Nahostkonflikt - Krieg in Israel und Palästina

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Im US-Fernsehen bei CBS ist Israels Premier Benjamin Netanjahu mehr als deutlich: „Es geht nicht nur darum, die Geiseln freizulassen, sondern auch darum, dass wir danach beides erreichen: eine Entmilitarisierung und eine Entwaffnung.“ Zuerst müsse die Hamas ihre Waffen abgeben und dann sichergestellt werden, dass es in Gaza keine Waffenfabriken mehr gebe, so Netanjahu. „Auch keinen Waffenschmuggel nach Gaza. Das ist Entmilitarisierung.“

Doch die Hamas denkt nicht daran. Und der Politikwissenschaftler Mustafa Ibrahim aus Gaza macht im ARD-Interview deutlich, dass sich das so schnell nicht ändern dürfte.

Innerhalb weniger Stunden nach der Neupositionierung der israelischen Armee und ihrem Abzug aus den Gebieten, die sie vorher noch kontrollierte, sei es der Hamas gelungen, über 7.000 neue bewaffnete Männer für sich zu rekrutieren, die Kontrolle über die Straßen zu übernehmen und mit all denen abzurechnen, die es gewagt hatten, ihre Stimme zu erheben

Der Hass bleibt und es wird sich mit der Hamas dort auch nichts ändern

wenn ich sowas schon wieder lese:

Sie zeigt sich offen in verschiedenen Gebieten des Küstenstreifens und exekutiert Mitglieder anderer Clans, die angeblich mit Israel kooperierten.

dagegen:

Israel provided members of an armed group in Gaza with Kalashnikov rifles to protect themselves against Hamas, as part of an effort to strengthen opposition groups in the Strip, the Israeli military censor permits for publication.

direkt von der israelischen armee und von der armeezensur zur veröffentlichung freigegeben.

hier in deutschland muss man dann scheinbar ein „angeblich“ draus machen… parallele realität. selbst zur berichterstattung in israel.

https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/sources-confirm-israel-arming-gazan-gang-to-bolster-opposition-to-hamas/


tilo jung hatte letzte woche zwei israelische gäste. habe das erste interview bisher nur zur hälfte gesehen, aber kann beide empfehlen. einmal mit omar bartov, völkermordexperte, der mittlerweile in den USA lebt und arbeitet und dann mit der chefin von b’tselem.


das sagt der satz einfach nicht. in keinster weise.

da steht, dass diese konkrete verhandlung tage gedauert hat. teile der hamasführung leben seit jahren in doha. genau so, wie es dort eine US basis gibt. da mussten keine „kanäle“ aufgebaut werden. das denkst du dir gerade einfach aus.

so ein deal wäre ein komplett wahnwitziger „gewinn“ für die hamas. deswegen würde israel das logischerweise auch nicht akzeptieren. was du sagst ergibt einfach angesichts vorheriger abkommen der letzten jahrzahnte gar keinen sinn.

Will keine riesen Diskussion starten, aber Die Tagesschau hat hier schon recht. Laut Spiegel handelt es sich bei den ermordeten Palästinensern nicht um die Gang von Shabab, die nach deinem Artikel Waffen von Israel bekommen hat.

Es gab (laut Spiegel) keine weiteren Informationen, um welche Gang es sich gehandelt haben soll, nur die Aussage der Hamas zur Kooperation. Damit wäre es absolut richtig, „angeblich“ zu benutzen, wenn die einzige Quelle die Aissage der Hamas ist

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Das soll natürlich nicht verschwiegen werden.
Auch das andersrum Clans (teils subventioniert) auch Palästinenser hingerichtet haben.

Gab es diese Hinrichtungen (von anderen Gruppen/Clans als der Hamas) auch nach dem Waffenstillstandsabkommen?

Direkt im Anschluss wurde saleh aljafarawi hingerichtet, egal wie man zu dieser Person steht.
Weiteres gerne, wenn ich weiter Quellen recherchiert habe.

Aber um die Dimensionen mal zu diskutieren:
Hilfslieferungen kommen weiterhin nicht im großen Umfang an, weil Korridore nicht geöffnet werden, die versprochen waren.

