Tut mir leid, aber anekdotische Evidenz anzuführen, um damit zu rechtfertigen, was seit 1.5 Jahren im Gaza-Streifen passiert, um damit die Aktion seit dem Terrorakt der Hamas im Oktober 2023 zu rechtfertigen, ist in meinen Augen eine krasse Verharmlosung der tatsächlichen Ereignisse.
Du magst die reale Angst am eigenen Körper gespürt haben, so wie viele andere Israelis, aber daraus eine Legitimation abzuleiten, ein Land bis auf den Boden zu zerbomben, jegliche Form von medizinischer Versorgung kleinzubomben bis auf das letzte Krankenhaus, Nahrung und Wasser vorzuenthalten, um politisch Druck auszuüben, wirklich jede Bombe mit dem Satz zu rechtfertigen „aber hier war die Hamas“, ist einfach das Hinnehmen eines krassen Missverhältnisses.
Selbst wenn man deinen Satz heranzieht, die Hamas endgültig zu besiegen, rechtfertigt das vor keinem Kriegsgericht der Welt die Art und Weise wie die palästinensische Bevölkerung davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Dass das in deiner Argumentation nicht mal eine Seitennote ist, zeigt doch nur besonders, dass du von deinen ganz eigenen anekdotischen Erlebnissen geprägt bist. Viel schlimmer ist es, dass diese Erlebnisse dich zu so einer subjektiven Meinung hinreißen lassen, die nicht ansatzweise so objektiv ist wie die von Menschen, die deiner Ansicht nach die Diskussion vom Sofa aus führen.
Deine reale Angst ist überhaupt nicht im mindesten ein objektiver Indikator dafür, welche Maßnahmen in einem Krieg gerechtfertigt sind, den die israelische Armee gerade gegen die palästinensische Zivilbevölkerung führt.
"Realität vor Ort ist ungleich komplexer und emotional belastender als theoretische Betrachtungen. Wer nicht selbst die unmittelbare Bedrohung, die Angst im Nacken und die NotwendigkeiT Schutz zu suchen, erfahren hat, dem fehlt meiner Meinung nach eine wesentliche Dimension für die Beurteilung der Situation und der daraus resultierenden Maßnahmen. "
Diese Worte sind unfassbarer Hohn für all diejeinigen Menschen die auf der anderen Seite nicht nur durch Bomben sterben, sondern qualvolle Tode sterben aufgrund von Nahrungsknappheit oder fehlender medizinischer Versorgung. Dass du es wirklich wagst deine erlebte Todesangst gleichwertig dagegen anzuführen, kann ich kaum glauben.
Da retten dich auch nicht deine allgemein gehaltenen Worthülsen, die um Ausgleich bemüht sind.