Deutsche Politik (Teil 1)

ist mir bewusst, große änderungen gab es trotzdem nicht.

bringt halt nichts, wenn dann gefühlt ein mal die woche mit 2-3 hanseln kontrolliert wird und die kontrollen so offensichtlich sind, dass man schon 10 minuten vorher weiß, was bald abgeht.

mehr polizeipräsenz (ohne wvz) würde z.b. viel mehr bringen. wird aber vermutlich nicht stemmbar sein.

ist einfach völlig utopisch das ganze. man erzeugt eine „gefühlte sicherheit“ für die anwohner (die nie erfüllt werden kann) und gleichzeitig verlagert man die probleme in die angrenzenden stadtteile.

befragung der anwohner:

Aus der Befragung ging auch hervor, dass die Waffenverbotszone keinen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Anwohner/-innen hat. Auch deshalb lehnen viele Befragte die Waffenverbotszone als flankierende Maßnahme zur Reduzierung der Kriminalität ab und formulierten auch Bedenken, dass diese im Kern als Instrument zur Legitimierung anlassloser Präventivkontrollen durch die Vollzugspolizei genutzt wurde.

selbst die leipziger polizei sieht die wvz (mittlerweile) als unnötig an:

„Die Waffenverbotszone ist aus unserer Sicht nicht vonnöten. Wir haben auch andere Paragrafen, die uns Eingriffsbefugnisse geben.“

bleibt mmn einfach symbolpolitik.

Seh ich auch so. In Hamburg gibt es seit 2007 die Bundesweit erste Waffenverbotszone um die Reeperbahn.
Ob die irgendwas nützt ist auch nach 14 Jahren (!) absolut unklar. Wird sich je nach Sichtweise hingebogen.
Gibt allerdings auch keine wissenschaftliche Untersuchung dazu bisher.

Ist halt das einfachste Mittel der Politik um „was zu tun“, ohne sich mit den dahinter stehenden Ursachen überhaupt beschäftigen zu müssen.

FYI, ich hab jetzt aus Interesse mal nachgemessen: Standardlänge der grossen Klinge der Schweizer Taschenmesser sind 6cm. Nur die „Grossen Taschenmesser“ (i.d.R geschwungene Form) haben eine längere Klinge, meistens aber auch nur 8cm.

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Ich will hier jetzt niemanden angreifen, aber einfach alles verbieten zu wollen (generell), was einem nicht in den Kram passt oder man Beweggründe dafür nicht versteht, zeugt von einem begrenzten Geist. Wenn man nur den Hammer als Werkzeug kennt, müssen eben alle Probleme zwangsläufig Nägel sein.

Wie Icke bereits beschrieben hat, haben wir schon extrem restriktive Waffengesetze in Deutschland. Wer plant Menschen zu verletzen, kann dies auch mit einem Hammer, einer Säge, einem Beil oder im Zweifel sogar mit einem angespitzten Ast tun und hat einen gleichen/den ähnlichen Effekt vom Messer. Ich verstehe daher nicht, warum man solch eine Symbolpolitik ernsthaft unterstützen kann, das ist mir wirklich schleierhaft. Dast ist genau die Art von Symptombekämpfung, warum ein Großteil der Menschen viele Politiker nicht mehr ernst nimmt.

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Nochmal: Jedwede Einschränkung oder Reduktion des Status Quo sollte gut begründet sein - und die Argumentation steht eben auf einem mehr als wackeligen Gerüst.

Aber trotzdem mal ein Punkte, die mich daran nerven würden:
Ich hatte als Kind ziemlich oft ein mEsser dabei - seis jetzt um mir nen Apfel zu schälen (machen Rentner auch gern;)) oder um iwas zu öffnen, Stöckchen zu schnitzen oder oder

Diese Geschichte wie etwas „transportiert“ ist einfach ein Nervfaktor - mich nervts schon, dass ich mein Taschenmesser aus meiner Arbeitstasche zum Fliegen immer sortieren muss, das jedes Mal zu checken etc. wär unbequem.

Also ab und an ist es schon nützlich, dass meine Frau ihr Schweizer Taschenmesser dabei hat. Auch in der Stadt. Also dass man gar keine Anwendung dafür hat ist einfach Blödsinn.

Generelles messerverbot ist auch einfach nur Symbolpolitik. Wird eh nicht kontrolliert und wenn ich wirklich jemand abstechen will nehme ich mir mein schärfste Küchenmesser und los geht’s. Da hält mich nur mein Gewissen auf und kein Gesetz der Welt.

