen. Sie wurden im Zuge der Machtübernahme der Hamas und der darauffolgenden Blockade des Gazastreifens durch Israel abgezogen. Der Rückzug wurde auch von Siedlern aus ein strategisches Fokussieren auf das Westjordanland verstanden, trotzdem sahen viele der Ultrarechten diese Entscheidung als einen Fehler an. Sie glauben ihnen gehört das ganze Land inklusive des Gazastreifens, Samara und Judea (deren Name für das Westjordanland) und viele Gebiete außerhalb der Grenzen von Israel (z. B. die Sinai-Halbinsel).
Nach dem Angriff vom 7. Oktober haben hunderte von Siedler außerhalb der Grenzen des Gazastreifens auf eine Möglichkeit gewartet in den Gazastreifen zu gelangen. Sie haben dort über Monate gezeltet und sogar versucht an der IDF vorbei in den Gazastreifen zu gelangen. Ich weiß nicht ob sie da immer noch warten, weil der mediale Fokus ist liegt nicht mehr so auf ihnen, aber die Siedlerbewegung hofft weiterhin auf eine Möglichkeit dort Nägel mit Köpfen machen zu können.
Die Siedler nehmen typischerweise illegal Land. Bauen einen provisorischen Außenposten. Terrorisieren die bestohlenen Palästinenser. Kommt es zur Gegenwehr rufen die Siedler die IDF. Auch wenn die Siedlungen noch nicht vom israelischen Staat anerkannt sind schützen die Soldaten ihre Staatsbürger. Sobald aus dem provisorischen Außenposten feste Gebäude geworden sind versuchen die Siedler eine Anerkennung durch den israelischen Staat zu bekommen. Sollte Israel die Siedlung anerkennen baut der Staat einen militärischen Außenposten zum Schutz der Siedler und Infrastruktur wie Wasser, Storm und Straßenverbindungen ins israelische Kernland. Die Straßen dürfen nur von Israelis benutzt werden und schneiden Felder, Höfe, Dörfer und Landstriche voneinander ab. An einigen Stellen gibt es bewachte Checkpoints an denen israelische Soldaten willkürlich entscheiden können wer über die Straße zur anderen Seite gelangen kann. So wird das palästinensische Gebiete zu einem Flickenteppich aus Enklaven.
Genau das ist jetzt schon Realität im Westjordanland.
Die Motivation sich einem solchen System völlig Schutzlos aussetzten zu wollen sollte nachvollziehbar sein oder?
Ok, es geht also doch um Gaza.
Du schreibst, schon während des jüngsten Krieges gab es Siedlungsversuche im Gazastreifen. Keine Ahnung ob das stimmt, aber nehmen wir es mal an: dann gab es doch diese Siedlungen bereits, als die Hamas noch bewaffnet war. Und wenn die israelische Armee diese Siedlungen schützt, kann doch auch eine Hamas die Siedler nicht vertreiben?
Ich verstehe absolut das Problem an diesen Siedlungen und was der längere Plan dahinter ist. Aber die Kausalität, warum das ein Grund sein sollte, die Hamas nicht zu entwaffnen, ist doch nicht gegeben?
Aber gut, ist dann auch egal.
Ergänzend: bestehende palästinensische Siedlungen auf den Gebieten werden von sog. Siedlern zerstört, die ursprünglichen Bewohner mit Waffengewalt vertrieben. Es gibt israelische Aktivisten, die zum Schutz der Palästinenser bei diesen leben, sie nennen dasprotective presence.
Ich bin nicht @bolo und ich spreche nicht für ihn. Ich wollte erklären, dass es auch Siedlungen im Gazastreifen gab und einen möglichen Punkt einbringen warum Palästinenser sich nicht entwaffnen wollen.
Und während dem aktuellen Konflikt gab es soweit ich weiß noch keine echten Versuche Land für Siedlungen zu nehmen. Es gab nur mehr oder weniger symbolische Versuche sich an IDF vorbei zu schleichen bzw. vor der Grenze vom Gazastreifen zu warten.
