Nein, wir sehen keinen Völkermord.
Keiner der „free palestine“ Leute wird auch nur einen einzigen Krieg nennen können, bei dem eine Kriegspartei mehr für die Zivilbevölkerung der Gegenseite getan hat, als Israel das getan hat. Deine Wut sollte sich gegen die Hamas und für deren Zerschlagung richten, wenn du für friedliche Koexistenz bist.
Ich crossposte mal einen Kommentar von mir von anderer Stelle, der ca. ein Jahr alt ist, aber immer noch zutreffend auf die aktuelle Situation ist.
Da die Position „wir sind gegen zivile Opfer“ ja sehr weit verbreitet ist, möchte ich dazu gerne einige Worte sagen und zwar anhand der beiden Begriffe „Intention“ und „Verantwortung“. Dies kann mMn dazu führen, dass man einerseits erkennt, dass zivile Opfer in diesem Krieg aktuell leider unvermeidbar sind und andererseits Wege aus diesem Krieg hinaus aufzeigen.
Wir können uns zunächst die Intentionen der beiden Kriegsparteien anschauen.
Die Position der Hamas, die im Übrigen von der Mehrheit der Bevölkerung im Gaze und Westjordanland sowohl bisher als auch weiterhin unterstützt wird, ist hierbei relativ eindeutig. Die Zerstörung und Auslöschung des Staates Israels und aller Juden mindestens in der Region. Eine Position, die auch von vielen arabischen Staaten bzw. der muslimischen Welt mehr oder minder offen geteilt wird. Nachlesbar in der Hamas-Charta und erkennbar auch an der Realität, seit Jahrzehnten zehntausende Raketen ohne jedwede Rücksicht auf zivile Opfer auf Israel abzufeuern. Die Intention eines Völkermordes ist hier glasklar und es fehlt lediglich an der militärischen Stärke, diesen auch durchzuführen.
Die Position von Israel besteht im Grunde darin, nicht vernichtet und ausgelöscht zu werden, über den richtigen Weg dorthin gibt es jedoch selbstverständlich politische Uneinigkeit. Dass der bisherige Weg des Appeasement durch den kompletten Rückzug aus Gaza vor nun fast 20 Jahren mit dem 7. Oktober krachend gescheitert ist, herrscht zumindest ein gewisser gesellschaftlicher Konsens. Dass die palästinensische Bevölkerung grundlegend existieren darf und sogar einen eigenen Staat haben darf (6 Mal wurde es seit 1948 angeboten, wenn ich mich nicht verzählt habe) ist ebenfalls Konsens und leicht erkennbar an der Tatsache, dass die militärischen Möglichkeiten ein solches Ziel in 2-3 Wochen umsetzen könnten, dies aber nicht tun.
Die Hamas und große Teile der palästinensischen Bevölkerung wollen die Vernichtung Israels, dies ist letztlich eine Bedingung, die in keinster Weise an Startpunkt für Friedensverhandlungen sein kann.
Was uns jetzt zum zweiten Punkt führt - nämlich der „Verantwortung“.
Wer trägt die Schuld am Leid der Zivilbevölkerung? Wie lässt sich dieses reduzieren?
Vielleicht zunächst etwas Grundsätzliches. Trotz des Krieges gibt es den moralischen Imperativ, die Zivilbevölkerung der Gegenseite so weit es möglich ist, zu schonen.
Mir ist in der gesamten Menschheitsgeschichte kein einziger Krieg bekannt, wo eine Kriegspartei ähnlich viel für die zivile Bevölkerung der Gegenseite getan hat, als es momentan in Gaza der Fall ist. Wenn hier jemand andere Beispiele kennt, darf er die gerne nennen. Wir sprechen von aktuell ca. zehntausende LKW-Ladungen an humanitärer Hilfe, hunderttausende Tonnen an Wasser, Essen und medizinischen Gerätschaften. Dazu kommen Methoden wie Roof knocking, Warnungen an die Zivilbevölkerung, das Errichten ganzer Zeltstädte sowie die Evakuierungen großer Teile der Bevölkerung, um ihr Leben zu schonen.
Es ist absolut unmöglich, einen Krieg ohne zivile Opfer zu führen. Es ist möglich, die Anzahl der zivilen Opfer durch solche, in diesem Umfang nie dagewesenen Hilfslieferungen, zu reduzieren.
Sowohl die Intention, die zivile Bevölkerung zu schonen als auch die Verantwortung, dies durch verschiedenste Maßnahmen zu erreichen, sind also in diesem Falle gegeben. Wie gesagt, mir ist kein Krieg der Menschheitsgeschichte bekannt, wo gegen den Kriegsgegner in diesem Umfang humanitäre Hilfe geleistet wurde.
Nun schauen wir uns die Gegenseite an:
Die Hamas versucht, die Zahl der zivilen Opfer sowohl auf eigener als auch auf gegnerische Seite möglichst hoch zu halten. Das beginnt mit der fehlenden Separierung von Militär und ziviler Bevölkerung, also z.B. Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen als Kommandozentralen und Munitionslager zu nutzen, geht weiter mit dem wahllosen Abschlachten von Israelis, wann immer man die Chance dazu hat und zieht sich bis auf die konstante Fehlberichterstattung bei der Erfassung ziviler Opfer. (tabletmag.com/sections/news/ar…ry-fakes-casualty-numbers)
Man nimmt die eigene Zivilbevölkerung als Geisel, erschießt sie auch gerne, um die Kontrolle über die Hilfslieferungen zu erhalten und macht keinerlei Anstalten auch nur grundlegende Verhaltensregeln im Kriegsrecht (Trennung von zivil und Militär, Kennzeichnungspflicht durch Uniformen etc.) in irgendeiner Weise einzuhalten.