Stand noch nie in der Innenstadt oder auf dem Stadtfest und dachte:
„Ach Mist, jetzt hab ich mein Taschenmesser Zuhause liegen gelassen!“.

Verstehe eure Kritik an dieser völlig abstrusen Einschränkung allerdings auch nur dahingehend, dass es die Ursache nicht bekämpft, sondern lediglich gegen die Symptome wirkt.

Bin ehrlich: Sollen sie das Verbot machen. Schadet doch keinem normalen Menschen, im Zweifel sorgt es zumindest bei dem ein oder anderen für eine höhere Hürde und wenn es dazu dient, eine „gefühlte“ Sicherheit wiederherzustellen ist das doch auch okay.

Es wurde doch von Ra schon Zahlen genannt, dass die größere Gefahr auch nur „gefühlt“, weil medial deutlich präsenter, ist. Dann gleicht sich gefühlte Gefahr und gefühlte Sicherheit doch wieder aus.

Das man dann Leute, die im Zweifel auch mit ner Machete durch die Gegend rennen, nicht davon abhält ist klar. Terroristen werden immer eine Möglichkeit finden, zu terrorisieren. Aber jede Hürde sorgt dafür, dass es länger dauert/schwieriger wird/leichter aufzudecken ist und erleichtert die Arbeit der Behörden. Und so ein Verbot sorgt dann vllt. auch für weniger 08/15-Messerstechereien.

Finde es sowieso…k.A. befremdlich?, wie oft hinter solchen (oder ähnlichen) Maßnahmen nicht mehr der Grundgedanke herscht „Wie kann das mein Leben sicherer machen/der Polizei oder den Behörden die Arbeit erleichtern im Kampf gegen jedwede Kriminalität“, sondern der erste Gedanke ist fast nur noch"Wie werde ich hier über Ohr gezogen, wie kann man mich grundlos überwachen/verklagen/ans Schlafittchen und meine Persönlichkeitsrechte beschneiden". Grundvertrauen gleich 0. Irgendwie schade.

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„Wie kann das mein Leben sicherer machen/der Polizei oder den Behörden die Arbeit erleichtern im Kampf gegen jedwede Kriminalität“, sondern der erste Gedanke ist fast nur noch"Wie werde ich hier über Ohr gezogen, wie kann man mich grundlos überwachen/verklagen/ans Schlafittchen und meine Persönlichkeitsrechte beschneiden". Grundvertrauen gleich 0. Irgendwie schade.

Glaube nicht, dass das zwingend (zumindest bei mir) etwas mit Vertrauen zu tun hat, sondern eher um eine Grundeinstellung.

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

Ist jetzt logischerweise überspitzt beim Thema Messerverbot, aber ich finde es generell schon sehr gut, wenn der Staat nur im nötigsten Maße in die Freiheit der Bürger eingreift und nicht alles gerechtfertigt werden kann mit „wir machen das nur zu eurem Schutz“. Die Demokratie in der wir leben ist auch nicht unzerbrechlich und wir sehen überall in Deutschland, dass radikale Kräfte an Macht gewinnen. Da ist es mir doch ganz lieb, wenn staatliche Eingriffe was die Freiheit des Einzelnen angehen, nur in absolut notwendigem Maße stattfinden und nicht um Symbolpolitik zu betreiben. Verstehe aber auch, wenn man das anders sieht.

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Weil diese Forderungen halt direkt im Kontext mit dem Attentat stehen und da oder bei ähnlichen Fällen gar keine Auswirkung haben. (Wie gesagt: Das Führen des Messers war in dieser Form bereits verboten gewesen)
Gefühlt gibt es nach dem Attentat 2 Diskussionen: Zum einen warum der Täter nicht „abgeschoben“ wurde (nach Bulgarien, als ob da ein solcher Terroranschlag besser gewesen wäre) und die Messerverbotsdebatte.

Beides sind halt rein populistische Debatten, vor den Wahlen natürlich verständlich. Aber es wäre zur Abwechslung mal schön, wenn man wirklich an die Ursachen gehen würde.

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Vor allem die jungen Menschen in unserem Land stehen auf diese Art von Debatten. Man merkt es förmlich.

Was weißt du denn über die jungen Menschen?

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Was hilft gegen Waffen? mehr Waffen! Einfach Schusswaffen legalisieren - kurbelt gleichzeitig noch die Wirtschaft an. Messer sind doch was für Kids!

