Grüße aus dem Krankenhaus… Bin gerade wirklich down. Hab einen keim in der Blutbahn. Daher wohl auch das hohe Fieber der letzten Tage.
Irgendwie kommen gerade diverse Dinge von früher wieder hoch… Mein älterer Sohn, welcher das damals ja auch mitbekommen hat, hat ebenfalls dran zu knacken und weint viel.
Schuld war wohl mein hickmann Katheter. Dort hat sich irgendwie ein keim angesetzt. Woher auch immer. Der musste heute sofort raus… Jetzt hab ich eine Picc Line im linken Oberarm für die Antibiotika Therapie.
Zudem muss ich ein Herz Ultraschall und ein Schluck Echo vom Herz machen. Ob der keim sich auf die Herzklappen gesetzt hat
Es ist momentan wieder alles ziemlich belastend… Wollte mich daher kurz ausheulen
Kann mir mal irgendwer beantworten, ob das normal ist, schon in der 1. Klasse den Sportunterricht regelmäßig verkürzen zu müssen, weil man die Klasse und insbesondere ein paar Unruheherde nicht ruhig bekommt?
Da werden so viele Parameter dranhängen, die du als Papa nicht siehst. Kurz : ja möglich, aber ohne Umstände intern zu kennen, unmöglich von außen zu beurteilen. Aber gut ist es natürlich nicht
Hab letztens erst gelesen, dass mittlerweile die meisten Kinder auf Privatschulen sind – nicht, weil die Eltern superreich wären, sondern weil man vom staatlichen Schulsystem desillusioniert ist.
Bin nicht mehr weit davon weg.
Mittlerweile 27 Kinder. Davon wiederholen drei die 1. Klasse, einer wäre eigentlich schon in der Dritten… Dazu kommen noch Flüchtlinge aus der Ukraine, die auch ihr entsprechendes schweres Päckchecn tragen müssen.
Das ist doch kein Zustand in dem irgendwas funktioniert.
Weder können die ‚Problemkinder‘ aufgefangen werden, noch können die denen es leichter fällt adäquat gefördert werden.
Und ich mache hier explizit nicht den Kindern einen Vorwurf, sondern unserm völlig aus den Fugen geratenen Schul- und Erziehungssystem.
Immer größere Klassen, immer weniger Durchgriff, immer mehr Anwälte und einknickende Behörden…
Wenn du nicht willst, dass deine Kinder „so“ einen Umgang haben, go4it. Die Lehrqualität wird da aber im Schnitt nicht besser sein, sondern häufig schlechter. Zumindest in Deutschland. Ich klammere jetzt mit Absicht mal die ganzen „Top“ privaten Schulen von privaten Großmogulen aus. Einen Umgang mit der „echten“ Gesellschaft, den sie so oder so irgendwann in ihrem Leben haben werden, lernen sie auch nicht. Zudem sind Privatschulen häufig homogener, was für gesellschaftliches Zusammenleben und die Charakterentwicklung der Kinder nun auch nicht wirklich top ist. Meine Nichten und Neffen sind auf einer Privatschule. Ich persönlich würde meine Kinder aber nicht auf solch eine Schule schicken.
Die ganze Situation ist mit Sicherheit nicht top, aber jetzt auch nicht so schlimm wie es von Außen den Eindruck macht. Die Flüchtlinge aus der Ukraine hattest du auch vorher schon. Damals waren es halt entweder frisch migrierte Türken, Italiener oder nach Fall der Suwjetunion der ganze Ostblock oder eben Flüchtlinge aus Yugoslawien. Die Betreuung von „Problemkindern“ ist nicht schlechter als früher, sondern sogar häufiger besser. Die Zahl an Schulsozialarbeitern steigt, Schulbegleitungen und Nachteilsausgleiche sind keine Einzelfälle mehr und „schwierige“ Kinder werden nicht mehr einfach an Sonderschulen abgeschoben, wo sie dann häufig unter ihren Möglichkeiten blieben. Natürlich ist das alles herausfordernd. Hilft auch nicht, dass man immer weniger Lehrkräfte hat, die Verachtung für den Lehrberuf, oder generell dem Beamtentum, steigt und Eltern sich entweder garnicht oder überschwänglich um ihre Kindern kümmern, aber auf beiden Seiten eine riesige Erwartungshaltung besteht. Das Thema Digitalisierung hat es mit ständiger Verfügbarkeit und Whatsappgruppen auch nicht leichter gemacht.