Palästinensische Gefangene, u.a. Kinder, berichten von Folter in israelischer Gefangenschaft.
Das wird auch sehr wenig bis gar nicht thematisiert.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie es sinnvoll weitergehen soll ohne internationale Truppe, ohne israelische Intervention und der Erkenntnis, dass man den Palästinensern das Gefühl von Sicherheit geben muss.

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So Leute. Es geht hier um den Krieg in Israel und nicht um einzelne User und deren Diskussionsstil.

Kommt zum Thema zurück.

Da muss man sich schon fragen warum sich 7000 Menschen bewaffnen, wenn das Ziel eine Entwaffnung war…

Weil Frieden nie Thema war

ich denke die palästinenser (sei es hamas oder eine der anderen bewaffneten gruppen) werden sich auch nicht entwaffnen lassen, so lange das gleichbedeutend mit der endgültigen vertreibung über die nächsten jahrzehnte ist.

es braucht mindestens ein ende der annektierungen und des siedlungsbaus im westjordanland und besser noch die realistische aussicht auf einen eigenen staat oder eine einstaatenlösung.

Weil du es schon mehrfach angesprochen hast: Wieso ist eine Entwaffnung der Hamas gleichbedeutend mit der endgültigen Vertreibung der Palästinenser? Diese Kausalität ist doch vollkommen absurd?

Es gibt sicher viele extreme Hardliner in Israel, die eine Vertreibung fordern. Aber wenn die israelische Armee Palästinenser vertreiben wollen würde, wäre es doch absolut egal, ob die Hamas noch ein paar Waffen hat oder nicht? In diesem Krieg hat doch israel immer wieder neue Zonen ausgewiesen, wo Palästinenser hingehen sollen. Und da war die Hamas auch noch bewaffnet.

weil genau das seit jahrzehnten im westjordanland passiert?!

weil eine große, schnelle vertreibung, wie auch der aktuelle krieg, große aufmerksamkeit bekommt und israel international isoliert.

während die langsame aber stetige vertreibung im westjordanland viel weniger aufmerksamkeit erzeugt und gerade von den verbündeten im westen seit jahrzehnten weitgehend schulterzuckend hingenommen wird.

besagte israelische hardliner sind da übrigens auch relativ offen, dass das erwägungen dabei sind.

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Ja eben, genau das. Wenn du auf die illegalen Siedlungen anspielst, das passiert im Westjordanland doch auch, obwohl die Fatah bewaffnet ist (bzw es bewaffnete Gruppen gibt, die der Fatah nahestehen).
Warum sollte es dann einen Unterschied machen, ob die Hamas bewaffnet ist oder nicht, wenn es im Westjordanland auch keine Rolle spielt?

du beschreibst doch nur, dass die palästinenser sich praktisch eben gegen den übermächtigen gegner sowieso nicht effektiv wehren können. (und auch einfach aufgeben könnten?)

würdest du das z.B. auch den ukrainern empfehlen, falls russland auf einmal übermächtig wird?

die fatah hat den bewaffneten kampf seit dem oslo abkommen auch weitgehend aufgegeben. fatah und plo sind auch ziemlich unbeliebt.

den 07.10. oder den guerillakampf auf eigenem gebiet mal ausgenommen, ist die hamas doch auch absolut chancenlos.

Ja genau. Und genau deswegen ist der Siedlungsbau kein Argument für oder gegen eine Entwaffnung der Hamas. Du schreibst ja selber, die Hamas ist gegenüber Israel „chancenlos“. Wenn Israel sich entscheiden würde, Siedlungen im Gazastreifen zu bauen, könnte die Hamas mit oder ohne Waffen nichts dagegen tun.