Srsly, jemanden der im normalen Alltag mit einem Messer rumrennt, ist doch nicht zu helfen. Ich habe in meinen 32 Jahren noch NIE ein Messer unterwegs benötigt. Jetzt kommt mir nicht mit, ich musste mir nen Faden von meinem Hemd abtrennen. Kannste im Büro mit einer Schere machen.

Natürlich hilft ein Verbot nicht gegen irgendwelche Psycho-Attacken oder Anschläge, aber ich finde es schon befremdlich, wie viele junge Menschen mit einem Messer zum „Selbstschutz“ rumrennen.

Vor allem wenn man dann noch sieht was das oft für Messer sind.

Wie gesagt, man sollte englische Zustände von Anfang an vermeiden. Es sollte ein EU-weites Verkaufsverbot für diese riesigen Machetenmonstermesser etc. geben, insbesondere auf Plattformen wie Amazon etc. Ja ja, irgendwelche psychos etc. machens auch mit nem Löffel… Ne Machete braucht man im Dschungel, aber nicht hier.

Als Kind vom Dorf war ich es auch immer gewohnt, mit einem Taschenmesser herumzulaufen. Ich war früher aber auch quasi 24/7 im Wald unterwegs und meine großen Vorbilder, die beiden Opas, hatten auch immer ein Taschenmesser dabei. Ich weiß auch noch ganz genau, wie ich mit meinem Opa mein erstes Taschenmesser gekauft habe.

In der Stadt finde ich es unpassend und fühle mich auch unwohl damit, das Messer dabei zu haben. Deswegen habe ich das da nur in der Tasche, wenn ich es vergessen habe auszupacken.

Aber wenn ich zu meinen Eltern fahre landet es wieder im Rucksack. Das fänd ich doch sehr befremdlich, wenn das nun verboten wird. Oder auch ein Leatherman o.ä…

Da muss ich gestehen, dass ich mich da auch dieses alte-weiße-männer-syndrom erfasst und ich denke: so langsam ist aber auch genug.

Brauche ich das Messer im Alltag? Nein.
Würde mich ein Verbot großartig einschränken? Nicht wirklich.
Und trotzdem fände ich ein Verbot doof, weil ich mich dadurch in eine kriminelle Ecke gedrängt fühlen.
Und das von einem Verbot, was eine Tat wie die in Solingen auch nicht verhindern würde.

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Ich denke der Kontrolldruck gegen Jochen im Wald wird auch in Zukunft gegen Null gehen.

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Das sind auch immer vergleiche die gezogen werden?

Es geht ja auch nicht um Jochen im Wald der glaubt er ist auf einem survival Trip im Dschungel.

Es geht doch darum dass die ganzen Hipster oder wie man heute sagt talahons oder sowas in der Stadt mit Messern in der Tasche Rum Rennen.

„Und das braucht Zeit niemand. Immerhin zögern die Bullen mittlerweile weniger mit dem abdrücken bei den Bekloppten“

Nein, geht es mir eben nicht. Und ich finde das auch keine abstrusen Vergleiche.

Ich bin der Meinung, das differenziert genug dargestellt zu haben. Wenn ihr jetzt meint, dass plakativ auf Jochen im Wald reduzieren zu wollen, nun gut. Aber dann braucht’s auch keine weitere Diskussion.

"Aber wenn ich zu meinen Eltern fahre ballert es wieder im Motorraum. Das fänd ich doch sehr befremdlich, wenn das nun verboten wird. Oder auch ein generelles Tempo 30 in Städten o.ä…

Da muss ich gestehen, dass ich mich da auch dieses alte-weiße-männer-syndrom erfasst und ich denke: so langsam ist aber auch genug.

Brauche ich freie Fahrt auf der Autobahn im Alltag? Nein.
Würde mich ein Tempolimit großartig einschränken? Nicht wirklich.
Und trotzdem fände ich ein Verbot doof, weil ich mich dadurch in eine zerstörerische Ecke gedrängt fühle.
Und das von einem Verbot, was ein verfehlen der Klimaziele auch nicht verhindern würde."

Hoffe du merkst, wie das argumentiert ist.

Nein. Merke ich nicht.
Denn ob ich ein Messer bei mir trage oder nicht hat keinerlei Einfluss auf meine Umwelt, ob ich Bahn fahre oder Auto dagegen schon.

Von daher hinkt der Vergleich. Aber lassen wir es lieber, führt zu nix.