Droppe mal den Artikel von Eva Illouz hier, weil sie für mich versucht etwas Licht in dieses Thema zu bringen bzw. es für mich auch die Problematik hier im thread trifft: Debattenkultur zu Nahost: "Der Antisemitismus ist globaler und tiefer in die Sprache politischer Eliten eingeschrieben als je zuvor" | DIE ZEIT bzw. archive
Glaube fast niemand hier wird eine sich immer weiter radikalisierende israelische Regierung hier verteidigen oder sie von ihrer humanitären Verantwortung, der sie in Gaza nicht gerecht wird, entbinden. Man kann sich wirklich Fragen, warum Israel so blind dafür ist oder man kann sich vllt darüber Streiten wie man sich aus deutscher Perspektive dazu angemessen verhält
Glaube das sensiblere Thema ist die Hamas und die Indifferenz mancher im Umgang mit ihr, dass man sie und ihren faschistoiden Charakter und ihre Gewalt, auch gegen Palästinenser selbst, aus dem Kontext des Konflikts ausschneidet, bzw. niedrigere Erwartungen an sie legt und sie nicht ernst nimmt.
Hätten diejenigen die jetzt am lautesten nach schämt euch und empört euch rufen, auch am 7. Oktober Solidarität empfinden können und dabei versucht zu verstehen, wie so etwas passieren kann? Und was das auslöst vor allem aus der Perspektive eines Juden?
Gleiches beim Thema Iran und dessen Rolle in dem Konflikt, wo man bei Israel zurecht an die Einhaltung des Völkerrechts appelliert und bedenken äußert.
Appelliert man auch an die UN-Charta bei der Androhung von Gewalt und Vernichtung Israels von Seiten des Irans und beurteilt man daran gemessen auch seine logistische Unterstützung für nichtstaatliche Akteure in der Region?
Und würde man auch im Sudankonflikt daran appellieren und auf die humanitäre Katastrophe aufmerksam machen? Oder legt man tatsächlich doch nur bei Israel andere Maßstäbe an?
Will hier niemandem absprechen für Menschlichkeit zu sein, aber manche geben mir hier das Gefühl, dass sie sich in einem identitären Weltbild verhärtet haben, wo es mehr um Selbstbestätigung als um Humanität geht
Und umgekehrt: Jeder der Hamas in die Radikalisierungsdynamik des Konflikts einbezieht, wird darauf aufmerksam gemacht, was für ein Dämon Israel sei.
Ist zugegeben ein schmaler Grat und er ist anstrengender, aber glaube der thread bzw. die mods hier haben ihn nicht gefunden. Deswegen fühlt sich der thread auch so tot und dichotom an.
Aber ist letztendlich - auch außerhalb des threads gedacht - eine Debatte über eine politische Linke und ob sie glaubhafte Beiträge zu einem Frieden geben kann oder ob sie dabei ausfällt