Nur das wollte ich sagen, gegen dein Argument die Entwaffnung würde eine dauerhafte Vertreibung bedeuten. Damit heiße ich weder die illegalen Siedlungen gut, noch ist das eine Aufforderung, die Palästinenser sollten „aufgeben“

heute morgen hatten wir in den gelöschten posts eine debatte, dass israel bei mir und anderen zu schlecht wegkäme. jetzt bist du hier und sagst sinngemäß „israel wird euch so oder vertreiben, ihr könnt also auch einfach aufgeben“.

du hast damit faktisch sehr wahrscheinlich recht. das gilt für jeden chancenlos unterlegenen gegner in jedem konflikt jemals. denen allen sagst du gerade „gebt doch einfach auf“. menschen lassen sich nun mal ungern vertreiben und wählen dann oft den aussichtslosen kampf.

bevor ich darauf antworte, lies das vielleicht noch mal und geh mal in dich, ob du das wirklich sagen willst.

Ich sehe halt hier nur das eine Terrororganisation sich wieder bewaffnet und ihre eigene Bevölkerung beeinflussen und unterdrücken kann. Genauso wie die Taliban. Unabhängig von den Israelis.

Ich will keine Endlosdebatte… Aber nein, das sage ich NICHT. Nochmal: Ich sage nicht die Palästinenser sollen aufgeben noch halte ich im übrigen es auch nur irgendwie wahrscheinlich, Israel würde im Gazastreifen Siedlungen bauen wollen.
Ich sage, FALLS (rein hypothetisch, weil du es ins Spiel gebracht hast) Israel Siedlungen im Gazastreifen bauen will, kann die Hamas das auch mit Waffen nicht verhindern.

Nochmal: es ging mir um die Aussage, eine Entwaffnung der Hamas würde zur Vertreibung der Palästinenser führen

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es geht auch nicht nur um gaza.

Es gab vor 2006 israelische Siedlungen im Gazastreifen. Sie wurden im Zuge der Machtübernahme der Hamas und der darauffolgenden Blockade des Gazastreifens durch Israel abgezogen. Der Rückzug wurde auch von Siedlern aus ein strategisches Fokussieren auf das Westjordanland verstanden, trotzdem sahen viele der Ultrarechten diese Entscheidung als einen Fehler an. Sie glauben ihnen gehört das ganze Land inklusive des Gazastreifens, Samara und Judea (deren Name für das Westjordanland) und viele Gebiete außerhalb der Grenzen von Israel (z. B. die Sinai-Halbinsel).

Nach dem Angriff vom 7. Oktober haben hunderte von Siedler außerhalb der Grenzen des Gazastreifens auf eine Möglichkeit gewartet in den Gazastreifen zu gelangen. Sie haben dort über Monate gezeltet und sogar versucht an der IDF vorbei in den Gazastreifen zu gelangen. Ich weiß nicht ob sie da immer noch warten, weil der mediale Fokus ist liegt nicht mehr so auf ihnen, aber die Siedlerbewegung hofft weiterhin auf eine Möglichkeit dort Nägel mit Köpfen machen zu können.

Die Siedler nehmen typischerweise illegal Land. Bauen einen provisorischen Außenposten. Terrorisieren die bestohlenen Palästinenser. Kommt es zur Gegenwehr rufen die Siedler die IDF. Auch wenn die Siedlungen noch nicht vom israelischen Staat anerkannt sind schützen die Soldaten ihre Staatsbürger. Sobald aus dem provisorischen Außenposten feste Gebäude geworden sind versuchen die Siedler eine Anerkennung durch den israelischen Staat zu bekommen. Sollte Israel die Siedlung anerkennen baut der Staat einen militärischen Außenposten zum Schutz der Siedler und Infrastruktur wie Wasser, Storm und Straßenverbindungen ins israelische Kernland. Die Straßen dürfen nur von Israelis benutzt werden und schneiden Felder, Höfe, Dörfer und Landstriche voneinander ab. An einigen Stellen gibt es bewachte Checkpoints an denen israelische Soldaten willkürlich entscheiden können wer über die Straße zur anderen Seite gelangen kann. So wird das palästinensische Gebiete zu einem Flickenteppich aus Enklaven.
Genau das ist jetzt schon Realität im Westjordanland.

Die Motivation sich einem solchen System völlig Schutzlos aussetzten zu wollen sollte nachvollziehbar sein oder?

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