Den Krieg, den die Hamas aktuell führt, ist ein PR-Krieg und all ihre Maßnahmen sind daraus aufgelegt, die eigenen zivilen Opfer so hoch wie möglich zu halten, mit dem Ziel solche absurden Entscheidungen wie von der UN oder dem ICC zu erreichen.
Keiner, der auch nur halbwegs bei Sinnen ist, kann allen Ernstes behaupten, dass die Hamas auch nur irgendetwas tut, um zivile Opfer auf der einen oder anderen Seite zu vermeiden. Das absolute Gegenteil ist der Fall.
Die Intentionen und die wahrgenommene Verantwortung in diesem Konflikt macht hier die Schuldfrage nicht minder eindeutig, als dies beispielsweise im zweiten Weltkrieg der Fall war.
Wie kann nun dafür sorgen, dass langfristig die zivilen Opfer möglichst gering oder idealerweise nicht vorhanden sind?
Indem man das Land unterstützt, das einen legitimen Selbstverteidigungsskrieg führt, die Seite unterstützt, welche die Gegenseite nicht komplett auslöschen will, das bisher nie dagewesene Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung getroffen hat, während die andere Kriegsseite seit 70 Jahren genozidale Ambitionen hegt und in keinster Weise bereit ist, diese abzulegen.
Auch die Nazis und ihre genozidalen Taten konnten nicht dadurch aufgehalten werden, indem die Alliierten sagten, wir gehen nicht nach Deutschland, dort wird es zu viele zivile Opfer geben.
Welche Wege zum Frieden gibt es also?
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Die Hamas muss militärisch komplett besiegt werden, sie darf im Gazastreifen keinerlei Macht besitzen.
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Die Bevölkerung in Gaza braucht eine neue Regierung, die ohne jedes Wenn und Aber das Existenzrecht Israels anerkennt, jedwede Verstöße in den eigenen Reihen (aka Raketen auf Israel vom Balkon abschießen) strikt ahndet.
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Es braucht ein großflächig angelegtes Bildungsprogramm, damit nicht bereits Kindergartenkinder mit Antisemitismus und Märtyrertum gegen Juden eingeschworen werden.
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Je erfolgreicher diese Maßnahmen umgesetzt werden, desto eher kann es einen Weg zum eigenen Staat und vollständiger Selbstverwaltung geben.
Deutschland ist übrigens das beste Beispiel dafür, dass dieser Weg erfolgreich sein kann, aber dazu mussten Hitler und die Nazis auch erst militärisch komplett besiegt werden und bedingungslos kapitulieren. Für die Hamas darf es keinen anderen Weg geben. Die Appeasementpolitik der letzten Jahrzehnte ist ebenso gescheitert, wie jene von Neville Chamberlain damals. Frieden wird nur dann möglich sein, wenn Gaza und die arabische/muslimische Welt Israels Existenzrecht anerkennt. Denn Israel erkennt im Gegenzug ja das Existenzrecht der arabischen Welt an.
Dies ist es, wofür die ganzen Clowns an den Universitäten demonstrieren sollten, wenn sie tatsächlich Frieden wollen. Wenn ihnen tatsächlich die Vermeidung ziviler Opfer am Herzen liegt. Wenn es nicht nur Hass auf sich selbst und den „Westen“ ist. Stattdessen demonstrieren sie für ein Terrorregime, das nicht nur glasklare Ambitionen hat, die Gegenseite auszulöschen, sondern für die Erreichung dieses Ziels möglichst viele eigene zivile Opfer will.
Sollte dies nicht passieren, sollte Hamas weiterhin an der Macht bleiben, so wird dieser Konflikt weitergehen, weil die judenhassende Ideologie sich weiterhin verbreiten wird und weil Israel nichts anderes übrig bleiben wird, als sich militärisch zu verteidigen.
Wenn man, wie vielleicht auch der ein oder andere hier, schlicht möglichst wenig Blutvergießen und zivile Opfer will, dann muss man sich intellektuell aufrichtig auch Gedanken darüber machen, wie das konkret erreicht werden kann. Und welche Intentionen die Kriegsparteien haben und inwieweit die ein Startpunkt für Friedensverhandlungen sein können. Und welche Verantwortung die beiden Kriegsparteien für den Schutz der Zivilbevölkerung übernehmen. Man kann aus der Geschichte lernen und die deutsche Geschichte zeigt, dass ein Wandel hin zur Demokratie möglich ist, wenn man wenige Jahre zuvor noch Millionen in Konzentrationslagern abgeschlachtet und einen Weltkrieg begonnen hat. Doch dieser Wandel kann nur dadurch erfolgen, dass das alte Regime militärisch zur Strecke gebracht wird. Wenn man dies nicht tut, wird es seine Macht und Ideologie weiterhin ausbauen und dieser Konflikt schwellt Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte weiter.
Die beiden Wege zum „Frieden“ sind entweder die Akzeptanz des Existenzrechts Israels oder die Auslöschung Israels. Welcher der beiden Wege man für erstrebenswert hält, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ansonsten gilt, was Golda Meir sagte:
“When peace comes we will perhaps in time be able to forgive the Arabs for killing our sons, but it will be harder for us to forgive them for having forced us to kill their sons. Peace will come when the Arabs will love their children more than they hate us.”