Inhaltsverzeichnis
- Kapitel 1: Technik
- Kapitel 2: Kosten, Preisgestaltung und aktuelle Zahlen der App (coming soon)
- Kapitel 3: Community-getriebene Entwicklung (coming soon)
- Kaptiel 4: Marketing und „Media attention“ (coming soon)
Vielleicht haben manche meinen ersten Blog gelesen über meine nebenberufliche Reise als Indie App Entwickler gelesen. Falls nicht, ich bin Tobi, 33, hauptberuflich Softwareentwickler und entwickle in meiner Freizeit Apps. Meine erste App, eine App für Paare war so ein mäßiger Erfolg und läuft aktuell so ein bisschen nebenbei, macht aber dennoch so ungefähr 70€ im Monat. Das reicht zumindest für die AppStore Gebühren und um die Serverkosten zu decken. Dieser Blog soll sich aber um meine zweite App drehen, Intake. Ein Kalorienzähler ohne Abo, ohne Gamification Quatsch und mit 100% Privatsphäre und Datenschutz. Wie ich auf die Idee kam, wie ich das ganze entwickelt habe und wie daraus in nur 3 Monaten ein ( für mich) riesiger Erfolg wurde, erzähle ich euch jetzt.
Ich habe letztes Jahr im Sommer wieder angefangen aktiv Fußball zu spielen im Verein und hatte so ca. 20kg zu viel auf den Rippen. Ich war noch nie der schnellste auf dem Platz, aber mit 20kg zu viel und über 10 Jahren Fußball-Pause musste ich dringend etwas ändern wenn ich auf dem Platz überhaupt eine Chance haben wollte. Ich hab mich also ein bisschen umgeschaut, und für mich das Kalorienzählen entdeckt. Bin dann relativ schnell beim Marktführer Yazio gelandet und war erstmal ganz zufrieden mit der App. Den Preis fand ich ein bisschen happig, aber wiederwillig hab ich das Jahresabo abgeschlossen und hab erstmal losgelegt. Irgendwann gingen mir dann aber doch mit der Zeit die ganzen Streaks, Maskottchen, Ernährungstipps und der ganze andere Quatsch auf die Eier, der eigentlich nur dazu ausgelegt ist, dich als Nutzer bei der Stange (und vor allem im Abo) zu halten. Als dann kurz vor Weihnachten mal wieder ein Update mit noch mehr Animationen und Maskottchen kam, hatte ich irgendwann genug und dachte mir das kann doch nicht so schwer sein einen ordentlichen Tracker zu bauen.
In Zeiten von KI eine App zu bauen ist grundsätzlich nicht so schwierig, vor allem wenn man auf eine lange Erfahrung im Softwarebereich zugreifen kann und so kam dann auch kurz nach Neujahr der erste Prototyp zustande. Damals noch quick and dirty mit React + Capacitor, weil ich darin einfach schon Erfahrung hatte und wusste was mich erwartet. Ich hab dann auch relativ schnell mit Marketing auf Threads begonnen und bewusst nach Leuten gesucht, die genervt von Yazio waren, und das waren zum Glück nicht wenige. Januar ist sowieso eine super Zeit, um den Leuten etwas von Kalorien zu erzählen und das Projekt fand dort großen Anklang.
Als Datenbank für das Essen habe ich mich von Anfang an für Open Food Facts entschieden. Die Vorteile lagen auf der Hand:
- Kostenfrei nutzbar
- große Datenbank mit Millionen von Einträgen und Barcodes
- Daten können frei heruntergeladen werden
Leider ist die API sehr langsam und man erreicht relativ schnell die Limits, daher habe ich mich dazu entschieden die Daten einmal komplett runterzuladen und in eine eigene PostgreSQL Datenbank (supabase) einzupflegen. Somit hatte ich eine gute Datenbasis um loszulegen. Basics (Produkte ohne Barcode wie Gemüse, Obst etc) habe ich mir am Anfang von ChatGPT generieren lassen und ebenfalls in meine Datenbank eingepflegt.
Ich gehe hier bewusst nur sehr oberflächlich auf den Techstack ein, da ich nicht weiß wie sehr euch das interessiert. Gerne zu den Daten, das Updaten der Daten und die Qualität der Daten in späteren Beiträgen mehr.
Da ich natürlich unter der Prämisse gestartet habe, dass ich eine App ohne Abomodell machen wollte, habe ich mich für den Start für einen Einmalkauf im AppStore entschieden und die App Ende Januar für 6,99€ angeboten.
Was dann in den ersten 10 Tagen passiert ist habe ich persönlich so nicht erwartet. Die App wurde direkt super angenommen und alleine im Januar kamen 145 neue Nutzer dazu.
Ich habe mich dann entschieden, die App nativ für iOS neuzubauen, da ich ja anfangs sowieso nur für iOS geplant hatte und das volle native Feeling haben wollte für die Nutzer.
Im Februar kamen nochmal 160 neue Nutzer dazu, und ich bekam auch viele Anfragen, wie es denn mit einer Android Version aussehen würde. Kurzerhand habe ich diese Aufgabe dann an Claude Code ausgelagert und innerhalb von 2,5 Wochen eine erste Beta für Android entwickelt.
Im März habe ich dann endlich mal die wichtigen Dinge in Angriff genommen, nämlich Marketing und Vertrieb. Die App war zwar in der Threads Fitness Bubble recht bekannt, aber durch einen Tip eines anderen Entwicklers, kam ich dann auf die Idee iPhone Blogs und Magazine anzuschreiben. Der iPhone Ticker von ifun.de hat als eine der wenigen Seiten auf meine Anfrage geantwortet und einen Artikel über die App rausgebracht. Was dann passiert ist kann ich immer noch nicht so ganz begreifen, aber im März haben sich sage und schreibe 1600 Menschen die App heruntergeladen. Dazu kamen noch 150 neue Android Nutzer. Ich saß glaube ich jeden Abend vor dem PC und konnte es kaum erwarten, die Daten für den vergangenen Tag anzuschauen.
Ich dachte ich teile das ganze einfach mal hier, da mich dieses Forum schon fast 15 Jahre immer wieder begleitet hat, und vielleicht habt ihr ja Bock etwas mehr über das Thema zu lesen oder habt konkrete Themen, die euch brennend interessieren über das Thema Indie Development, Entwicklung mit KI Tools, Marketing (wobei ich da absolut kein Profi bin und vermutlich einfach nur Glück hatte) oder sonstige Themen.
Schreibt mir gerne mal rein, was euch interessiert und womit ich weitermachen soll (hier im Blog).
Bevor ich es vergesse, hier der Link zur Webseite, dort findet ihr alle Infos, News Artikel von Magazinen, die über die App berichtet haben und vieles mehr.
Bis dahin,
Tobi