Ich empfehle die neue Version von der BBC Doku „Louis Theroux: The Settlers“. Ich glaube man kann die vielleicht auf Youtube finden. Dort sieht man die Siedlungen im Westjordanland, wie sie entstehen und man lernt auch die Mutter der Siedlerbewegung kennen. Gleichzeitig zeigt es auch die Hoffnung in Gaza siedeln zu können. In einer kurzen Sequenz versucht die Mutter der Siedlerbewegung in den Gazastreifen selbst einzudringen.
Vor zehn Jahren.
Vor fünf Monaten.
https://www.youtube.com/shorts/5Yd8D_Nh_Lg
Nichts hat sich geändert.
Beide Videos der Associated Press.
es ist einfach nur ein billiger taschenspielertrick, irgendwie zwischen gaza und westjordanland (und ostjerusalem wenn wir schon dabei sind) trennen zu wollen, als hätte das eine nichts mit dem anderen zu tun. als ginge es der hamas oder irgendeiner anderen gruppierung dort nur um gaza bzw. ihren eigenen teil.
das sind alles völkerrechtlich palästinensische gebiete und wenn im westjordanland dörfer zerstört und grenzen gezogen werden, dann nimmt das den menschen in gaza genau so die perspektive für den eigenen, einigermaßen zusammenhängenden und langfristig überlebensfähigen staat (der ihnen völkerrechtlich zugesprochen wurde), wie den menschen dort. und die menschen sehen das auch so.
soll mir niemand vorwerfen, dass ich nur die deutschen medien kritisiere.
die politische talkshow peston hatte den jüdischen chef der britischen grünen, die momentan in umfragen einen kleinen höhenflug haben, zu gast und dabei gab es dieses leicht bizarre ende:
Ist das Video nur bei mir nicht verfügbar? 
Israel hat scheinbar nicht genug.
Was sagt denn hier der linke Flügel zum neuen ZDF Skandal?
Wie kann man Jahre so schlechten Journalismus betreiben?
Es sollte Waffenruhe herrschen. Stattdessen werden Medien bombardiert und Kinder sterben.
Aber ja, der Skandal ist es, dass das ZDF mit einer Produktionsfirma zusammenarbeitet, bei dem angeblich ein Hamas-Mitglied beschäftigt ist.
Ich würde mich da irgendwie hinterfragen.
ich sage dazu, es ist überfällig, unabhängige journalisten in das gebiet zu lassen.
ist natürlich nicht auszuschließen, dass jemand dort tatsächlich hamas mitglied ist, aber „laut israels armee“ oder „israels armee legt dokument vor“ hat angesichts der vergangenen zwei jahre absolut gar keinen wert.
Wirst da unten im Moment auch kaum Leute finden, die völlig unvoreingenommen und ohne Verbindungen irgendwelcher Art zu den (ehemaligen) Herrschern sind
Aussagen von Hamas-Mitgliedern zu nem potenziellen Waffenstillstand in den vergangenen zwei Jahren aber schon oder?
wenn wir da über den, aus sicht der hamas, wahrscheinlich bei weitem einseitigsten austausch-deal, der dort in den letzten jahrzehnten stattgefunden hat, reden, dann ja.
ich glaube tatsächlich, dass die das alzeptiert hätten, wäre auf der israelischen seite jemand gewesen, der so etwas (neutral gesehen aus israelischer sicht natürlich „dummes“) annimmt.
ich glaube aber auch, dass mir ziemlich schnell die eurostücke ausgehen würden, wenn ich die in der fußgängerzone für 50 cent verkaufe. aber auch das kann man gerne anzweifeln.
Naja kommt natürlich immer aufs Bundesland an
Weiter gehts
Wer glaubt, dass dieser Mensch und seine Regierung je irgendwas bewirken wollen für den Frieden.
Es kann ihm nur das Ego des Orangenen aktuell im Weg stehen.