Es geht nicht darum, keinen Umgang mit solchen Kindern zu haben. Es wäre nur schön, wenn nicht der überwiegende Teil Probleme in der Schule hätte, da es aus meiner Sicht, im aktuellen System mit bestehnder Klassengröße nicht passend aufgefangen werden kann.
Unser Kind aus der nur ein paar hundert Meter entfernten zu Schule zu nehmen, ist auch wirklich das Letzte, was wir wollen. Aber ich struggel schon damit, wie sehr sich der Schulalltag in den 30 Jahren, seit ich dort meine Schullaufbahn begonnen habe, verändert hat. Und nicht falsch verstehen, wir hatten damals auch einen breiten internationalen Mix in der Klasse! Darum geht es nicht.
Die Ukrainer sind bei weitem nicht das größte Problem in der Gruppe! Sie kommen durch ihre spezielle Situation und ganz eigenen Bedürfnisse noch on top auf ein völlig am Limit laufendes System.
Wenn sich die Lehrerin mit Burnout krankmeldet, werde ich nicht verwundert sein.
Am Ende werden die Kinder durchkommen, bei denen sich das Elternhaus zusätzlich kümmert und bemüht. Viele andere bleiben auf der Strecke.
Keine Sorge, ich wollte dir keinen Rassismus unterstellen.
Das war leider schon immer so :/ Ich pflichte dir bei, dass sich am Schulsystem etwas ändern muss. Ich will das hier auch garnicht in Schutz nehmen. Ich glaube bloß nicht, dass Kinder auf einer privaten Schule in den meisten Fällen besser aufgehoben wären. Aber mach im Endeffekt das, was du für richtig hältst für dich und dein Kind. Ich wollte dir da auch garnicht so schnippisch von der Seite reinquatschen, aber ich halte den Trend hin zu Privatschulen für keinen guten, sondern sogar gesamtgesellschaftlich für einen gefährlichen. Und eine bessere Lehrqualität gibt es da, leider, oft eben auch nicht. Was viele nicht wissen ist nämlich, dass du im Vergleich zur staatlichen Schule bei vielen Privatschulen nicht zwingend ein zweites Staatsexamen / bestandenes Referendariat brauchst. Die Lehrkraft muss lediglich fachlich und pädagogisch geeignet sein". Das kann man weit interpretieren. Es ist nicht selten, dass Leute die nicht durchs Ref gekommen sind am Ende an einer privaten Schule landen. Natürlich gibt es dort auch mit Sicherheit viele gute Lehrkräfte und nicht jede Lehrkraft mit einem abgeschlossenen Referendariat ist eine gute Lehrkraft. Aber ich denke, du verstehst was ich meine.
Tja wie wichtig Lehrer sind merkt man erst wenn man sie selber braucht.
Lehrer sollten meiner Sicht aus weiter die größten Privilegien bekommen die es im Staatsdienst gibt, um zu gewährleisten, dass es genug Lehrer gibt.
Was die zur Zeit alles durchmachen müssen, ist sehr schwer. Der Nachwuchs bricht auch weg weil keiner sich den Stress geben möchte und aktuell engagierte Lehrer stehen oft vor einer totaler Überlastung bzw. Burnout.
Nur rein aus Interesse, worauf stützt sich diese Annahme? Ich halte auch nicht so viel von Privatschulen und habe schon oft gehört, die Lehrqualität sei nicht die Beste. Was ich aber so von staatlichen Schulen (Medienberichte, befreundeten LehrerInnen, Eltern) höre, erweckt jetzt auch nicht den Eindruck einer hochqualitativen Lehre dort.